Image ist alles

 Die Schönheitsmittelerzeuger verkaufen nicht Lanolin, sie verkaufen Hoffnung. [...] Wir kaufen nicht mehr Orangen, wir kaufen Lebenskraft. Wir kaufen nicht einfach ein Auto, wir kaufen Prestige. In Wodka und Whiskey kaufen wir nicht ein Protoplasmagift [...], wir kaufen Gemütlichkeit und gute Kameradschaft.

- Aldous Huxley, »Wiedersehen mit der Schönen Neuen Welt«, Piper Verlag, München 1987, S. 57

Anmerkung: Produkte werden zu einem großen Teil nicht mehr wegen ihrer vermeintlichen Qualität, sondern wegen dem, was sie vermitteln, gekauft. Coca Cola wirbt mit dem Slogan: »Mach Dir Freude auf«. Man trinkt also kein Zuckerwasser, sondern Lebensfreude.

8 Gedanken zu “Image ist alles

  1. Genauso ist es.

    Als ich die Zeilen oben las, fiel mir sofort »Die geheimen Verführer« von Vance Packard, ein. Weiterhin kam mir die aufdringliche Lautsprecherstimme auf dem Jahrmarkt vor 5 Jahrzehnten in den Sinn.....Tempo,tempo,tempo......

  2. Dieser Autor ist mir ein Rätsel. 1932 schreibt er ein Buch, das seit dem zu jeder Zeit akteull ist und 20 Jahre später schreibt er noch eines, das gleich aktuell geblieben ist. Wie geht das? Ist die Zeit seit dem stehen geblieben? Oder hat er einen solchen Weitblick gehabt?
    Auch dieses Zitat. Es könnte von einem Mensch der Gegenwart kommen. Jeder, der es nicht kennt und fragend auf der Suche nach Verstehenssequenzen über die Welt ist, kann hieran einen Antwortpartikel finden. Und vermutlich die nächsten 50 Jahre auch noch.

  3. »Man trinkt also kein Zuckerwasser, sondern Lebensfreude.«

    Für mich ist Nike das Paradebeispiel. Diese Firma hat alles was geht ausgegliedert. Obwohl die Firma eigentlich nur noch aus dem Besitz der Markenrechte besteht, zahlt man für ein T‐Shirt deutlich mehr als für ein gleichwertiges ohne Logo.

  4. Schon Neil Postman hat zu Beginn der 1980er plausibel aufgedröselt, dass nicht Orwells, sondern Huxleys Dystopie uns viel wahrscheinlicher blühen wird. Mit jedem verstreichenden Jahr bin ich sicherer, dass er recht hatte.

  5. Naja, wie weit Angebot und Nachfrage, sich selber wollen, ist eine Frage der Unabhängigkeit davon. Auf beiden Seiten. Der alte Alien, hatte sich auch mal nur als Persiflage auf etwas anderes verstanden. Dann ist er zum Image geworden. Das letzte, — was er selber wollte. Diesen Kreislauf zu durchbrechen, bedarf nicht nur der Ehrlichkeit des Angebotes, sondern einer Nachfrage, — die tatsächlich unabhängig davon ist. Da sieht’s ziemlich müde aus.

  6. @epikur

    Vielen Dank für das Link !

    Mit Begeisterung habe ich »Das Verschwinden der Kindheit, Wir amüsieren uns zu Tode undKeine Götter mehr« gelesen.

    Das Technopol und Die zweite Aufklärung kenn ich noch nicht und werde sie mir sofort bestellen.

    Neil Postman schreibt klar und ausdrucksvoll.

    Schon 1983, als ich in »Wir amüsieren uns zu Tode« las, hab ich mich endgültig vom Nepp, der damals im Fernsehen begann, distanziert.
    Gleichzeitig entwickelte sich bei mir eine sozialkritische Haltung, die ich mit dem Verdummungsapparat Fernsehen, nicht erlangt hätte. Bis aufs Kabarett meide ich das Fernsehen heute noch.

  7. Richtig peinlich wirds , wenn sich Leute ernsthaft für was Besseres halten , weil sie dies und jenes anhaben oder besitzen und dann anfangen , Andere deshalb herabzuwürdigen.
    Verkehrte Welt — tatsächlich sind diese Markenjünger diejenigen , die besser verarscht werden können und damit die eigentlichen Idioten , aber offenbar ist dieser Typus auch noch stolz auf die eigene Einfältigkeit.

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