Artikel mit ‘philosophisch’ getagged

Der schöne Schein

24. April 2011 von epikur

Kann es Authentizität in einer Welt voller Verkäufer, Marken, Images, Logos und Corporate Identitys überhaupt noch geben? Woran erkennt man, dass man ganz bei sich selbst ist und nicht fremdbestimmt handelt? Sich zu verkaufen, sich positiv zu präsentieren und zu inszenieren, unabhängig von der eigenen Gemütslage und Persönlichkeit, wird nicht nur in der Lohnarbeitswelt gefordert, sondern ist auch gang und gäbe im zwischenmenschlichen Bereich. Vielen geht das ins Blut über. Besucht man diverse Singlebörsen, präsentieren sich die Nestsucher von ihrer vermeintlichen Schokoladenseite. Sie möchten, dass ein verkaufsförderndes Bild im Persönlichkeitsmarkt über sie entsteht. Der Glaube an Marken, Bilder und Images hat zunehmend den Rang eines religiösen Dogmas. Weiterlesen »

Der Ernst des Lebens

13. Oktober 2010 von epikur

Das Leben ist schon eine ernstzunehmende Angelegenheit. Wir werden in die Welt hineingeworfen und müssen von da an mit allem fertig werden. Oft sogar ganz alleine. Das Leben ist voller Ernsthaftigkeit und wir haben nichts zu lachen.

Was Eltern sagen, müssen wir ernst nehmen. Wir sollen schließlich Respekt, Anstand und Ordnung lernen! Ansonsten müssen wir Sanktionen spüren oder werden ins Heim gesteckt. Weiterlesen »

Vermeintliche Größe

11. Oktober 2010 von epikur

Für viele Menschen scheint es nur zwei Möglichkeiten zu geben, Selbstbewusstsein und Größe zu erlangen:

  1. Ich mache andere Menschen nieder, drücke sie runter, so dass ich über ihre Köpfe hinweg sehen kann.
  2. Ich erhöhe mich selbst, stelle mich auf einen Stuhl, so dass ich größer als alle Menschen um mich herum bin.

Wahre Größe kommt von innen und braucht keinen äußeren Bezugspunkt.

Gedanken über den Tod

10. Juli 2010 von epikur

Ich werde sterben. Irgendwann ganz sicher. Soviel steht fest. Eigentlich bräuchte ich mir jetzt keine Gedanken darüber zu machen. Denn ich bin gesund und fühle mich gut. Dennoch wird jedem von uns dieses Schicksal erreichen. Jedem! Also auch mich. Im folgenden ein paar Gedankenfragmente dazu.

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Die Aura des Menschen

08. Juni 2010 von epikur

Jenseits unserer fünf Sinne, unseres Intellekts und unserer Emotionen gibt es eine weitere Art der Wahrnehmung, die wir zunehmend verlernt haben: die Aura eines Menschen zu erkennen. Es ist weder Charme, Sympathie, Charisma oder Aussehen, das die Aura ausmacht. Denn in einer Zeit, in der wir uns Masken aufsetzen, uns ständig verkaufen müssen und unser Image pflegen, werden diese Eigenschaften nicht selten instrumentalisiert. Die Aura eines Menschen hingegen, ist unverfälscht, nicht manipulier– oder beeinflussbar. Kinder und Tiere (Hunde, Katzen) sind noch in der Lage diese Aura des Menschen zu sehen. Weiterlesen »

Massenkonformes Wohnen

28. Mai 2010 von epikur

Das Thema der medialen Gleichschaltung in Deutschland habe ich hier schon öfters angesprochen. Wer sich wochenlang täglich verschiedene Tageszeitungen kauft oder sich einfach die Schlagzeilen der Online-Ausgaben anschaut, bekommt schnell ein massenkonformes Denken um die Ohren geknallt. Wie immer ist es einfach, auf andere zu schauen und ihnen eine Konformität vorzuwerfen. Wie sieht es aber z.B. mit unserer aller Wohnungsgestaltung aus? Weiterlesen »

