Der Ernst des Lebens

Das Leben ist schon eine ernstzunehmende Angelegenheit. Wir werden in die Welt hineingeworfen und müssen von da an mit allem fertig werden. Oft sogar ganz alleine. Das Leben ist voller Ernsthaftigkeit und wir haben nichts zu lachen.

Was Eltern sagen, müssen wir ernst nehmen. Wir sollen schließlich Respekt, Anstand und Ordnung lernen! Ansonsten müssen wir Sanktionen spüren oder werden ins Heim gesteckt.

Was Lehrer sagen, müssen wir ernst nehmen. Wir sollen schließlich klug, gebildet und vielwissend werden. Ansonsten kriegen wir schlechte Noten oder werden gar von der Schule geworfen.

Was der Chef sagt, müssen wir ernst nehmen, sonst bekommen wir keinen Lohn und dürfen uns einen neuen Arbeitsplatz suchen.

Was Politiker sagen, müssen wir ernst nehmen. Schließlich sind sie unsere Repräsentanten und schmieden den Rahmen der gesellschaftlichen Ordnung.

Was die Nachrichten sagen, müssen wir ernst nehmen. Denn die Medien sagen immer die Wahrheit und ein jeder ist doch auf der Suche nach der absoluten Wahrheit, nicht wahr?

Und da ein jeder sich absolut ernst nimmt, müssen auch wir uns sehr ernst nehmen. Andere lachen wir mit Vergnügen aus. Wer aber über sich selbst lachen kann, der ist ein verlorener Tropf.

4 Gedanken zu “Der Ernst des Lebens

  1. Tjä, Das ganze Lachen über sich selber, kann über kurz oder lang zu vollendetem Sarkasmus führen. Und danach? Was kommt nach Sarkasmus? Das Lachen über andere, kann durchaus vor Zynismus schützen. Denn der, ist noch schlimmer. So ungefähr das Gegenteil von Leuten, die gar nichts mehr ernst nehmen. Bei gleichem Resultat. Komplizierte Sache, das.

    Z.B. so ein Bewerbungsgespräch heutzutage, ist eine lustige Sache.
    Jeder, inklusive Cheffe weiß, ... dass man lediglich einer von vielen ist, mit denen sich der potentielle Boss gemütlich lachend unterhalten wird, — um zum Schluss einfach nur den billigsten zu nehmen. Und alle sind unglaublich fröhlich.

    Ich verlange ab sofort Schauspielunterricht schon im Kindergarten. Sonst ist das mit der Chancengleichheit, ein ziemlich zynisches Ding.

  2. *hüstel* bei Oscar Wilde ist earnest in benannten Werk eher als aufrichtig zu verstehen und nicht als ernst. Schließlich ist es nicht ein Mangel oder ein Zuviel an Ernsthaftigkeit der zu seltsamen Verwirrungen führt, sondern die Aufrichtigkeit und auch der Name Earnest. Es gibt auch einen Film dazu, aber ich empfehle eher das Buch, wenn man mal dem Ernst des Lebens entfliehen möchte :d

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