Fressen als Fetisch

fressen_fetischKochsendungen mit und ohne Promis, Kochbücher auf den Bestseller‐Listen, Foodblogger und Food Events wie die Berlin Food Week, Erlebnis‐Restaurants (wie beispielsweise das Dunkelrestaurant) oder der Billig‐Italiener um die Ecke, Dinner Shows, Restaurant‐Kritiker und Bewertungsportale wie yelp.de, Ernährungstipps und Trainer, Gourmet‐Köche, dogmatische Vegetarier oder fanatische Veganer, Fast Food – Jugendhype, Magersucht‐Kotz‐Models, Kino‐Popcorn‐Reinstopfer, Omas Kochkünste, Bio‐Besseresser, Kochduelle, Diät‐Wahnsinn oder dutzende Rezepte‐Webseiten: essen und kochen ist für viele Menschen nicht einfach nur ein Grundbedürfnis des Körpers, sondern Leidenschaft, Obsession und Fetisch. Weiterlesen

Scheiss Zucker!

zucker_titelEssen war und ist für mich, im Angesicht von knapp einer Milliarde hungernden Menschen auf der Welt, ein Luxus‐Thema. Dennoch kotzt mich die Lebensmittelindustrie zunehmend an. Es gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen, wenn man in einem gewöhnlichen Supermarkt etwas ohne mindestens 30 Prozent Zucker‐ und/oder Fettanteil, ohne Glutamate, Zusatz‐ oder Konservierungsstoffe kaufen will. Und es genügt auch nicht, einfach nur in einen Bioladen zu gehen und mehr Kohle auf den Tisch zu legen, das beruhigt zwar das eigene Gewissen und man kann sich als Besser‐Esser‐Bio‐Öko‐Grün‐Gutmensch inszenieren, aber auch im Bioladen lauern viele Gesundheitsfallen und Etikettenlügen. Weiterlesen

Fressen, ohne gefressen zu werden

  1. Den Spanier fand ich jetzt nicht so gut, die Nachos waren pappig.
  2. Hast Du schon mal Hirsch gegessen?
  3. Lass uns mal wieder schick essen gehen!
  4. Ich find ja »die Kochprofis« cooler als »das perfekte Dinner«!
  5. Ich hätte mal wieder Lust auf den Italiener um die Ecke. Die Pasta dort schmeckt echt lecker!
  6. Wo gibt’s hier ne Rostbratwurst?

Knapp eine Milliarde Menschen hungern weltweit. Ein gutes Sechstel der Weltbevölkerung. Das Essen, das in sich Einverleiben ist in unserer Überfluss‐und‐Haben‐Gesellschaft eine von vielen Alibihandlungen der individuellen Selbstverwirklichung. Wir sind das, was wir essen. Wir essen, um zu werden, statt zu essen, weil wir sind.

Das große Fressen

Kurz vor Weihnachten »erblühen« überall in Deutschland die Weihnachtsmärkte. Außer allerlei Plunder und Kram gibt es dort vor allem jedemenge (oder eigentlich sogar fast nur) zu Fressen und zu Saufen.  Zuckerwatte, Würstchen, Nackensteaks, kandidierte Äpfel, gebrannte Mandeln und vieles mehr. Als wenn die Großstädte in Deutschland nicht eh schon genug Imbisse und Fressbuden hätten. Weiterlesen