Artikel mit ‘Afghanistan’ getagged

ZG-Rückblick: Afghanistankrieg

31. Mai 2010 von der redaktion

Deutschland ist seit neun Jahren im Krieg mit Afghanistan. Abgesehen von Anschlägen und toten deutschen Soldaten (mittlerweile sind es um die 40) erfahren wir durch die bürgerlichen Medien wenig über das, was vor Ort geschieht. Mittlerweile ist das Thema aus der öffentlichen Debatte nicht mehr wegzudenken. Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßman hatte den Afghanistankrieg scharf verurteilt. Als Anfang April drei deutsche Soldaten in Afghanistan getötet wurden, betonte Verteidigungsminister Guttenberg dass sie »für uns gestorben« seien. Nun hat vor einigen Tagen Bundespräsident Horst Köhler gesagt, dass Kriege für »freie Handelswege«, also aus wirtschaftlichen Interessen heraus, legitim seien.

Wielange wird der Afghanistankrieg noch dauern? Werden wir eine Radikalisierung deutscher Außenpolitik erleben, die für wirtschaftliche Interessen weltweit Kriege führen wird? Ist der Krieg überhaupt zu gewinnen? Weiterlesen »

Interview mit Tobias Pflüger

29. April 2010 von epikur

Tobias Pflüger ist 1965 in Stuttgart geboren, ist deutscher Friedensforscher und Politiker. Er gründete 1996 die Informationsstelle Militarisierung e.V., gehört der Redaktion der Zeitschrift »Wissenschaft und Frieden« an und war Mitherausgeber der Monatszeitschrift »Graswurzelrevolution«. Der Friedensaktivist Pflüger ist parteilos, kandidierte in der Vergangenheit jedoch für die Linkspartei.

Am 12. April 2010 führte der Rotdorn ein Interview mit dem Friedensaktivisten über den Afghanistankrieg. Auf Rotdorn.org ist das vollständige Interview als MP3 zum runterladen zu finden. Im folgenden ein kurzer Auszug. Weiterlesen »

Raus aus Afghanistan!

24. April 2010 von epikur

Der Afghanistankrieg ist eine einzige Katastrophe. Die einzige Partei im deutschen Bundestag, die gegen den Afghanistankrieg ist und von Anfang an war, ist die Linkspartei. Nach neun Jahren Krieg hat sich die Situation in Afghanistan sogar verschlechtert. Die getöteten deutschen Soldaten werden von der Bundesregierung instrumentalisiert, um die Kriegsbefürwortung voranzutreiben. Gysi hält zu der Thematik eine gute Rede.

Sinnlos sterben. Noch heute!

10. April 2010 von epikur

Haben Sie es satt, einen Sinn in Ihrem Leben zu suchen? Keine Lust mehr auf die täglichen Strapazen und Mühen? Möchten Sie endlich etwas für Deutschland tun, statt nur für sich selbst? Kommen Sie zur Bundeswehr!

»Das militärische und zivile Engagement Deutschlands in Afghanistan dient somit der deutschen Sicherheit.«

- Bundeswehr.de

Wir geben Ihrem Leben einen Sinn, für kurze Zeit. Aber keine Sorge,  das hält nicht lange an und sie werden das Zeitliche segnen. Und das Schönste dabei: ihr Tod ist völlig sinnlos. Und trotzdem wird Bundeskanzlerin Merkel um Sie trauern. Versprochen! Noch heute bewerben!

Den Frieden diffamieren

23. Februar 2010 von epikur

Wie entwertet man am besten unbequeme Aussagen? Indem man die Person öffentlich diffamiert, ihre moralische Integrität anzweifelt. Ganz besonders beliebt ist diese Methode, wenn es um moralische Instanzen wie z.B. die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßman geht. Ihre Kritik an dem Krieg in Afghanistan wurde von Medien und Politikern gleichermaßen mißmutig aufgenommen. Wie kann es eine kirchliche Instanz nur wagen von Frieden zu sprechen und den Krieg zu verteufeln?

Welch große Propagandamaschine wir in Deutschland haben, sieht man auch daran, dass sich alle auf das Hetz-Flagschiff, die BILD, beziehen. SpiegelOnline, die Frankfurter Rundschau, der Stern, die Financial Times Deutschland und der Focus zitieren freimütig einen Artikel der BILD, indem die EKD-Ratsvorsitzende betrunken am Steuer erwischt wurde. Ich möchte nicht wissen, wer schon alles betrunken am Steuer erwischt wurde und wer nicht. Wäre es kein Politikum wie Frau Käßmann, wäre diese Meldung wohl eine schnöde Boulevard-Nachricht, die nur müdes gähnen verursachen würde. Nun kann man aber sagen: »Eine Säuferin kritisiert den Afghanistan-Krieg! Die muss man nicht ernst nehmen!«.

