Neulich im Club

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Let’s rock!

Auch mit rund 40 Jahren gehe ich noch regelmäßig tanzen. Man ist schließlich so alt, wie man sich fühlt und gibt. Nur scheint meine Umgebung ebenfalls älter bzw. spießiger zu werden. Als ich vor kurzem zum ersten Mal in der »Kalkscheune« im Keller in der Abteilung »Metal/Rock« war, fing der DJ gegen 3:10 Uhr auf einmal an, unmögliche Lieder zu spielen. Ich hielt das zunächst für einen schlechten Scherz. Als jedoch die Menschen scharenweise den Floor verließen, machten sie auf einmal die Tür hinter sich zu. Von den insgesamt 4 Floors wurden gleich drei um ca. 3:20 Uhr komplett geschlossen. Bei 12 Euro Eintritt machen sie um halb vier Uhr morgens schon schlapp? :NENE:

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wurde bis morgens um 6 Uhr und länger Musik aufgelegt. Da war der Kunde, in diesem Fall das tanzende und trinkende Publikum, König. Da waren die Türsteher primär dafür da, Ärger fern zu halten und nicht, um die Taschen nach Getränken zu durchwühlen, damit das Partyvolk schön das teure Zeug drinnen kaufen muss. Von dem versteiften, verkrampften Publikum, die mehr rauchen, saufen und rumstehen, als sich zu amüsieren, wollen wir erst gar nicht anfangen. Zeitgeist, wohin man schaut.


» »Neulich...«

Das Verschwinden der Hobbys

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs‐, Konkurrenz‐ und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Laut wikipedia leitet sich das Wort Hobby von »hobby horse« (Steckenpferd) ab. Es ist eine zweckfreie Tätigkeit, die kein direktes Ziel hat, außer der eigenen Entspannung, Zufriedenheit und Freude zu dienen. Im Zeitalter der neoliberalen Selbstoptimierung, in der wirklich jede Tätigkeit einen persönlichen Vorteil und Nutzeneffekt generieren muss, ist es wenig verwunderlich, dass immer weniger Menschen einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, die auch Mut zu Schwäche und Fehlern erfordert. Aber selbst ein Teilzeit‐Leben -neben dem Erwerbsleben‐ ohne Leistungsdruck, Wettbewerbsdenken und Haben‐Habitus können sich viele überhaupt nicht mehr vorstellen. Zwischen optimieren und konsumieren gibt es aber mehr, als nur die schnöde Lohnarbeit. Weiterlesen

Wirtschaftskultur

»Seit ein paar Jahren denken manche Leute aus der Musikbranche mehr ans Geld als an alles andere. Die Musiker werden manipuliert. Sie unterzeichnen Knebelverträge und müssen ihre Urheberrechte auf Lebenszeit an diese Unternehmen abtreten. Für die ist Musik bloß Content, den man zu Geld machen kann, nicht die Frucht künstlerischer Arbeit.«

Frage: Von welchem Land ist hier die Rede?

Der pädagogische Happen (7)

_happen_-Gespräch zwischen zwei Vätern. Vater A (von Elias: 7 Jahre alt.) und Vater B (von Lionel: 6 Jahre alt)-

Vater A: »Du sag mal, spielt Dein Kind ein Instrument?«

Vater B: »Nein. Ich habe versucht es ihm schmackhaft zu machen, aber er hat dafür einfach kein Interesse. Also lasse ich es sein.«

Vater A: »Ach so. Also der Elias spielt Klavier. Ich bringe es ihm bei. Jeden Montag und Donnerstag jeweils eine Stunde.«

Vater B: »Und macht es ihm Spaß?«

Vater A: »Ich denke schon.«

(-10 Jahre später‐)

Lionel: »Ey, schau mal da steht ein Klavier. Willste uns nichts vorspielen?«

Elias: »Boah ne, lass mal, Dicker! Ich hasse das Teil. Jahrelang hat mich mein Vater gezwungen, Klavier zu spielen. Bin froh, dass es vorbei ist!«

Lionel: »Wie jetzt? War nicht cool?«

Elias: »Ne. Überhaupt nicht.«

Neulich Zuhause

Nachbarn

© epikur

epikur: Hallo Herr XY, es ist 2:00 Uhr in der Nacht und ich kann wegen ihrer lauten Musik nicht schlafen! Könnten Sie sie bitte ausmachen oder zumindest leiser stellen?

Nachbar:
(gereizt) Die ist doch schon total leise! Außerdem ist Wochenende! Und wenn Sie sich unbedingt beschweren wollen, dann sagen Sie mal was zu den Leuten, die nachts ihren Müll so laut wegwerfen. Das hört man im ganzen Haus!

epikur: Ich muss morgen früh um 5:00 Uhr aufstehen und arbeiten gehen, also in drei Stunden. Davon abgesehen gibt es eine gesetzliche Nachtruhe von 22:00 bis 7:00 Uhr. Auch am Wochenende. Sie können gerne tagsüber ihre Musik aufdrehen, aber bitte nicht in der Nacht. Ich höre Ihre Musik in meiner Wohnung laut und deutlich. Könnten Sie sie jetzt bitte leiser stellen oder ausmachen, damit ich schlafen kann? Weiterlesen

»Ich will aber nicht immer nur...«

Ich habe auf die Musik von Floh de Cologne schon öfters hingewiesen. Sie ist aber immer noch hochaktuell. Heute gibt es, wie ich finde, keine vergleichbare Band, die es schafft, das Lebensgefühl und die gesellschaftlichen Zustände so pointiert und bissig rüber zu bringen. Stattdessen haben wir heute leicht verdauliche Konsummusik und inszenierten Casting‐Schwachsinn.

Game Soundtracks

Die Spieleindustrie macht seit einigen Jahren Milliardenumsätze. Laut einer Studie des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) ist mehr als jeder vierte Bundesbürger ein Gamer. Insgesamt gebe es etwa über 23 Millionen, die regelmäßig Computer‐ und Videospiele spielen. Dennoch haftet dem »zocken« immer noch das negative World of Warcraft (WOW) — Syndrom an: die Spieler seien sozial isolierte Nerds, potentielle Amokläufer und Süchtige. Mittlerweile gibt es auch sehr hervorragende Soundtracks, die in der Öffentlichkeit relativ wenig Beachtung finden. Im folgenden eine kleine persönliche Auswahl. Weiterlesen