Zockerbanken

bankgeld_teaserDie Daumenschrauben der Finanzindustrie werden weiter genüßlich angezogen. Und zwar bei jedem. Ohne meine Zustimmung wurde jetzt beispielsweise mein Girokonto‐Tarif geändert. Ab dem 1. Dezember soll ich für jede Barauszahlung 30 Cent, für die Benutzung eines Kontoauszugsdruckers 60 Cent und für die Einzahlung von Münzgeld 7,50 Euro abdrücken. Ich packe also mein Geld auf die Bank, sie arbeiten, verleihen und verzocken es und dann wollen sie noch übertriebene Gebühren dafür haben? Eigentlich müssten sie mir dafür Geld geben! Ich überlege gerade ernsthaft zu kündigen und die Bank zu wechseln, vermute aber, dass die Tarife sich mittlerweile überall ähneln werden. Warum sollte ich mein Geld eigentlich überhaupt noch zur Bank tragen?

Affären. Lügen. Skandale.

skandale_titelAuch im Jahr 2016, und in all den folgenden Jahren, werden wir -in unserer westlichen, ach so freien Welt‐ wieder jede Menge Skandale, Affären, Lügen und Korruptionsfälle erleben. Wieder wird so getan werden, als wären es Einzelfälle. Als wäre die alleinige Ursache stets nur das fehlerhafte Verhalten von Individuen. Ganz so, als existieren keine Gesetze, Strukturen oder Rahmenbedingungen, die Affären, Lügen und Korruption nicht nur begünstigen, sondern sogar ausdrücklich erfordern würden. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Solcherlei systematische »Zustände« gebe es doch nur in Entwicklungsländern. Genau das soll und wird uns wieder eingetrichtert werden. Weiterlesen

Die Troika — Macht ohne Kontrolle

Die Dokumentation verdeutlicht die neoliberalen Machenschaften der sog. Troika (internationaler Währungsfonds, EU‐Kommission und europäische Zentralbank) und wie sie gezielt, durch ihr Spardiktat, Armut und Elend in Irland, Portugal und Griechenland erzeugt haben. Zwar muss sich der Journalist Harald Schumann ständig selbst im Film zeigen und in die Kamera kommentieren, aber das Video ist dennoch sehenswert.

Presseblick (36)

In Zypern und Bulgarien wurden die Menschen geschröpft, damit die Banken und Vermögenden gerettet werden konnten. Ähnliche Szenarien und Ideen lauern bereits in der Giftschublade der EU: »Bundesbank stimmt Zwangsabgabe auf Sparguthaben zu.« Außerdem soll Bargeld zunächst diffamiert und dann irgendwann abgeschafft werden, damit man die Bürger leichter kontrollieren kann: »Der entscheidende Vorteil für die Staaten bei der Einhebung einer solchen Zwangsabgabe ist heute, dass alle Bankgeschäfte online durchgeführt werden.« Die Enteignung der EU‐Bevölkerung hat gerade erst begonnen. Der Cyberpunk ist eine ganz reale Dystopie geworden. Weiterlesen

Der Anschlag (14)

anschlagIm Zuge einer erneuten, alternativlosen Rettung von systemrelevanten Banken, werden die Geldreserven aller europäischen Bürger auf Giro‐ und Sparkonten mit einer einmaligen Abgabe in Höhe von 30 Prozent des vorhandenen Guthabens besteuert. Um einen »Banken‐Run« der EU‐Bevölkerung zu verhindern, werden bundesweit alle Sparkassen, Finanzinstitute und Geldautomaten für eine Woche komplett geschlossen (5 Comments, keine Shares).

Der Bundesrat hat mit überwältigender Mehrheit die »Verordnung zur Aufrechterhaltung der deutschen Leitkultur« verabschiedet. Demnach müssen ab dem 30. Juni 2015 alle Bürger ohne deutsche Staatsangehörigkeit und alle Menschen mit Migrationshintergrund, die nicht mindestens schon 15 Jahre in Deutschland leben und arbeiten, bis spätestens 31. Dezember 2015 das Land verlassen. BILD, RTL, CDU, die Pegida‐Bewegung, die AfD und die NPD befürworten die neue Regelung (mehr als 1.000 Likes, 100 Comments und 200 Shares).

Der Mini‐Rock von Heidi Klum, Model und Moderatorin, ist bei einer Preisverleihung gerissen, was Live im TV übertragen wurde (mehr als 5.000 Likes, 300 Comments und 500 Shares).

