Höher. Schneller. Weiter.

»Die seit mehr als 30 Jahren betriebene Liberalisierung und Deregulierung von Märkten und die Privatisierung öffentlicher Güter haben keineswegs dafür gesorgt, dass Demokratie und Menschenrechte sich weltweit verbreiten und Konflikte friedlich beigelegt werden.«

- Birgit Mahnkopf. »Globalisierung, Armut und Gewalt. In: der Sound des Sachzwangs.« Blätter Edition 2006. S. 31

Anmerkung: Früher wollten wir, dass es unseren Kindern einmal besser geht. Heute wünschen wir uns nur noch, dass es unseren Kindern später nicht schlechter als uns ergehen wird. Und dennoch glauben wir weiterhin daran, dass Wachstum, Beschleunigung, Innovation sowie Produktivitätssteigerung uns zufrieden und glücklich machen können? :WTF:

Glück bremst Wachstum

»Die Anhebung des materiellen Lebensniveaus geht in den Vereinigten Staaten mit einer unglaublichen Absenkung des tatsächlichen Glücks der Mehrheit der Amerikaner einher. Diese Verringerung sei wesentlich der reellen Herabstufung der companionship, also der fundamentalen menschlichen Beziehungen, geschuldet.«

Serge Latouche. »Vom Glück zum BIP«. Blätter Ausgabe Dezember 2015. S. 89

Anmerkung: Glückfreie Profitwirtschaft. Gerade Linksgrüne und Spezialdemokraten wollen bis heute nicht verstehen und wahrhaben, dass die kapitalistische Wachstumsdynamik, unglückliche, unzufriedene, ungesunde und unausgeglichene Menschen unbedingt braucht. Als Kunden und Konsumenten, die Produkte, Dienstleistungen und Ideen erwerben, die eine Lösung der häufig gezielt konstruierten Probleme (Schönheitswahn, Minderwertigkeitskomplexe, Ängste etc.)  versprechen. Glückliche, ausgeglichene, gesunde und zufriedene Menschen sind einfach schlecht für das Wirtschaftswachstum. Insofern ist es ein unabdingbares Ziel des Kapitalismus, die Menschen zuerst unglücklich und krank zu machen, um dann das Produkt zur Heilung verkaufen zu können.

Kaufen für die Müllhalde

Gut gemachte und interessante Dokumentation über Geschichte und Entwicklung der sog. »geplanten Obsoleszenz«. Der Verschleiß der Produkte wird gezielt entwickelt, um die Konsumgesellschaft, die den Fetisch Wachstum anbetet, ins Unendliche zu steigern. »An grenzenloses Wachstum auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen glauben nur Verrückte und Ökonomen. Leider sind wir mittlerweile alle Ökonomen.«

»Rechte und Linke sind uns egal!«

linksrechtsegal_titelAntwort auf: »Ich bin doch kein Nazi!« und: »Doch, Du bist ein Nazi!«

Ohne es laut zu sagen, aber wir lieben es, wenn Ihr euch bekriegt und aufeinander losgeht. Wer wir sind? Die Herrschenden, die Eliten, der Finanzadel, Oligarchen, Milliardäre, Bankster, Manager sowie Verlags‐ und Industriebosse. Wir halten uns meist eher im Hintergrund. Wir wollen vor allem, dass unsere Geschäfte nicht gestört werden. Deshalb bezeichnen wir alle, die unsere Gewinne beeinträchtigen könnten, als polemische Verschwörungstheoretiker. Wie beispielsweise Links‐ und Rechtsradikale, die gegen uns hetzen und etwas an der Herrschaftsstruktur verändern wollen. Das müssen wir Liberale um jeden Preis verhindern! Teile und Herrsche (divide et impera) hat sich hier seit Jahrhunderten als ein sehr effektives Mittel bewiesen. Weiterlesen

Der Anschlag (12)

anschlagDer Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie die Industrie‐ und Handelskammer (IHK), haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Ausbildungsunfähigkeit der deutschen Jugend beklagt. Sie würden mit 16 Jahren noch keine 10 Jahre Berufserfahrung vorweisen können, keine fünf Fremdsprachen sprechen, keine mehrjährigen Auslandsaufenthalte absolviert und keine marktrelevanten Fortbildungen besucht haben. Außerdem würden sie keine Bereitschaft zeigen, für einen Hungerlohn zu arbeiten. Sie fordern die Politik auf, zu handeln.

