Wohlfühlthemen

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Sport: heute kaum noch Selbstzweck oder Spaß, sondern Selbstoptimierung und Selbstinszenierung. (Bildquelle: pixabay.com)

Zwangsoptimismus, Weltverleugnung und Fassadenharmonie sind nicht nur die Leitmotive kleinbürgerlicher Biedermeier-Besitzstandswahrer, sondern auch effektive Herrschaftsinstrumente. Das Ausblenden von Reizthemen, wie beispielsweise die Flüchtlingskrise, neofeudalen Arbeitsbedingungen, Banken-und-Konzern-Skandale, Sozialabbau und Massenarmut oder Überwachungs- und Zensurgesetze wird nicht nur von vielen Menschen im Alltag subtil gefordert, sondern auch sozial kultiviert. Wer es dennoch wagen sollte, die mentale Bequemlichkeitszone zu überschreiten, muss mit sozialer Isolierung und/oder Stigmatisierung rechnen: Querulant. Störenfried. Pessimist. Schwarzseher. Klugscheißer. Lieber unterhält man sich ausgiebig über folgende Themen: Weiterlesen

Einen Floh ins Ohr setzen

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Wenn Du glücklich sein willst, dann…

  • …verdiene viel Geld und mache Karriere.
  • …heirate, setze Kinder in die Welt, baue Dir ein Haus mit Garten, fahre regelmäßig in den Urlaub, kaufe Dir einen großen Fernseher sowie ein Auto.
  • …hinterfrage nichts und konsumiere fleißig.
  • …sei immer nett, freundlich, optimistisch und selbstsicher.
  • …schaue nicht in den Spiegel und reflektiere nicht Dein Leben!
  • …mache jeden Tag das Gleiche. Immer. Und immer wieder.
  • …sei nicht kritisch, authentisch oder ehrlich!
  • …suche Dir einen Lebenspartner mit dem Du das alles machen kannst. Ansonsten: bleib alleine.

Wer nicht nach diesen Narrativen leben will, ist wahlweise ein Querulant, Nörgler, Spinner oder Eigenbrötler.

Weibliche Trennungslegenden

trennung_titelAuch wenn das wieder ein typisches Mann-Frau-Spaltungsthema sein mag, so muss ich mich heute über die immer wieder auftauchenden Trennungsfloskeln auslassen. Ähnlich wie bei den Beziehungsmythen, gibt es auch beim „Schluss machen“ typische, weibliche Rechtfertigungs-Narrative. Nicht weil ich persönlich betroffen oder frustriert wäre (Ja, dieser Vorwurf kommt immer gleich als Erstes! Nein, ich bin in einer glücklichen Beziehung!), sondern weil ich seit einiger Zeit in meiner näheren Umgebung -und letztlich seit über 20 Jahren- viele Fälle erlebt habe, die aus Frauenperspektive rhetorisch stets gleich ablaufen. Der eher subtil ausgesprochene Grundsatz lautet (wen könnte es verwundern): „Der Kerl ist stets und immer an allem schuld! Frau selbst sei nur das Opfer gewesen!“ Weiterlesen