Der Anschlag (23)

anschlag_teaserDer Präsident vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall, Dr. Rainer Dulger, fordert, dass sich Arbeitsrechte und Tarifbestimmungen nach der Wettbewerbs‐ und Profitfähigkeit von Unternehmen -und nicht nach gesellschaftlichen, moralischen oder humanistischen Prinzipien‐ richten sollten. Die SPD findet das gut.

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Der Bertelsmann Verlag und Amazon haben sämtliche Publikationen von Karl Marx, Herbert Marcuse, Aldous Huxley, George Orwell, Theodor W. Adorno und vielen weiteren gesellschafts‐ und systemkritischen Autoren aus ihrem Sortiment genommen. Beide Buchanbieter seien sich einig, dass dies verschwörungstheoretischer Populismus und somit Verdummung sei.

Presseblick (40)

Harald Schumann, investigativer Journalist beim Tagesspiegel und Regisseur der durchaus empfehlenswerten Video‐Dokumentation: »Die Troika — Macht ohne Kontrolle« behauptet auf Telepolis: »Wenn man den Mächtigen nach dem Maul schreibt, bekommt man die besseren Honorare.« Völlig richtig. Leider verharmlost auch er die Eigentum‐ und Machtverhältnisse der Massenmedien, indem er die einseitige Propaganda bei der Russland‐ und Griechenland‐Berichterstattung so kommentiert: »Die Kollegen haben es getan, weil es einfach war. Man konnte sich der Aufmerksamkeit des Lesers und des Zuschauer sicher sein. Es war eine Story.« Von redaktionellen Vorgaben, Selbstzensur, vorauseilendem Gehorsam, Kopfscheren und Atlantik‐Brücke‐Journalisten ist keine Rede. Denn wer die Eigentumsverhältnisse sowie die zunehmende Gleichschaltung der Massenmedien thematisiert, gehört heute schon zu den Verschwörungstheoretikern. Weiterlesen

Verflüssigte Selbstreflexion

Die Konsumgesellschaft benötigt die Dienste von Absatzspezialisten, welche in allen Künsten der Überredung geübt sind. Unter einem System freien Wettbewerbs ist kommerzielle Propaganda mit allen und jeden Mitteln absolut unentbehrlich. [...] Was nachweislich gut ist, bezogen auf die Wirtschaft, kann für Menschen alles andere als gut sein.

- Aldous Huxley, »Wiedersehen mit der Schönen Neuen Welt«, Piper Verlag, München 1987, S. 54

Anmerkung: Glückliche, kritische und ausgeglichene Menschen sind schlecht fürs Geschäft. Industrie und Wirtschaft haben insofern ein immanentes Interesse daran, die Menschen stets unglücklich, ängstlich und unkritisch zu halten und wenn nötig: sie unzufrieden zu machen. Denn nur wer stets Bedürfnisse, Sorgen und Ängste hat, dem kann man auch erfolgreich etwas verkaufen. Das Schlimmste, was Konzernen und Unternehmen passieren kann, ist, dass immer mehr Menschen beschließen, mit dem was sie haben, zufrieden zu sein.

Image ist alles

 Die Schönheitsmittelerzeuger verkaufen nicht Lanolin, sie verkaufen Hoffnung. [...] Wir kaufen nicht mehr Orangen, wir kaufen Lebenskraft. Wir kaufen nicht einfach ein Auto, wir kaufen Prestige. In Wodka und Whiskey kaufen wir nicht ein Protoplasmagift [...], wir kaufen Gemütlichkeit und gute Kameradschaft.

- Aldous Huxley, »Wiedersehen mit der Schönen Neuen Welt«, Piper Verlag, München 1987, S. 57

Anmerkung: Produkte werden zu einem großen Teil nicht mehr wegen ihrer vermeintlichen Qualität, sondern wegen dem, was sie vermitteln, gekauft. Coca Cola wirbt mit dem Slogan: »Mach Dir Freude auf«. Man trinkt also kein Zuckerwasser, sondern Lebensfreude.