SPD: Inhalte überwinden

SPD_01Feiern Sie mit uns den Untergang der Volkspartei SPD! Wir haben Themen, wie die soziale Gerechtigkeit, eine konsequente Friedenspolitik sowie den Kampf gegen die Banken- und Finanzmafia, endgültig überwunden. Bei uns gibt es stattdessen Kinderspiele, Live-Musik und Kuchen (und für Manche ein paar Pöstchen). Bei uns rennen zwar die Mitglieder davon, aber nicht die Grillwürstchen. Und wenn Sie Glück haben, bekommen Sie auch ein Autogramm von Sigmar Gabriel oder Andrea Nahles. Wir versprechen Ihnen alles (und halten nichts *muhaha*). Nur wählen Sie uns. Bitte.

Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn (Teil 6)

[Im Cafe]

Herr Meyer: (freundlich lächelnd) Hallo Susi, schön Dich hier zu sehen!

Frau Schulz: (leicht angetrunken. Subtil vorwurfsvoll) Ach, Hallo Ralf, Dich gibt’s ja auch noch. Hast Du schon eine neue Arbeit gefunden oder bist Du immer noch arbeitslos?

Herr Meyer: Ich bin derzeit erwerbslos ja.

Frau Schulz: Muss ja voll langweilig sein. Den ganzen Tag nur Zuhause rum zu sitzen, oder?

Herr Meyer: (fühlt sich genötigt, sich zu rechtfertigen) Ich mache viel Sport, fahre Fahrrad, besuche kulturelle Einrichtungen, gehe spazieren, treffe mich mit Freunden, unternehme viel mit meinem Sohn, engagiere mich in einem sozialen Projekt, lese und schreibe viel. Ich habe genug zu tun. Und ganz ehrlich, Ihr seid doch diejenigen, die im Büro den ganzen Tag vor dem Computer sitzen, oder etwa nicht? Weiterlesen →

Der stille Schrei

»Wenn man ein Gefühl für soziale Gerechtigkeit und Respekt für den anderen hat, kündigt man jeden Job in den ersten fünf Minuten. Also kämpfe ich gegen mich selbst und akzeptiere die Herrschaftsbeziehungen.«

- Mustapha Belhocine. »Mein erster Job im Jobcenter«. Le Monde Diplomatique. Mai 2015. S. 21

Anmerkung: Wenn mich jemand danach fragt, was die ständige Redewendung von Selbstentfremdung durch Lohnarbeit eigentlich konkret bedeuten soll, dann trifft es das obige Zitat in knappen Worten ziemlich genau.

Der Anschlag (20)

anschlag_teaserIm Zuge einer erneuten Privatisierungswelle in Deutschland, und um frisches Geld in die Kommunen zu spülen, werden alle öffentlichen Parks und Spielplätze an private Investoren verkauft. Einige Banken und Konzerne haben bereits ihr Interesse bekundet. Sie planen Eintrittspreise zu erheben, die Anlagen zu umzäunen und Sicherheitspersonal einzustellen.

Die europäische Kommission hat beschlossen, um Süd- und Osteuropa eine mehrere tausende kilometerlange und 5 Meter dicke Betonmauer zu errichten. Der Flüchtlings-Schutzwall soll ganze 10 Meter hoch sein und von einer 20.000 Mann starken Militärtruppe mit Schießbefehl verteidigt werden. CDU, SPD, FDP, Grüne, AfD, BILD, RTL und NPD finden das gut.

Aufgrund der wachsenden Terrorgefahr von radikalgewaltbereiten Terroristen-Islamisten-Extremisten, wird die Bundeswehr ab sofort auch im Innern eingesetzt werden. Als erstes sollen der Bundestag und die Parteizentralen in Berlin, mit Ausnahme des Karl-Liebknecht-Hauses der Linkspartei, von KSK-Soldaten mit scharfen Waffen gegen Andersdenkende beschützt werden.

