Der pädagogische Happen (19)

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Mutter: „Hast Du heute Deine Mathearbeit wieder zurück bekommen? Und welche Note hast Du?“

Sohn: „Es lief ganz okay! Ich hab nur zwei oder drei Sachen nicht gewusst. Aber ich bin ganz zufrieden.“

Mutter: „Ja, welche Note hast Du denn jetzt bekommen? Gib mal her!“

Sohn: „Reicht es nicht, wenn ich Dir sage, dass ich damit zufrieden bin?“

Mutter: (leicht gereizt) „Ich will jetzt sofort Deine Arbeit sehen!“ […] „Waaas? Eine Drei? Ne, oder?“

Sohn: (schweigt)

Mutter: (wütend) „Jetzt weiß ich warum Du mir die Arbeit nicht zeigen wolltest! Mit einer Drei kann man doch nicht zufrieden sein!“ Das geht gar nicht! Ab morgen werden wir jeden Abend Zwei Stunden Mathe üben!“


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2 Gedanken zu “Der pädagogische Happen (19)

  1. …denn der faule Bengel muss schließlich einen möglichst guten Abschluss erzielen, damit er eine möglichst sichere Lohnarbeitskarriere mit möglichst hohem Gehalt einschlagen kann! Von dem die Mutti in Erwartung ihrer Armutsrente evtl. dann auch wieder was abbekommen könnte.

    Es sind hauptsächlich vor allem die Eltern, die (wie ihre Eltern zuvor) ihre Kinder schon in den Schlachthof des klassischen Erwerbslebens treiben… Aber sie meinen es ja nur gut!

    Meine überwiegend guten Schulnoten (grade zum Ende meiner schulischen Laufbahn hin) brachten mir übrigens: gar nix. Die sind nichts wert, wenn man sich der dem Berufsleben immanenten Anpassung verweigert. Im Gegenzug seh ich heute um mich rum nicht wenige Leute, die in der Schule eher wenig auf die Reihe brachten und dort nicht durch besondere Klugheit auffielen – aber trotzdem (in irgendeiner Weise) „Karriere“ machten. Im Kapitalismus reicht es nämlich meist völlig, ein (fleißiger) Fachidiot zu sein!

    Ist halt leider einer dieser Teufelskreise, in denen viele (vor allem in Ihrer Elternrolle) geistig gefangen sind.

  2. @Dennis82

    Sehe ich ähnlich. Ich kenne auch so einige, die in ihrem Lohnarbeitsleben auf einmal so richtig aufgehen, während sie in der Schule eher die Nieten waren. Duckmäuserisch Befehle ausführen ohne selbst denken zu müssen, scheint für einige eine echte Wonne zu sein…

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