Brot und Spiele

brot_spiele_titelMeiner Einer denkt nicht den ganzen Tag ausschließlich nur über die katastrophalen Zustände in Politik, Medien und Wirtschaft nach. Da würde ich ja verrückt werden (wenn ich das nicht sowieso schon bin). Auch wenn solche ZG-Blog-Themen hier sehr dominant sind, so habe ich auch andere Dinge im Kopf. Zudem benötige auch ich -ganz im Sinne von Brot und Spiele– manchmal Unterhaltung. Anregungen. Inspirationen. Ablenkung. Deshalb gibt es heute zur Abwechslung ein paar ganz persönliche Medien-Empfehlungen. Weiterlesen

Die binäre Wahrnehmung

binär_titelLike oder Nicht-Like. Daumen rauf. Daumen runter. Schwarz oder weiß. Gut oder böse. NATO oder Putin. Hype oder Shitstorm. Fleischfresser oder Veganer. Es gibt zwar US-Serien, die differenzierte Darstellungen von Themen und Charakteren zeigen, aber im politischen und sozialen Diskurs herrscht in aller Regel die eindimensionale Polarisierung vor. Es werden simplifizierende Weltbilder und vorurteilsbehaftete Erklärungsmuster geliefert. Narrative, die moralisch-emotionale Deutungskriterien bedienen, sachliche Argumente verabscheuen und tiefergehende Analysen ablehnen. Wissenschaftliche und akademische Herangehensweisen erzeugen im Aufmerksamkeitswettbewerb zu wenig Klicks, Reichweite und Quote. Die binären Erklärungsmuster entspringen einem absurden ökonomischen Zahlenfetischismus, der alles und jeden messen, zählen und statistisch verarbeiten will.

Kulturimperialismus

Plakat des katholischen Hilfswerkes "Misereor". Marktwirtschaftliche Methoden als vermeintliche Lösungen, um den Welthunger zu bekämpfen. Auch eine Form von kulturimperialistischer Propaganda. Schließlich kann der Welthunger durch Reichtums-Umverteilung sehr viel effektiver verhindert werden.

Plakat des katholischen Hilfswerkes „Misereor“. Marktwirtschaftliche Methoden als vermeintliche Lösungen, um den Welthunger zu bekämpfen. Auch eine Form von kulturimperialistischer Propaganda. Schließlich kann der Welthunger durch Reichtums-Umverteilung sehr viel effektiver verhindert werden.

In linkspolitischen Kreisen werden häufig NATO-Angriffskriege, prekäre Beschäftigungsverhältnisse sowie die politischen Massenverarmungsprogramme kritisiert. Auch die entsprechenden Hintergründe und Zusammenhänge werden analysiert. Ein Aspekt kommt mir jedoch häufig zu kurz: die Macht und der Einfluss von Büchern, Filmen und der Unterhaltungsindustrie auf unser Denken, Fühlen und Beurteilen. Denn unsere Wertvorstellungen werden nicht nur von unserem Elternhaus und der Schule geprägt, sondern auch wesentlich davon, was wir medial im Laufe der Jahre konsumieren. Gleichzeitig sind viele Unterhaltungsprodukte ein Spiegel gesellschaftlich gelebter, aber nicht zwingend gesetzlich verankerter Konventionen. Weiterlesen

Der böse Russe

Claire Danes als CIA Agentin Carrie Anne Mathison

Claire Danes als CIA Agentin Carrie Anne Mathison

In den 80er Jahren sorgte der Kalte Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion auch dafür, dass Hollywood-Produktionen für ideologisch motivierte Filmmotive genutzt wurden. Dutzende Filme und Serien zeigten den Russen als Untermenschen und die Sowjetunion als barbarisches Feindesland. Heute hat dieses Klischee längst wieder die Popkultur und den Film erreicht. In der aktuellen fünften Staffel von Homeland und in der vierten Staffel von House of Cards beispielsweise, sind es vor allem (wieder einmal) die vermeintlich hinterhältigen Russen, die für Ärger sorgen. Also selbst innovative TV-Serien, die Golden Globe und Emmy Awards einheimsen, werden nicht von politischer Propaganda verschont. Man sollte den politischen Subtext solcher Produktionen nicht ignorieren oder gar unterschätzen.

ZG-Rückblick: US-Serien

ZG-RückblickAn den USA gibt es eine Menge zu kritisieren: der NSA-Überwachungsskandal, Guantanamo Bay, die Todesstrafe, der industriell-militärische Komplex, weltweite CIA – Foltergefängnisse oder die völkerrechtswidrige Ermordung von Menschen durch Drohnen. Dennoch produzieren sie derzeit eine Top-TV-Serie nach der Anderen. Game of Thrones, Breaking Bad, Homeland, Walking Dead, House of Cards – um nur einige zu nennen. Woran liegt das? Sind die Produzenten und TV-Sender in den USA mutiger, toleranter oder liberaler als die Deutschen? Oder gibt es in Deutschland einfach keine guten Drehbuch-Schreiber? Welche US-Serie könnt Ihr uneingeschränkt empfehlen und welche fandet Ihr eher enttäuschend? Weiterlesen

Frauenrollen

Clarice van Houten spielt Melisandre in „Game of Thrones“ (Bild: Thom Hoffman/wikimedia)

Seit längerem nervt mich eine Rolle bei vielen TV-Serien ganz besonders: die der Haus- und Ehefrau bzw. der Mutter. Ob bei „Homeland“, „24“, „Heroes“, „V – die Außerirdischen“, „Breaking Bad“, „the shield“, „the wire“ oder vielen anderen Serien: die Ehefrau und Mutter hält stets moralische Predigten, macht Vorwürfe, jammert, heult und nörgelt was das Zeug hält. Weiterlesen

Heulen für die Zielgruppe

Wer unseren Blog öfters liest, wird bemerkt haben, dass wir überdurchschnittliche Konsumenten von TV-Serien sind. In der „TV-Reflektion“ schreiben wir über empfehlenswerte Serien und in „nicht vergessen…abschalten“ zerreißen wir Fernsehsendungen, darunter auch Serien. Ein besonderer Aspekt in Serien -wie könnte es anders sein- sind die Charaktere. Eine spezifische Gruppe von Charakteren taucht dabei immer wieder auf: die Heul-und-Jammer-Protagonisten. Weiterlesen

TV-Reflektion: „Lost“

In Deutschland sind die Einschaltquoten der Serie Lost für Pro Sieben zu schlecht, so dass man im Free-TV wohl noch eine Weile auf die fünfte Staffel warten muss. In den USA startet 2010 die finale sechste Staffel der dort erfolgreichen TV-Serie.

Nun ist es endlich so weit: Lost bekommt die Aufmerksamkeit bei ZG, die die Serie sich über die Jahre verdient hat. Anders als Heroes gehört sie zur Zeit zu den besten Serien, denn Lost hat nun im ganz großen Stil mit dem angestaubten Konzept einer Serie aufgeräumt. Hier wird eine fortlaufende Geschichte erzählt, in der die Charaktere und ihr Handeln im Vordergrund stehen. […] weiterlesen auf zeitgeistlos.de