Master of the Universe

Der ehemalige Investmentbanker Rainer Voss erläutert, in der Dokumentation »Der Banker«, die Methoden und Mechanismen der Bankenwelt. Ein hermetisch abgeschottetes System, dass bedingungslose Loyalität verlangt. »Märkte und Investoren lernen nicht. Sie springen in genau denselben Abgrund, in den sie vor zwei Jahren schon mal gesprungen sind«

Presseblick (33)

Mo Seetubtim, Gründerin, Autorin und Kreativdirektorin bei brandmentalist.com, schreibt auf huffingtonpost.de über »Diese 20 Überzeugungen machen Menschen erfolgreich«. Jeder könne alles erreichen, wenn er nur die richtige Einstellung habe. Schließlich hat die Götze Eigenverantwortung magische Kräfte und kann, wie von Geisterhand, ökonomische Abhängigkeiten, Anpassungszwänge und Selbstentfremdungsmechanismen, spielend leicht überwinden. Konzerne und Banken treiben die Welt nicht in den Ruin, dafür ist der Einzelne mit seiner negativen Einstellung verantwortlich. Jawohl! Weiterlesen

Deutschland, ein Bankenstaat

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz: BaFin) ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Banken uns längst regieren. Man möchte so gerne an die Macht der Demokratie, der Parlamente und der Politiker glauben. Die Bankokratie ist aber leider keine Dystopie, sondern längst Realität. Noch immer wird die Macht der Banken, selbst von moderaten Linken, als Verschwörungstheorie gebrandmarkt. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. Weiterlesen

Presseblick (12)

Das Hamburger Abendblatt titelt reißerisch »Währungscrash bedroht ein Viertel der Menschheit«. Wie wärs mit: »Banken bedrohen mit ihren Geschäften ein Viertel der Menschheit«? Währungskrise, Finanzkrise, EU‐Krise, Schuldenkrise, Wirtschaftskrise — es ist und bleibt das Verschulden der Banken und somit: eine Bankenkrise. Die Aufspaltung in viele kleine Einzelkrisen ist eine perfide Taktik um zu verschleiern, dass unser Wirtschaftssystem kollabiert.

Auf netzwertig.com (Blog über Internet‐Ökonomie) schreibt Jürgen Vielmeier über die »der Kunde ist König« — Redewendung und darüber, dass Kritik anders formuliert werden müsse: »Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einer freundlichen Anfrage und der höflichen Verpackung einer Kritik das gleiche, wenn nicht sogar mehr erreicht.« Der typische Vorwurf, die Kritik komme nur nicht an bzw. werde nicht angenommen, weil der Sender, sie nicht richtig kodieren würde, ignoriert die bewusst gewollte Realitätsverdrängung vieler Menschen. Es ist häufig völlig unerheblich, wie blumig, euphemistisch oder gefühlvoll ich eine Kritik verpacke, manche Themen will man einfach nicht hören. Hier wird nur die Verantwortlichkeit auf den Kritiker gelenkt, der ja selbst schuld sei, dass man ihn nicht anhören wolle.

Die Wirtschaftswoche berichtet, dass Unternehmen sich angeblich immer mehr den Shitstorms der User beugen würden und bezieht eindeutig Stellung dagegen: »Doch nicht immer ist es ratsam, alles, was den Kunden nicht gefällt, sofort wieder aus dem Programm zu nehmen. Es kommt drauf an, wie die Marke positioniert ist.« Die Verbraucher schlagen zurück. Nachdem wir Jahrzehnte mit Werbe‐Lügen, schlechten Produkten, Endlosschleifen‐Service‐Hotlines und unfreundlichen Mitarbeitern gequält wurden, werden viele Unternehmen plötzlich ganz empfindlich, wenn ein Shitstorm über sie hereinbricht. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Presseblick (10)

Auf pressenet.info wird über die »grenzenlose Sexualisierung im täglichen Leben« geschrieben. Wie so oft wird sich moralisch über die »Generation Handyschmuddel« aufgeregt: »Kinder, die Sexualität ähnlich begreifen, wie kurz einen Imbiss nehmen und im reichhaltigen Angebot wühlen, lassen die Empathie für den anderen weit hinter sich zurück«. Treffender Satz, wenn auch ohne tiefergehende Analyse. Die Sexualisierung der Gesellschaft ist untrennbar mit der Kommerzialisierung des öffentlichen und privaten Lebens verknüpft. In Deutschland macht die Sexindustrie ca. 14 Milliarden Umsatz jährlich. Den verantwortlichen Profiteuren ist es dabei völlig wurscht, welche Folgen die grenzenlose Sexualisierung bei unseren Kindern haben könnte. Hauptsache die Kasse klingelt.

Die Wolfsburger Allgemeine berichtet, dass 35.000 Tonnen Schimmel‐Mais, welches zuerst deutsche Höfe aus Serbien bekommen haben, nun in die USA weiter verschifft wird: »nun ist das verseuchte Futtermittel auf dem Weg in die USA. Dort darf der Mais an Tiere verfüttert werden, weil andere Grenzwerte gelten als hierzulande [...] Damit endet das monatelange Gerangel um die Entsorgung des mit dem krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 belasteten Futtermittels«. Das nennt man dann wohl »freie Marktwirtschaft«. Irgendjemand wird sich immer finden, dem wir unseren Dreck verkaufen können. Weiterlesen