Statistisches Jahrbuch 2018

Jetzt ist Schluß mit der Nörgel‐Mecker‐und‐Meinungs‐Bloggerei! Für alle Zahlenfreunde gibt es heute ein paar knallharte Fakten aus dem Statistischen Jahrbuch 2018. Los gehts!

  • Gut zwei von fünf Haushalten sind Einpersonenhaushalte.
  • Die Hälfte aller 15–25jährigen hat das Abitur.
  • Die Vereinigten Staaten, Frankreich und die Volksrepublik China waren wichtigste Empfängerländer deutscher Waren.
  • 23 % der Unternehmen betrieben 2016 E‐Commerce.
  • Ende März 2017 saßen knapp 51.000 Strafgefangene im Justizvollzug ein.
  • Rund jede zehnte Person erhält Ende 2016 Mindestsicherungsleistungen.
  • 516 Unternehmen waren 2016 Umsatzmilliardäre.
  • 48 % der deutschen Wahlberechtigten beteiligten sich 2014 an der Wahl zum Europäischen Parlament.
  • Auf über einem Viertel des Ackerlandes wird Weizen angebaut.
  • Knapp 12 % der Stromproduktion entfielen auf Kernenergie.
  • Verbraucherpreise erhöhten sich im Jahr 2017 mit + 1,8 % wesentlich stärker als in den Jahren zuvor.
  • 46,5 Millionen zugelassene Pkw. 3.180 Verkehrstote im Jahr 2017.
  • 68 % der Freiheits‐ und Jugendstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.
  • Weihnachtsgeschäft bringt 27 % des Jahresumsatzes im Jahr 2016 im Spielwarenhandel ein.
  • Fast 70 % der Wertschöpfung entsteht in Dienstleistungsbereichen.
  • Vollzeitbeschäftigte verdienten durchschnittlich rund 50.000 Euro brutto im Jahr. :KICHER:

Zahlenfetischismus

»Uns geht es gut!«

Plakat vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Gesehen am 8. Mai 2017 auf dem Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin

Plakat vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Gesehen am 8. Mai 2017 auf dem Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin.

»Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut. [...] Gleichzeitig warnte sie vor Meinungsverfälschung im Internet.«

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Tagesspiegel.de vom 23. November 2016

Ich lege dann gleich mal los, mit den Fake News, den Verschwörungstheorien und der Meinungsverfälschung. Weiterlesen

Zahlenspiele

Wenn international Länder miteinander verglichen, bewertet und beurteilt werden, so fallen schnell Rankings, Listen und Tabellen, wie beispielsweise der Human Development Index (HDI), der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, abgekürzt CP) oder die Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. In aller Regel schneiden die afrikanischen Länder bei all diesen Zahlenspielen immer sehr schlecht und die westlichen Länder meist sehr gut ab.

Wie wäre es denn mal mit einem Ranking, in dem festgehalten wird, welche Länder wie intensiv und verbissen neokolonialistische Strukturen nach Afrika und Asien pflegen und ausbauen? Eine Liste, in der steht, welche Konzerne weltweit mit ihren Produkten und ihrer Firmenpolitik Menschen in die Armut treiben und/oder sogar töten (Monsanto, Lockheed Martin, Pfizer etc.)? Oder einer vergleichenden Statistik von weltweiten militärischen Interventionen und Angriffskriegen von Regierungen, die sich in die Belange anderer Nationen, Kulturen und Völker rücksichtslos einmischen, um eigene, meist ökonomische Interessen durchzusetzen?

Presseblick (36)

In Zypern und Bulgarien wurden die Menschen geschröpft, damit die Banken und Vermögenden gerettet werden konnten. Ähnliche Szenarien und Ideen lauern bereits in der Giftschublade der EU: »Bundesbank stimmt Zwangsabgabe auf Sparguthaben zu.« Außerdem soll Bargeld zunächst diffamiert und dann irgendwann abgeschafft werden, damit man die Bürger leichter kontrollieren kann: »Der entscheidende Vorteil für die Staaten bei der Einhebung einer solchen Zwangsabgabe ist heute, dass alle Bankgeschäfte online durchgeführt werden.« Die Enteignung der EU‐Bevölkerung hat gerade erst begonnen. Der Cyberpunk ist eine ganz reale Dystopie geworden. Weiterlesen

Arme zahlen

Die Süddeutsche Zeitung erklärt ihren Lesern Zahlen, die wir kennen sollten, um die Krise zu verstehen. Hunderte Milliarden Euro für Rettungsschirme, Kredite und Hilfspakete. Es gibt aber auch noch andere Zahlen, um die Krise zu verstehen:

Knapp 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind auf Lebensmittelspenden, auf die Tafeln angewiesen.

- lebensmittelpraxis.de

In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression.

- servier.de

Über 2,5 Millionen Kinder in Deutschland leben auf Sozialhilfeniveau und in Einkommensarmut.

- Deutscher Kinderschutzbund

Ungefähr 10.000 Menschen begehen in Deutschland jährlich Selbstmord.

- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention

Knapp 1,4 Millionen Menschen in Deutschland lohnarbeiten, können davon aber nicht leben (sog. »Aufstocker«). Sie beziehen zusätzlich Hartz 4.

- tagesschau.de

Ungefähr 330.000 Menschen in Deutschland sind obdachlos.

- Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe

Zahlenfetischismus

Frisch zum neuen Jahr 2010 widme ich mich eines Themas, dass mir schon seit längerem durch den Kopf schwebt: unsere Fixierung auf Zahlen. Alles wird gemessen, in eine Zahlen‐Form gebracht, nach Zahlen bewertet und beurteilt, die Welt wird vermessen. Wir beten Zahlen an, wie Götzen. Ja, die Zahl selbst wird zum Bestandteil der Lebenskultur: Geburtstage, Hochzeitstage, Silvester, Valentinstage, Muttertage, Volljährigkeit usw. werden gefeiert. Zahlen bestimmen unser Leben: von wann ist der Film? Wann war dieses oder jenes Ereignis? Wieviele sind gestorben? Wieviel Lohn erhalte ich? Welche Note bekomme ich für die Klausur? Wie teuer ist die Zeitung? Wie schnell darf ich mit dem Auto fahren? Weiterlesen