Presseblick (48)

Im Forum von elitepartner.de sind sich Männer und Frauen zum großen Teil einig bei der These: »Ein Arbeitsloser, der Zeit, Energie und Geld für die Partnersuche verschwendet, handelt unverantwortlich.« Nur ein Lohnarbeiter, der funktioniert, Geld verdient und was zum Vorzeigen besitzt, hat das Recht geliebt, geachtet und respektiert zu werden. Während es vor einigen Jahren zumindest noch ein wenig Unmut gegen die Pauschal‐Diffamierung von Erwerbslosen als »Sozialschmarotzer« gab, scheint es heute völlig normal zu sein, erwerbslose Menschen als finanziell, unwertes Leben zu diskreditieren. Das neoliberale Leistungs‐, Wettbewerbs‐ und Konkurrenzdenken ist in Fleisch und Blut übergegangen. Man begreift sich selbst und seine Mitmenschen nur noch als Objekte, die bestmöglich optimiert und marktwirtschaftlich verwertet werden müssen. Weiterlesen

Freudscher Versprecher?

Einen amüsanten Artikel gibt es auf Spiegel Online (Kommentare bei Putin‐Themen natürlich gesperrt):

Spiegel Online vom 1. Dezember 2015

Spiegel Online vom 1. Dezember 2015

Abgesehen davon, dass Putin mal wieder und immer und sowieso der Böse ist, folgt der Brüller im Artikel (click to enlarge):

spon_patzerEs wird noch absurder: focus, n‐tv, tagesspiegel und faz haben alle den exakt gleichen Satz in ihren Artikeln. Schön von Reuters/AP/AFP kopiert ohne den Inhalt zu überprüfen. Mal sehen, wann der »Fehler«, also die Wahrheit wieder zur Lüge gemacht und das »nicht« wieder klammheimlich eingefügt wird. Erdogan müsste ansonsten sofort zurücktreten. :MRGREEN:

Griechenland und die USA

»Das US‐Militär ist der größte Käufer und Verbraucher von Erdöl weltweit. Im Oktober 2006 verbrauchte es knapp 365.000  Barrel Öl am Tag, was ungefähr dem Energieverbrauch Griechenlands entspricht.«

- Wikipedia

Anmerkung: Der riesige US‐Hunger nach Öl und der militärisch‐industrielle Komplex in den Vereinigten Staaten, dürften die Ursache für viele Konflikte, Kriege und Unruhen auf der Welt sein. Nur wer das öffentlich sagt, ist ein Verschwörungstheoretiker, ein linker Spinner und gilt als anti‐amerikanisch. Warum gibt es eigentlich keinen Anti‐Russismus, Anti‐Islamismus und Anti‐Iranismus?

Presseblick (39)

Tja, was soll ich zur »BND‐Affäre« -die eigentlich keine »Affäre«, sondern ein sicheres Zeichen für den Untergang des Rest‐Rechtsstaates und der Trümmer‐Demokratie in Deutschland ist‐ (wie Roberto von ad sinistram richtigerweise schreibt) noch groß sagen? Da wird Landesverrat begangen, der Amtseid gebrochen und keinen interessiert es. Die Geheimdienste machen was sie wollen (NSU, Journalisten ausspähen). Willy Brandt ist wegen weit weniger zurückgetreten, aber unsere Bundesregierung sitzt alles aus. Bei der Bevölkerung ist das auch kein Problem; nie war sie so entpolitisiert, masochistisch, resigniert und fatalistisch. Mit den Deutschen kann man alles machen. Es sei denn, jemand würde es wagen, RTL, Facebook und alle smartphones gleichzeitig abzuschalten. So für eine Woche. Dann würde der Pöbel aber wütend werden. Weiterlesen

Krim‐Krise: Öl und Gas

Analysiert man die letzten zehn Jahre internationale Konflikte (Libyen, Irak, Afghanistan, Sudan, Georgien etc.) dann ging es fast immer nur um die Ausbeutung oder um die Sicherstelllung von Transportwegen von Rohstoffen (Öl, Gas, Pipelines etc.). Die Sicherung von Rohstoffen zur Aufrechterhaltung kapitalistischer Systeme, die auf Raubbau und Ausbeutung basieren, ist zum internationalen Element neoliberaler Politik geworden. Und nun veröffentlicht Christoph Stein auf heise.de, dass es im schwarzen Meer vor der Krim‐Insel große Gas‐ und Ölvorkommen gäbe. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten bestätigen sogar, dass Exxon und Shell im schwarzen Meer und in der Krim aktiv sind. Wenn eines mittlerweile sicher ist, dann folgendes: wann immer es um große politische und internationale Konflikte geht, dann geht es nicht um die Menschen vor Ort, sondern um die knallharten Geschäfte großer Konzerne. In der Krim streiten sich nicht Russland, der Westen und die Ukraine, sondern Exxon, Shell, Eni und Gazprom. Wir erleben gerade in den Massenmedien, wie eigentlich immer, nur eine Inszenierung von Politik.

