Der Begriff »Rettungsschirm« besteht aus zwei Wörtern: Rettung und Schirm. Einen Schirm trägt man meist über seinen Kopf und er soll den Betreffenden vor einer Naturgewalt schützen: vor Wind, Regen oder Sonne. Nicht zu verwechseln mit Bild– oder Lampenschirm. Das Wort »Rettung« impliziert, dass jemand oder etwas vor einer Gefahr gerettet werden müsse und der vermeintliche Retter eine menschenfreundliche Tat vollbringt. Insofern ist der Terminus »Rettungsschirm« doppelt positiv aufgeladen. Weiterlesen »
Die große Wirtschafts– und Finanzkrise ist vorbei. Natürlich wird es auch keine mehr geben. Natürlich nicht. Die nächste Wirtschaftskrise ist zwar schon längst da, aber sie heisst eben nicht so. Aus Wirtschaftskrise macht man nun die Eurokrise. Ob Finanz-, Wirtschafts– oder Eurokrise, die Bezeichnung ändert sich, das korrupte und völlig marode System bleibt. Leider wird ein Großteil der Bevölkerung diese Zusammenhänge nicht erkennen. Man stülpt der Krise einen anderen Zusatz auf und will uns damit weismachen, dass jede Krise einzigartig sei und mit der letzten nichts zu tun habe. So werden wir noch viele Krisen durchleben und den Blick für das große Ganze verlieren.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat in der Sendung »Pelzig unterhält sich« für einen kurzen Augenblick jedes politische Kalkül fallen und jede Phrase weggelassen. Zitat (bei etwa 4:46):
Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt wurden, haben nichts zu entscheiden.
Unsere Einheitsmedien stürzen sich beim Thema Griechenland auf die drei Toten bei einem Brandanschlag auf eine griechische Bank. Über 100.000 Menschen demonstrierten in Griechenland und ein Generalstreik fand statt. Totschlag, Brände, gewalttätige Demonstranten, Randalierer — das interessiert die bürgerlichen Medien. Weiterlesen »
Vom 9. bis 11. April fand an der Volksbühne in Berlin mit prominenten Beteiligten ein Bankentribunal des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac statt, um die wahren Verursacher der weltweiten Wirtschafts– und Finanzkrise öffentlichkeitswirksam zur Rechenschaft zu stellen. Das vorläufige Urteil ist hier nachzulesen. Wer eine kurze knackige Zusammenfassung haben möchte, dem sei nachfolgendes Video empfohlen:
...rät uns die Personalberaterin Maren Lehky in Zeiten der Wirtschaftskrise. Anständiges sich-verwursten, sich wertvoll machen, sich einbringen, sich anstrengen, Leistung zeigen, schuften bis der Arzt kommt. Ach nein, das solle man natürlich schon vermeiden, sagt Lehky. Aber »sich einen Tick mehr engagieren als sonst«, das wäre schon ganz gut. Weiterlesen »
»Auch die Reichsten der Reichen bleiben nicht verschont. Ihre Verlsute gehen in die Milliarden.«
- Meldung aus Bild.de (ja, es heisst »Verluste« und nicht »Verlsute« — die Bild mag aber Rechtschreibfehler)
Anmerkung: Die Berichte über zunehmende »verarmte« Millionäre und Milliardäre soll uns Bürger darauf hinweisen, dass ja alle von der Krise betroffen sind, also nicht verschont werden. Die schon in den Giftküchen und Schubladen vorbereiteten sozialen Grausamkeiten, die nach der Bundestagswahl auf uns niederprasseln werden, müssen schließlich legitimiert werden. Zusätzlich zur »Wirtschaftskrise« als Generalargument, wird nun auch an das kollektive Verarmungsargument bzw. an die »Gürtel-enger-schnallen«-Devise erinnert. Dass den Banken Milliarden in den Allerwertesten geschoben wurde, soll schnell vergessen werden.
»Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach von einem Beschluss mit wegweisender Bedeutung. Die Schuldengrenze sei auch ein Signal an die Bürger, dass der Staat nach dieser ungewöhnlichen Krise mit disziplinierenden Regeln wieder zur Konsolidierung der Staatskassen zurückkehren werde.«
Anmerkung: In Zeiten, wo man Milliarden an Banken verschenkt hat, die ihre Kohle selbstverschuldet verzockt haben, von »Konsolidierung des Haushaltes« zu sprechen, ist an Absurdität kaum zu überbieten. Und was bitte meint Herr Steinbrück mit »disziplinierenden Regeln«?
»Im April 2009 bekamen 5.988.000 erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen nach dem SGBIII oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGBII (Hartz 4).«
Anmerkung: Knapp 2 Millionen Arbeitslose werden aus der offiziellen Statistik herausgerechnet: fast 400.000 Menschen durch die 58er Regelung und knapp 1,6 Millionen Menschen, die in irgendwelchen »Maßnahmen« stecken. Ich frage mich, wann fangen die bürgerlichen Medien endlich an, die ungeschönten Arbeitslosenzahlen zu nennen? An mangelnder Recherche oder Wissen darüber kann es wohl kaum liegen.
ich bin mittlerweile seit über einem Jahr begeisterter Abonnement und Leser eurer monatlichen Zeitschrift »Blätter für deutsche und internationale Politik«. Ihr beweist mit oft sehr guten und intelligenten Beiträgen, dass in einer durch und durch visualisierten Schönwetter-Gesellschaft, es auf vor allem auf den Inhalt ankommt und eben nicht auf die Verpackung. Eure »Bleiwüsten« sind eine wahre Freude. Insofern bin ich erstaunt, dass ihr einen so großen Wert auf vermeintlich »namhafte Autoren« legt. Besteht für euch automatisch eine Kausalität zwischen einem akademischen Titel und einem guten Beitrag? Wie wäre es, wenn Ihr öfters auch mal nicht-Akademiker zu Wort kommen lassen würdet? Ansonsten werde ich das Gefühl nicht los, ich habe es bei den »Blättern« vor allem mit sog. »Luxus-Linken« zu tun. Weiterlesen »