Die Systemfalle

19. Mai 2010 von epikur

An Prinzipien festzuhalten und an Ideale zu glauben, ist in einer Welt des gelebten Eigennutzes ein schwieriges Unterfangen. »Wir sind hier nicht bei wünsch Dir was, sondern bei so isses!« — diese StudiVZ-Gruppe predigt den Wendehals-Pragmatismus als Lebensprinzip und schwört allen Träumen ab. Eigennutz als Religion und Lifestyle. Weiterlesen »

Selbstbewusstsein

07. Mai 2010 von epikur

Sich seiner Selbst bewusst zu sein bedeutet nicht, sich seiner äußerlichen Attraktivität bewusst zu sein. Einer unserer heutigen großen Unglücklichmacher ist der eigene Perfektionismus in Sachen Aussehen und Attraktivität. Wer sein Selbstbewusstsein (bzw. weniger vorhandenes) vorrangig aus seinem eigenen Aussehen bezieht, baut das Fundament seiner Persönlichkeit und seines Charakters auf wackeligem Boden. Wir alle werden alt, faltig, bekommen graue Haare und werden eines Tages sterben. Der Versuch dies aufzuhalten zeigt eben auf, dass man sich seiner selbst eben nicht bewusst ist, sich selbst verleugnet.

Wir sollten uns nicht der sexualisierten Gesellschaft unterwerfen. In ihrem Schönheits– und Jugendwahn hinterlässt diese Gesellschaft nur massenweise verunsicherte Menschen voller Komplexe.  Wir sollten unser Selbstbewusstsein aus unseren Hobbys, Interessen, Neigungen, Leidenschaften und unseren Beziehungen zu anderen Menschen beziehen. Denn die sind –im Vergleich zur Lohnarbeit oder des eigenen Aussehens– weniger vergänglich und oberflächlich.

Tierethik und die Konstruktion der Welt

21. Februar 2010 von epikur

Der Eisbär Knut und sein PflegerDiebisch wie eine Elster, geschmeidig wie eine Katze, schlau wie ein Fuchs, scheu wie ein Reh oder stumm wie ein Fisch? Fabeln und Märchen weisen Tieren Eigenschaften zu, personalisieren sie. Wir werden mit diesem Kulturkontext groß, leiten daraus moralisch gerechtfertigte Entscheidungen ab. Spinnen sind für viele eklig, hinterlistig und böse. Sie zu töten, sie zu zertreten bereitet den wenigstens ernste Gewissensbisse. Würde aber jemand öffentlich eine Katze töten, wäre der Aufschrei groß. Zumindest in Deutschland. Kann man Tieren einfach Kategorien wie »gut« und »böse« zuweisen? Hat nicht jedes Tier, jedes Lebewesen seine Berechtigung? Und auch wenn diese moralischen Kategorien erzogen worden sind, so erscheinen sie mir doch willkürlich festgelegt. Weiterlesen »

Was ist Glück?

08. Januar 2010 von epikur

»Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst.«

- Dale Carnegie

In letzter Zeit bekomme ich immer wieder zu hören, dass Glück bedeute, einen Lebenspartner, Haus, Geld, Kinder, Auto und einen Garten zu haben, zu besitzen. Ein »erfolgreiches« Leben ist für viele im Kapitalismus eben viel Besitz zu haben — abstrakte wie fassbare Dinge. Unsere Sprache ist derart marktwirtschaftlich korrumpiert, dass selbst das Streben nach Glück, kaum mehr mit wahrer Freude, Leben im Sein und schöpferischem Handeln identifiziert wird, sondern vor allem mit einem sozialen Status, mit Haben-Denken. Kaum jemand hinterfragt, diese Glücksformel einmal — sie wird als natürlich gegeben angesehen. Weiterlesen »

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