Schulfabriken

Der DGB und die GEW haben am 11. Dezember 2012 einen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK) geschrieben, in der sie ihre Bedenken darüber äußern, dass...

Wirtschafts‐ und Finanzverbände, Privatunternehmen, Stiftungen, Vereine und sonstige Lobbygruppen in den letzten Jahren immer stärker versuchen, die Lerninhalte in allgemeinbildenden Schulen zu beeinflussen«. [...] Der Kampf um die Köpfe ist bereits so weit vorangeschritten, dass die oben genannten Akteure eigene Schulmaterialien mit einem eigenen Gütesiegel versehen.

Die Gewerkschaften setzen sich für eine Prüfstelle für Unterrichtsmaterialien ein. Denn die primäre Aufgabe der Schulen sei es, Schüler umfassend und interdisziplinär zu bilden und auf das Leben vorzubereiten. Es dauert also nicht mehr lange bis die INSM und der Arbeitgeberverband Lehrer‐U‐Boote schicken und den Unterricht nach ihren Profitinteressen umgestalten. Den kompletten Gewerkschaftsbrief gibt es hier.

Lob des Lobbyismus — eine Replik

In der November‐Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik (Blätter) befürwortet der Wirtschaftswissenschaftler Andreas Polk den Einfluss des Lobbyismus auf die deutsche Politik. Er betont:

»Abgeordnete sind qua Amt Vertreter der Bürgerinnen und Bürger und ihrer Interessen — auch der wirtschaftlichen Interessen.«

- Andreas Polk, »Lob des Lobbyismus«, Blätter‐Ausgabe November 2012, S. 36

In Zeiten der vollkommenen Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche (Kultur, Bildung, Sport, Soziales, Familie und vieles mehr) und der über 500 Milliarden Euro Bankengeschenke, von einem »auch« statt von »vor allem der wirtschaftlichen Interessen« zu sprechen, halte ich nicht nur für fahrlässig, sondern für fast schon euphemistisch.

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Unperson Arnulf Baring

Das INSM‐Mietmaul Arnulf Baring sitzt schon seit längerer Zeit in sämtlichen TV‐Politshows und gibt gerne neoliberale Kampfparolen von sich. Baring ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der BRD sowie Träger des europäischen Kulturpreises für Politik. Bei Anne Will vom 10. Juli 2011 zum Thema »Leopard‐Panzer‐Lieferung an Saudi‐Arabien« bewies sich Baring endgültig als Unperson. Nachdem der Autor und Kriegsgegner Jürgen Todenhöfer die Demokratiebewegungen im Nahen Osten lobte, Monarchen, Könige und Panzer als Relikte einer alten Zeit bezeichnete, flippte Baring aus: »Ihr seid ja alle simpel«. Seine Antwort auf Frau Will, warum Deutschlands Sicherheit davon abhänge, dass Saudi‐Arabien deutsche Kampfpanzer haben müsse, war, dass man mit den Panzern Stabilität und Sicherheit in Saudi‐Arabien herstellen würde. Als er abermals alle Gäste cholerisch als »simpel« beschimpfte und Frau Will ihn zu einer Entschuldigung aufforderte, sagte er:

Was soll denn das, wollen Sie jetzt Sprachkritik üben?

Später schob er noch nach:

Wenn man allein moralisch argumentiert, ist man ein Simpel.

Zum Glück für Baring war dies die letzte Anne Will Sendung, bevor Günther Jauch übernimmt. Denn Will hätte den senilen Geldgeier hoffentlich nicht mehr eingeladen. TV‐Zuschauer können nur hoffen, dass der neoliberale Kasper endgültig von der TV‐Bildfläche verschwindet.