Hat Griechenland gewaltige Gas‐ und Ölvorkommen?

Oder ist das eine Erfindung linker, radikaler »Verschwörungstheoretiker«? Ein griechischer Blogger will dies aufgedeckt haben und es gibt wohl einige Indizien, die darauf hinweisen, dass es der Wahrheit entspricht. In der deutschen Öffentlichkeit und der Medienlandschaft, wird dies — sollte es der Wahrheit entsprechen — konsequent verschwiegen. Der Grund: Griechenland soll erst finanziell kaputt gemacht werden, damit sich dann internationale Konzerne leichter an den Bodenschätzen bedienen können. Die Griechenland‐Krise erscheint so in einem ganz anderen Licht. Noch gibt es keine hundertprozentig »gesicherten Beweise« darüber. Aber kann man sich einer Sache erst sicher sein, wenn es in der BILD steht oder wenn die Tagesschau darüber berichtet? Beides Medien, die in der Vergangenheit nicht selten gelogen, Sachverhalte verschwiegen oder verzerrt haben.

-» Hinweis 1
-» Hinweis 2
-» Hinweis 3

Zum Tod Gaddafis: Medienspiegel

Dass der einstige Offizier und Revolutionsführer durch Waffengewalt starb, bedeutet historische Gerechtigkeit.

- Süddeutsche

Am Tod Gaddafis war die Nato angeblich nicht beteiligt.

- SpiegelOnline

Nach Ansicht von Experten ist der Tod von Ex‐Diktator Muammar al‐Gaddafi besser für die weitere Entwicklung in Libyen. Der große Vorteil sei, dass nun kein Gerichtsverfahren stattfinden müsse. Man kann sich sofort den Herausforderungen der Zukunft stellen, sagte Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz.

- focus.de

Anmerkung: Es ist gut und gerecht, durch Waffengewalt zu sterben. Es ist besser, wenn kein Gerichtsverfahren, sondern eine Hinrichtung stattfindet. Und an allem war die NATO nicht beteiligt. Und alle zeigen das Bild einer blutüberströmten Leiche. So reden und handeln bürgerliche Medien und Experten, die ansonsten so stolz auf die westlichen Demokratien mit ihren vermeintlichen Menschenrechten sind.

Öl? Verschwörungstheoretiker!

Der päpstliche Nuntius in Tripolis, Bischof Innocenzo Martinelli, erklärte am Donnerstag gegenüber dem Deutschlandfunk, das einzige Ziel des Kriegs um Libyen sei es, »die besten Förderstellen zu sichern (und) Libyens Gas‐ und Ölvorräte auszubeuten«. Es tue ihm leid, das »so unverblümt« sagen zu müssen, »aber der Egoismus der beteiligten Länder ist unübersehbar«.

- Junge Welt vom 26. August 2011

Anmerkung: Selbst Bischöfe fallen jetzt auf linke Spinner und Verschwörungstheoretiker rein. Unglaublich! Die Massenmedien haben Recht. Es geht um Menschenrechte, Frieden, Demokratie und Freiheit in Libyen! SpiegelOnline, die Tagesschau, die Welt, die TAZ, die FAZ, die Süddeutsche — ja, alle berichten und schreiben dass der böse, grausame und unmenschliche Diktator, Despot, Tyrann Gaddafi, der neue Hitler ist! Saddam Hussein und Osama Bin Laden sind ja schon öffentlichkeitswirksam hingerichtet worden. Die Welt besitzt einfach zuviele Hitlers, dass in deren Ländern zufällig Öl ist, dafür können wir ja nichts, oder?

Warum Libyen‐Krieg?

Viele werden sich durch die bürgerlichen Massenmedien nicht ausreichend informiert fühlen und werden sich fragen, warum die NATO so verdammt scharf darauf ist, in Libyen einzugreifen und zu bomben? Vor allem, weil Assad gerade in Syrien auf seine Bevölkerung losgeht, die internationale Gemeinschaft aber keinen Finger rührt. Das Geschwafel um Menschenrechte, die eine humanitäre Intervention nötig machen, haben wir schon oft genug gehört. Nicht selten entpuppte es sich als dreiste Lüge, um Interessenspolitik zu kaschieren und ungehindert Krieg führen zu können. Davon abgesehen greift die internationale Gemeinschaft in Darfur seit Jahren nicht ein, obwohl es dort einen systematischen Völkermord gibt. Hier ein Erklärungsversuch, warum auch gerade Frankreich so verdammt heiß auf Libyen sein könnte:

Zum Beispiel ist das libysche Rohöl von exzellenter Qualität, und seine Fördergebiete liegen in kostengünstiger Entfernung zu den europäischen Raffinerien. Gegenwärtig macht das libysche Erdöl rund 15 Prozent des Verbrauchs in Frankreich aus und knapp unter 10 Prozent des Gesamtverbrauchs der Europäischen Union.

- Jean‐Pierre Sereni, »Am Anfang war der Rote Scheich«, Le Monde Diplomatique, Ausgabe April 2011, Seite 5