Artikel mit ‘Erich Fromm’ getagged

TINA lebt

04. Februar 2012 von epikur

Ich spreche von der Ansicht, es gebe keine Alternativen zum Monopolkapitalismus, zum sozialdemokratischen oder sowjetischen Sozialismus oder zum technokratischen Faschismus mit lächelndem Gesicht. Die Popularität dieser Ansicht ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, dass kaum der Versuch unternommen wurde, die Möglichkeiten einer Verwirklichung völlig neuer Gesellschaftsmodelle zu untersuchen.

- Erich Fromm, »Haben oder Sein«, dtv, München 1976, Seite 22

Anmerkung: Der überzeugte Humanist Fromm formulierte dies bereits vor über 35 Jahren. Heute ist das TINA-Prinzip (there is no alternative) zur Marktwirtschaft bzw. zum Kapitalismus oder wie auch immer man das Profite-vor-Menschen-System bezeichnen mag, allgegenwärtig. Bis weit in die Linke hinein herrscht eine »Alternativlosigkeit« zum Kapitalismus vor. Ja man weigert sich sogar vom »Kapitalismus« zu sprechen und benutzt Euphemismen wie die »soziale Marktwirtschaft« oder spricht von einer Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz (SPD-Jargon).

Das sexuelle Kapital

07. Mai 2011 von epikur

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu entwickelte in seiner Kulturtheorie vier Kapital-Begriffe: das ökonomische Kapital, das kulturelle Kapital, das soziale Kapital und das symbolische Kapital. Jeder Mensch besitzt und verinnerlicht diese Kapitalarten. Sie zeigen sich in individuellen Denk– und Verhaltensmustern, Wahrnehmung und Auftreten oder kurz: im Habitus. Dieser Habitus verdeutlicht eine real existierende Klassengesellschaft, die sich eben nicht nur in feudalen Kriterien offenbaren. Erweitert man nun die Kapitalarten Bourdieus mit den Werken des Psychoanalytikers Erich Fromm und den Thesen des französischen Skandalautors Michel Houellebecq, so ergibt sich eine fünfte Komponente: das sexuelle Kapital. Weiterlesen »

Was ist Glück?

08. Januar 2010 von epikur

»Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst.«

- Dale Carnegie

In letzter Zeit bekomme ich immer wieder zu hören, dass Glück bedeute, einen Lebenspartner, Haus, Geld, Kinder, Auto und einen Garten zu haben, zu besitzen. Ein »erfolgreiches« Leben ist für viele im Kapitalismus eben viel Besitz zu haben — abstrakte wie fassbare Dinge. Unsere Sprache ist derart marktwirtschaftlich korrumpiert, dass selbst das Streben nach Glück, kaum mehr mit wahrer Freude, Leben im Sein und schöpferischem Handeln identifiziert wird, sondern vor allem mit einem sozialen Status, mit Haben-Denken. Kaum jemand hinterfragt, diese Glücksformel einmal — sie wird als natürlich gegeben angesehen. Weiterlesen »

Glück und Freude

10. Juli 2009 von epikur

Der große Psychoanalytiker Erich Fromm betont, worin der Unterschied zwischen Glück und Freude besteht und wie Glück heute definiert wird. Die Fähigkeit zu lieben und zu denken, macht seiner Meinung nach das »Menschsein« aus. Wir empfinden zwar Vergnügen und Lust, aber kaum echte Freude.

Das große Fressen

07. Dezember 2008 von epikur

Kurz vor Weihnachten »erblühen« überall in Deutschland die Weihnachtsmärkte. Außer allerlei Plunder und Kram gibt es dort vor allem jedemenge (oder eigentlich sogar fast nur) zu Fressen und zu Saufen.  Zuckerwatte, Würstchen, Nackensteaks, kandidierte Äpfel, gebrannte Mandeln und vieles mehr. Als wenn die Großstädte in Deutschland nicht eh schon genug Imbisse und Fressbuden hätten. Weiterlesen »

Liebe im Kapitalismus

26. Oktober 2008 von epikur

Der Psychoanalytiker, Autor und Humanist Erich Fromm hat schon vor über 50 Jahren in zahlreichen Büchern deutlich gemacht, wie und in welcher Form der Kapitalismus den Menschen verändert. In einem seiner berühmtesten Werke »die Kunst des Liebens« von 1956 (!) beschrieb er,  wie die Beziehungen der Menschen, d.h. die Liebe zueinander vom Kapitalismus geprägt, gesteuert — ja bestimmt wird. Menschen verkaufen sich auf dem »Persönlichkeitsmarkt«, möchten ein »gutes Geschäft« machen und sehen sich selbst dabei immer als ein Objekt und nicht als ein Subjekt an. Fromm legte dar, dass die romantisierende Vorstellung einer altruistischen Liebe (durch zahlreiche Bücher, Filme usw. erzeugt) im krassen Widerspruch zum kapitalistischen Ideal des Egoismus, des Wettbewerbs und des Konkurrenzdenken steht. Weiterlesen »

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