Neusprech: Marktgerechtigkeit

»Das im Vergleich zur Konkurrenz höhere Lohnniveau verhindere aber, dass der Konzern dauerhaft im Wettbewerb mithalten könne. Deshalb zahle die Post in den neuen Gesellschaften nun marktgerechte Löhne.«

- Melanie Kreis, Personalchefin bei der Deutschen Post zum ver.di Streik am 8. Juni 2015 auf reuters.com

ZG-Artikel: Neusprech HeuteDer Markt wird meist als ein zentraler Ort definiert, an dem gehandelt wird. Der Marktplatz. Es gibt nationale und internationale Märkte, Finanzmärkte, Kapitalmärkte, Arbeitsmärkte, Immobilienmärkte, Börsenmärkte und viele weitere. Häufig werden sie personalisiert, mit einem Bewusstsein ausgestattet und als Götze verehrt: der Markt fordert, bestimmt und ist auch mal verunsichert. Da konkrete (und auch digitale) Handelsplätze nur durch die Menschen, die dort ein Geschäft tätigen, lebendig werden können, dient das Schlagwort Markt besonders in den Massenmedien als Tarnbegriff, um die Interessen von Millionären und Milliardären, Bankstern, Finanzspekulanten, Investoren und Managern zu verstecken. Weiterlesen →

Presseblick (40)

Harald Schumann, investigativer Journalist beim Tagesspiegel und Regisseur der durchaus empfehlenswerten Video-Dokumentation: »Die Troika — Macht ohne Kontrolle« behauptet auf Telepolis: »Wenn man den Mächtigen nach dem Maul schreibt, bekommt man die besseren Honorare.« Völlig richtig. Leider verharmlost auch er die Eigentum- und Machtverhältnisse der Massenmedien, indem er die einseitige Propaganda bei der Russland- und Griechenland-Berichterstattung so kommentiert: »Die Kollegen haben es getan, weil es einfach war. Man konnte sich der Aufmerksamkeit des Lesers und des Zuschauer sicher sein. Es war eine Story.« Von redaktionellen Vorgaben, Selbstzensur, vorauseilendem Gehorsam, Kopfscheren und Atlantik-Brücke-Journalisten ist keine Rede. Denn wer die Eigentumsverhältnisse sowie die zunehmende Gleichschaltung der Massenmedien thematisiert, gehört heute schon zu den Verschwörungstheoretikern. Weiterlesen →

Kinder in Deutschland; Teil 36: Instrumentalisierung

instru_titelWie ist es möglich, dass in einer Kosten-Nutzen-orientierten Gesellschaft Kinder existieren? Schließlich kostet der Nachwuchs doch viel Geld, verursacht Dreck und Lärm, belastet die eigenen Nerven, erfordert eine Menge Zeit und Geduld. Sie bringen also viele persönliche Nachteile mit sich. Die Antwort darauf ist meist: der Fortpflanzungstrieb, die Instinkte und die Emotionen sind dafür verantwortlich. Es ist halt Liebe. Die gängige Antwort von infantilen Gefühlsamöben, für die Emotionen stets auch Argumente sind. Ich behaupte dagegen: Kinder werden häufiger aus ganz anderen Gründen ‑und eher selten aus uneigennütziger und romantisch verklärter Liebe- in die Welt gesetzt, als Mann und Frau ehrlich zugeben wollen. Weiterlesen →

Draußen ist Wetter

Wetter_titel...und zwar das ganze Jahr über! Für viele ist es das Dauer-Jammer-Pseudo-Kommunikations-Thema schlechthin. Schließlich sind wir den Launen des unberechenbaren Wetters schutzlos ausgeliefert. Und es ist etwas, dass wir (noch) nicht kontrollieren können. Und das nervt uns.

  1. Schon wieder ist es so verdammt hundekalt. Man, ich frier mir hier echt alles ab. Und dann ist es auch noch so glatt auf den Straßen. Und ständig muss ich den Frost von meinem Autofenster abkratzen. Zum Kotzen!
  2. Boah, seit Tagen ist es nur am Regnen. Egal wo man hintritt, nur Riesenpfützen und meine Socken sind dauernd durchnässt. Was soll ich da nur anziehen?
  3. Dieser starke Wind zerstört ständig meine Frisur. Und der Straßenstaub bläst mir so stark ins Gesicht. Ätzend!
  4. Uff. Diese Bullenhitze. Ich schwitze wie ein Tier. Und dann noch diese schwüle Luft. Ist ja echt unerträglich.
  5. Jetzt schmilzt der Schnee schon wieder und die Straßen sind voller Matsch. Da muss man ja echt aufpassen, wo man hintritt. Verdammtes Scheiss-Wetter!