Freudscher Versprecher?

Einen amüsanten Artikel gibt es auf Spiegel Online (Kommentare bei Putin‐Themen natürlich gesperrt):

Spiegel Online vom 1. Dezember 2015

Spiegel Online vom 1. Dezember 2015

Abgesehen davon, dass Putin mal wieder und immer und sowieso der Böse ist, folgt der Brüller im Artikel (click to enlarge):

spon_patzerEs wird noch absurder: focus, n‐tv, tagesspiegel und faz haben alle den exakt gleichen Satz in ihren Artikeln. Schön von Reuters/AP/AFP kopiert ohne den Inhalt zu überprüfen. Mal sehen, wann der »Fehler«, also die Wahrheit wieder zur Lüge gemacht und das »nicht« wieder klammheimlich eingefügt wird. Erdogan müsste ansonsten sofort zurücktreten. :MRGREEN:

5 Gedanken zu “Freudscher Versprecher?

  1. Hm, das ist nicht unleicht. ;)

    Durch die doppelte Verneinung in diesem Satz kann man diesen sowohl »so als auch so« interpretieren. Ohnehin handelt es sich ja um eine Übersetzung. Ich weiß ja nicht, was Erdogan ganz exakt gesagt hat. Also müsste man sogar eventuell diesen Satz dem Übersetzer um die Ohren schlagen.

    Wenn man den Satz nämlich so liest, dass »unehrlich und treiben diese Art von Handel mit Terroristen« eine Aufzählung bilden, bei dem sich das »nicht« auf beide Bestandteile bezieht, kehrt sich der Sinn dieser Aussage komplett um.

    Wenn man allerdings das »nicht« nur auf das direkt danach stehende »unehrlich« anwendet, passt es, was Du schreibst. Im Normalfall liest »man« das eigentlich ja auch so. Was das vorherige Verständnis aber eben auch nicht ausschließt.

    Insofern ist es auf jeden Fall eine selten dämlich gewählte Formulierung. Daraus lässt sich aber mMn nicht zwingend das von Dir oben beschriebene Verständnis ableiten. Jeder darf darunter verstehen, was er gern möchte. Mangelhafter Journalismus.

    Etwas anderes wäre gewesen, wenn geschrieben worden wäre: »Wir sind ehrlich und treiben diese Art von Handel mit Terroristen.« Dann gäbe es keine Interpretationsprobleme.

  2. @Lutz Hausstein

    Ich lese da zwei Hauptsätze. 1.) »Wir sind nicht unehrlich« 2.) »Wir treiben diese Art von Handel mit Terroristen«. Auch wenn sich der zweite Satz auf den ersten bezieht, kann er ganz gut auch alleine da stehen. Denn »diese Art von Handel« wird ja im ersten Satz nicht erklärt. Also welcher Handel genau.

    Insofern mag es an einer schlampigen Übersetzung liegen (ich kann leider kein türkisch, um das Original zu überprüfen ;) ) oder eben um einen freudschen Versprecher oder einen dicken Fehler eines Nachrichtenagentur‐Journalisten, der das »nicht« nach »diese Art von Handel mit Terroristen« schlicht vergessen hat. So oder so, dass das bei so einem wichtigen politischen Thema niemandem auffällt, ist wieder eine Botschaft für sich.

  3. Um meinen Gedankengang vielleicht nochmal etwas deutlicher hervortreten zu lassen.

    Das »nicht« steht zwar nur einmal im diesem Satz, könnte (und die Betonung liegt auf »könnte«) sich aber auf beide Teile dieser Aufzählung (sofern man es als Aufzählung versteht) beziehen.

    So wie beispielhaft folgender Satz: »Ich kann nicht Ski laufen und Fahrrad fahren.« Nun könnte man meinen, dass ich zwar nicht Ski laufen kann, aber zumindest Fahrrad fahren. Denn es steht ja nur dort, dass ich nicht Ski laufen kann. Ich wollte aber zum Ausdruck bringen, dass ich beides nicht kann. Eindeutiger wäre es aber gewesen, wenn ich gesagt hätte: »Ich kann nicht Ski laufen und auch nicht Fahrrad fahren.«

    Mir ist schon klar, dass wir beide sehr nahe beieinander liegen. In Deinem letzten Satz stimmen wir dann ja auch wieder vollständig überein. Nur sehe ich keine ZWINGENDEN Widerspruch in dem bemängelten Satz, nur einen MÖGLICHEN. Mit größerer Wahrscheinlichkeit aber einen katastrophalen, weil nicht unmissverständlich formulierten Satz.

    Ups. ;) Jetzt habe auch ich eine doppelte Verneinung. Zum Glück aber nicht missverständlich.

  4. Das russische Verteidigungsministerium hat nun den Beweis geliefert (Satellitenbilder), dass die Türkei (NATO‐Mitglied) Öl‐Geschäfte mit dem IS macht. Kaum ein deutsches Lei(d)medium hat darüber berichtet. Es wird totgeschwiegen. Und wenn dann in abwertender Weise: »angebliche Beweise«. Warum schickt man keine UNO‐Beobachter an die türkische Grenze? Keine eigenen NATO‐Aufklärer? Investigative Journalisten? Nur so könnte man selbst überprüfen, ob die Beweise echt sind. Da dies aber nicht passiert, will man das wohl auch gar nicht »wissen« bzw. man weiß es sowieso und will eben verschweigen, dass die Türkei Terroristen finanziert.

  5. .....könnte, könnte, könnte... .

    .........»Ich kann nicht Ski laufen und Fahrrad fahren.« .........könnte man auch interpretieren, dass man beides nicht gleichzeitig kann...lach

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