Nichtsnutz. Niete. Null.

niete_titelBist Du erwerbslos und hast keine Frau oder Freundin? Keine Kinder zum Knuddeln und Vorzeigen? Hast Du wenig Geld oder bist womöglich verschuldet? Du wohnst in einer kleinen Mietwohnung und besitzt kein Auto? Bist Du zudem übergewichtig und/oder vermeintlich unattraktiv? Dann bist Du –laut gängigem Denkmuster- ein Verlierer und Versager! Natürlich wird Dich niemand so nennen, denn das wäre ja verletzend und diskriminierend! Aber man wird so über Dich urteilen. Und es Dir zeigen. Indirekt. Subtil. Manchmal auch ganz konkret. Weiterlesen

Selbstentfremdung

selbstent_titelOft werde ich gefragt, was Selbstentfremdung durch Lohnarbeit eigentlich genau bedeuten soll? Schließlich verdiene man sein eigenes Geld, sei unabhängig, liege niemandem auf der Tasche und man würde sich mit seinem eigenen Job doch auch selbst verwirklichen? Nun zu behaupten, das Gegenteil sei der Fall, empfinden viele nicht nur als absurde und steile These, sondern auch als einen persönlichen Angriff auf ihren Lebensstil. (Lohn-)Arbeit mache doch schließlich unabhängig. Oder etwa nicht?

Im Einzelfall mag es Jobs geben (besonders im sozialen, geisteswissenschaftlichen oder künstlerischen Bereich), in denen Menschen Sinnerfüllung und Freude durch ihre Tätigkeiten erfahren und davon sogar noch halbwegs gut leben können. In den meisten Fällen dürfte es aber eher so sein –insbesondere in Anbetracht des Arbeitsmarktes- das Mann und Frau an Lohnarbeit nehmen, was sie kriegen können. Hauptsache Arbeit. Egal welche. Eine Funktion ausfüllen ohne erfüllt zu sein. Weiterlesen

Selbstoptimierung

opti_titelNach dem griechischen Philosophen Epikur ist Glück die Erfüllung ureigener Bedürfnisse, eine Hingabe an die kreative Lust und das Streben nach einem Zustand innerer Seelenruhe. Dabei sei die strategische Reduktion auf die notwendigsten Bedürfnisse keine Askese, sondern die Vermeidung von schädlichem Ehrgeiz und krankmachender Gier. Der heutige sozioökonomische Anpassungsdruck, der auf die Menschen durch vielerlei Kanäle und Mechanismen ausgeübt wird, macht das Individuum zum Objekt fremder Bedürfnisse. Zu einer Nummer, zu einem Produkt und zu einer Arbeitsmarktware. Der technokratisch-bürokratische Staatsapparat sowie die neoliberale Konsum- und Arbeitswelt zwingen den Bürger, seine Individualität zu negieren, seinen Marktwert zu steigern und sich -im Sinne einer höheren ökonomischen Verwertbarkeit- ständig selbst zu optimieren. Weiterlesen