In Geflügel Salami und Nürnberger Rostbratwürstchen sind Spuren von Menschenfleisch entdeckt worden. Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt (CSU), könne sich das nicht erklären, da Deutschland bei der Einhaltung von Qualitätsnormen international »vergleichsweise sehr strenge Regeln« habe, so der Politiker.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) kommt nach einer internen Studie zu dem Schluss, dass die Abdeckung von Einkaufszentren in Deutschland ungenügend sei. Für eine bedarfsorientierte Vollversorgung, sollten die Bundesbürger im Umkreis von 50 Metern mindestens ein Shopping Center aufsuchen können. Nur so könne das Wirtschaftswachstum und der Standort Deutschland weiter gewährleistet werden.

accessio lysis

In der Pränatalmedizin ist ein spektakulärer Durchbruch gelungen. Forscher aus den USA und Deutschland haben eine Wachstumspille, die sog.»accessio lysis«, für Kinder entwickelt. Die Schwangere muss die hochdosierte Tablette täglich einnehmen, damit die Gene des Ungeborenen stimuliert werden. Der Effekt: nach der Geburt dauert es nicht länger als knapp fünf Jahre bis das Kind zu einem vollwertigen Erwachsenen herangewachsen ist. Und zwar in physischer, kognitiver und emotionaler Hinsicht. Damit wird die Kindheit auf fünf Jahre begrenzt und der neue Mensch so frühzeitig zu einem produktiven Teil der Gesellschaft gemacht werden. Politik und Wirtschaft zeigten sich begeistert.

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Niedriglohnsektor steigt weiter

In einigen ländlichen Regionen Westdeutschlands machen Leiharbeit, Minijobs und Teilzeit fast die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse aus, zeigt die WSI‐Datenbank. [...] Danach sank die absolute Zahl der Normalarbeitsverhältnisse von 2008 bis 2010 um 133.000. Ihr Anteil an allen Beschäftigungsverhältnissen in der Privatwirtschaft ging sogar überproportional zurück, von 62,3 auf 61,2 Prozent. Denn zeitgleich nahmen Teilzeit und Minijobs stetig zu, im vergangenen Jahr auch wieder die Leiharbeit, nach einem Einbruch im Jahr 2009.

- Boeckler Impuls, Ausgabe 202011 der Hans‐Boeckler Stiftung

Sozial ist, was tötet!

Führende Ökonomen und Wissenschaftler bescheinigen der deutschen Wirtschaft eine neue jahrelange Krise. Hunderttausende Arbeitsplätze würden abgebaut werden und Massenentlassungen könnten nicht verhindert werden. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung sowie die Wirtschaftsprofessoren Dieter Hundi und Hans‐Werner Unsinn haben jedoch einen innovativen Lösungsvorschlag!

Bestattungsunternehmen seien die Branche der Zukunft! Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und der Anstieg des BIP´s seien hier zu erwarten. Damit Sargmacher und Totengräber jedoch mehr Kundschaft, d.h. mehr Umsatz machen können, müsse zahlreich und recht schnell gestorben werden. Ärzte, Krankenhäuser und die Medizin im Allgemeinen sollten sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und die Menschen nicht vom Sterben abhalten! Konkrete Pläne und Vorschläge zur Umsetzung der Tod‐Agenda nannten Unsinn und Hundi nicht. Die Kreativität der Regierung sei hier gefragt, meinten die Experten.