Die Trump‐Apokalypse

170113_BlaseEigentlich wollte ich nichts zu dem Trump‐Medien‐Hype schreiben, weil mich schon bei der US‐Wahl diese völlig übertriebene, geschichtsvergessene und zugleich naive Analyse aus allen politischen Lagern entsetzt zurückgelassen hat. Aber es hört scheinbar nicht auf und ich muss mir mal Luft machen. Zunächst einmal: die Macht von US‐Präsidenten wird immer wieder völlig überschätzt. Kein Wunder, unsere liebe Kaufpresse soll ja auch das »scheue Reh« (also das Großkapital) medial verstecken helfen und die Polit‐Marionetten als die Macher hinstellen.

Hinzu kommt der mediale Rahmen, der Personalisierungen liebt (weil besser zu bebildern) und strukturelle Analysen hasst (weniger Bilder, mehr Recherche‐Arbeit). Dennoch: Geheimdienste, Konzerne, Banken, die Öl‐Industrie, Versicherungen, die Börsen, der militärisch‐industrielle Komplex, die Finanzindustrie sowie die Mega‐Milliardäre — gegen die kann und wird auch ein Trump politisch nicht agieren können. Zumindest nicht ohne ernsthafte Konsequenzen. Weiterlesen

Warten auf Erlösung

erloesung_titelDie Geschichtsvergessenheit und -Verklärung vieler politisch interessierter Menschen ist nicht tot zu kriegen. Insbesondere wenn es darum geht, Politiker und Parteien zu Hoffnungsträgern zu stilisieren. Was wurde da in der Vergangenheit nicht alles gejauchzt, gelobt und gejubelt (auch in linken Publikationen und in Kleinbloggersdorf!). Die Illusion, dass im parlamentarischen Betrieb ein Abgeordneter, eine Regierung und/oder eine Partei, dafür sorgen könnte, dass sich die Lebensverhältnisse für die Mehrheit der Bevölkerung verbessern könnten, hält sich hartnäckig. Und das obwohl wir, die Wähler, Zuschauer und Interessierten, immer und immer und immer und immer wieder enttäuscht bzw. eines Besseren belehrt wurden. Einige Beispiele. Weiterlesen

Moderne Entmenschlichung?

»Wir sind in Afghanistan, um zu verhindern, dass der Krebs sich noch einmal über das Land ausbreitet. Aber derselbe Krebs hat sich schon in der Grenzregion zu Pakistan festgesetzt.«

- US‐Präsident Barack Obama in seiner Rede am 2. Dezember zur massiven Truppenaufstockung in Afghanistan

Anmerkung: Die Tutsis wurden im Völkermord von Ruanda, im Jahre 1994, von den Hutus als Kakerlaken bezeichnet. Die Juden wurden im Nationalsozialismus als Ratten und Ungeziefer diffamiert. Die Taliban sind nun der Krebs? Barack Obama, der Friedensnobelpreisträger spricht den Taliban ab, Menschen zu sein?

Karsai, der Marionetten‐Präsident

»In Afghanistan ist die gegenwärtige Regierung, die wir unterstützen und überhaupt erst ins Amt gehievt haben, massiv am Drogenhandel beteiligt, sie verkauft Stellen bei der Polizei, der Armee und im öffentlichen Dienst. Und Gerichtsverfahren werden nach der Höhe des Bestechungsgelds entschieden. Die Beamten reißen sich alles unter die Nägel, was sie zu fassen bekommen; einige sind schon dabei erwischt worden, wie sie Munition an die Taliban verkauften. Die Wahl vom August war nicht einmal eine Travestie, sie war ein Witz: Karsais Sieg wurde verkündet, bevor die Stimmen ausgezählt waren.«

- William Polk, »Die Viet Minh, die Taliban und das amerikanische Trauma«, Le Monde  diplomatique, November 2009, Seite 7

Anmerkung: Was zur Hölle haben wir in diesem Land verloren? Die Briten und die Russen haben sich  jahrelang an Afghanistan die Zähne ausgebissen. Können und sollten wir uns überhaupt einmischen? Wielange soll der Einsatz noch dauern, wenn wir nach 8 Jahren keine nennenswerten Veränderungen verbuchen können?

Super‐Bomben‐Obama

Die USA stehen kurz vor der Fertigstellung einer neuen Super‐Bombe, die im Falle eines Einsatzes tief im Erdreich verborgene Militäranlagen zerstören kann. Der 30.000 Pfund schwere »Massive Ordnance Penetrator« (MOP) könne sich durch das Erdreich graben und »Einrichtungen von feindlichen Staaten« zerstören, die dem Bau von Massenvernichtungswaffen dienten, sagte Pentagon‐Sprecher Geoff Morrell am 8. Oktober in Washington. Morrell wollte nicht ausdrücklich bestätigen, dass sich die Bombe gegen Staaten wie Iran oder Nordkorea richte, die nach Einschätzung der US‐Geheimdienste in unterirdischen Anlagen an Atombomben arbeiteten. »Man kann nicht über die möglichen Ziele dieser Bombe spekulieren«, sagte der Sprecher.

- Iran‐Report Nr. 11/2009, 8. Jahrgang, herausgegeben von der Heinrich‐Böll Stiftung, Seite 15

Anmerkung: Wie es scheint, hat der US‐Präsident Barack Obama den Friedensnobelpreis wahrlich verdient, oder?

Neuer US‐Präsident Bo!

Die USA haben einen neuen Präsidenten mit Namen Bo! Er besitzt überwiegend schwarzes Fell, mit aparten weißen Flecken an der Brust, liebt Knochen (besonders von Al Quaida Kämpfern) und sabbert gerne. In der FAZ.net kommentiert der frühere US‐Präsident Obama: »Er ist ein Star, er hat Starqualitäten.« und »Er kann nicht schwimmen«. Die erste Amtsentscheidung von Bo ist der Umbau des Weißen Hauses zu einem botanischen Garten, in welchem zukünftig Tomaten angepflanzt werden sollen. Schließlich ist Bo verrrückt danach. Außerdem wird der neue US‐Präsident Bo in nächster Zeit damit beschäftigt sein, sein Seepferdchen nachzuholen.

ZG‐Rückblick: Obamania?

In dieser Rubrik erscheint gegen Ende eines jeden Monats ein gemeinsamer Rückblick der ZG‐Redaktion. Das vorgegebene Thema wird abwechselnd bestimmt. Heute geht es um den Neuen im Weißen Haus.

Nach acht Jahren unter einem Präsidenten dessen demokratische Legitimation, milde ausgedrückt fragwürdig ist, und dessen Amtszeit wahrscheinlich in der historischen Bewertung (selbst in relativ konservativen Medien) als gescheitert klassifiziert werden wird, scheint die Amtseinführung seines Nachfolgers zumindestens in vielen Medien geradezu herbeibeschworen worden zu sein.

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Und wieder: Gleichschaltung

Als ich vor einiger Zeit einen Beitrag über die vermeintliche zunehmende Gleichschaltung der bürgerlichen, meinungsführenden Medien in Deutschland veröffentlichte, dachte vielleicht der eine oder andere: »ach, kann ja mal zufällig passieren« oder der gute epikur übertreibt vielleicht ein wenig. Pustekuchen! Ich kann nicht genau sagen, wer von wem abschreibt bzw. ob sie überhaupt voneinander abschreiben.  Vielleicht sind viele Journalisten auch einfach nur eindimensional oder wenig sprachgewandt. Fakt ist, eine Pluralität der Themen ist kaum noch vorhanden. Ein weiteres Beispiel. Weiterlesen