Moderne Entmenschlichung?

03. Dezember 2009 von epikur

»Wir sind in Afghanistan, um zu verhindern, dass der Krebs sich noch einmal über das Land ausbreitet. Aber derselbe Krebs hat sich schon in der Grenzregion zu Pakistan festgesetzt.«

- US-Präsident Barack Obama in seiner Rede am 2. Dezember zur massiven Truppenaufstockung in Afghanistan

Anmerkung: Die Tutsis wurden im Völkermord von Ruanda, im Jahre 1994, von den Hutus als Kakerlaken bezeichnet. Die Juden wurden im Nationalsozialismus als Ratten und Ungeziefer diffamiert. Die Taliban sind nun der Krebs? Barack Obama, der Friedensnobelpreisträger spricht den Taliban ab, Menschen zu sein?

Neusprech: Bundeswehreinsatz

02. Dezember 2009 von epikur

»Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will nicht von einem Krieg in Afghanistan sprechen — trotz der sich verschärfenden Sicherheitslage und der drei bei einem Gefecht getöteten Bundeswehrsoldaten«

- Meldung auf merkur-online vom 25. Juni 2009

Deutschland befindet sich mit Afghanistan im Krieg. Um jedoch in der Öffentlichkeit eine größere Zustimmung für diesen Krieg zu bekommen, wird es seitens der Medien und der Politiker sprachlich vermieden, von einem »Krieg« zu sprechen. Stattdessen fallen Vokabeln wie Kampfeinsatz, das deutsche Engagement in Afghanistan, kriegsähnliche Zustände, bewaffneter Konflikt, Afghanistan-Einsatz, Stabilisierungseinsatz, Bundeswehreinsatz oder Mission. Offiziell wird »Deutschland am Hindukusch verteidigt«, wie der frühere Verteidigungsminister (»Verteidigung« ist hier ein Euphemismus!) Peter Struck betont hatte. Da Deutschland jedoch von Afghanistan nicht angegriffen wurde, werden vor Ort wohl eher politische, wirtschaftliche und geostrategische Interessen »verteidigt«. Euphemismen begleiten die tägliche Berichterstattung, wenn es um den Krieg in Afghanistan geht. Weiterlesen »

Karsai, der Marionetten-Präsident

20. November 2009 von epikur

»In Afghanistan ist die gegenwärtige Regierung, die wir unterstützen und überhaupt erst ins Amt gehievt haben, massiv am Drogenhandel beteiligt, sie verkauft Stellen bei der Polizei, der Armee und im öffentlichen Dienst. Und Gerichtsverfahren werden nach der Höhe des Bestechungsgelds entschieden. Die Beamten reißen sich alles unter die Nägel, was sie zu fassen bekommen; einige sind schon dabei erwischt worden, wie sie Munition an die Taliban verkauften. Die Wahl vom August war nicht einmal eine Travestie, sie war ein Witz: Karsais Sieg wurde verkündet, bevor die Stimmen ausgezählt waren.«

- William Polk, »Die Viet Minh, die Taliban und das amerikanische Trauma«, Le Monde  diplomatique, November 2009, Seite 7

Anmerkung: Was zur Hölle haben wir in diesem Land verloren? Die Briten und die Russen haben sich  jahrelang an Afghanistan die Zähne ausgebissen. Können und sollten wir uns überhaupt einmischen? Wielange soll der Einsatz noch dauern, wenn wir nach 8 Jahren keine nennenswerten Veränderungen verbuchen können?

Lafontaine zum Afghanistan-Einsatz

20. September 2009 von epikur

Lafontaine betont, dass vor allem die militärische Komponente gestärkt worden ist und eben nicht der Zivilaufbau in Afghanistan. Der Afghanistan Einsatz dauert mittlerweile länger als der gesamte Zweite Weltkrieg (2001−2009) und es hat bisher keine großen Veränderungen gegeben. Ganz im Gegenteil haben sich die Anschläge in Afghanistan erhöht. Wie lange soll der Einsatz noch dauern und was will man eigentlich realistisch erreichen?

Afghanistan-Debatte?

21. August 2009 von epikur

»Es ist nicht hilfreich in einer für die deutschen Soldaten sehr schwierigen Situation, den Sinn des Einsatzes infrage zu stellen«

- Bundeskanzlerin Angela Merkel im Focus vom 20. August 2009

Anmerkung: Ist es denn nach Frau Merkel überhaupt jemals »sinnvoll« den Einsatz in Frage zu stellen?

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