Der pädagogische Happen (17)

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(An einer Seilbahn. Ein Mann spricht ein Mädchen an.)

Vater: „Du? Könntest Du Dich vielleicht auch hinten anstellen, wie alle anderen Kinder auch?“
Mutter: „Entschuldigung. Wer sind Sie? Wieso reden Sie mit meiner Tochter?“
Vater: „Ich bin der Vater von Lucy, die sich gerade hinten anstellt, um auch Seilbahn fahren zu dürfen. Ihre Tochter hat sich hier gerade vorgedrängelt und ich habe gesehen, dass Sie das auch gesehen, aber nichts dazu gesagt haben! Deshalb habe ich Ihre Tochter darauf hingewiesen!“
Mutter: „Wollen Sie mir etwa sagen, das ich eine schlechte Mutter bin?“
Vater: „Ich möchte nur, dass Ihr Kind sich wie alle anderen Kinder auch hinten anstellt und sich nicht vordrängelt!“
Mutter: „Bitte reden Sie nicht mehr mit meiner Tochter!“

In der Zwischenzeit entfernen sich beide Kinder von der Seilbahn und wollen etwas anderes spielen.

(Bisherige Folgen)

Euphemistische Vorwurfsprache

vorwurf_titelIn der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt man sich selbst gerne Blankoschecks, um anschließend vermeintlich verletzende und/oder kritische Dinge sagen zu dürfen. Vorwürfe will man so relativieren, abschwächen oder legitimieren, weil man nicht auf sie verzichten will. Dabei sollten klare Ansagen und Aussagen nicht generell im Widerspruch mit Höflichkeit und Rücksichtnahme stehen. Und auch komplett ohne Vorwurfssprache auskommen können. Beliebte Phrasen sind:

„Bitte nicht falsch verstehen!“
„Ist nicht persönlich gemeint!“
 „Nichts gegen Dich, aber…“
„Das ist jetzt nicht böse gemeint!“
„Nimm‘s mir nicht übel, aber…“