Warum Libyen-Krieg?

Viele werden sich durch die bürgerlichen Massenmedien nicht ausreichend informiert fühlen und werden sich fragen, warum die NATO so verdammt scharf darauf ist, in Libyen einzugreifen und zu bomben? Vor allem, weil Assad gerade in Syrien auf seine Bevölkerung losgeht, die internationale Gemeinschaft aber keinen Finger rührt. Das Geschwafel um Menschenrechte, die eine humanitäre Intervention nötig machen, haben wir schon oft genug gehört. Nicht selten entpuppte es sich als dreiste Lüge, um Interessenspolitik zu kaschieren und ungehindert Krieg führen zu können. Davon abgesehen greift die internationale Gemeinschaft in Darfur seit Jahren nicht ein, obwohl es dort einen systematischen Völkermord gibt. Hier ein Erklärungsversuch, warum auch gerade Frankreich so verdammt heiß auf Libyen sein könnte:

Zum Beispiel ist das libysche Rohöl von exzellenter Qualität, und seine Fördergebiete liegen in kostengünstiger Entfernung zu den europäischen Raffinerien. Gegenwärtig macht das libysche Erdöl rund 15 Prozent des Verbrauchs in Frankreich aus und knapp unter 10 Prozent des Gesamtverbrauchs der Europäischen Union.

- Jean-Pierre Sereni, »Am Anfang war der Rote Scheich«, Le Monde Diplomatique, Ausgabe April 2011, Seite 5

Die Überflüssigen

Mann mittleren Alters, unsportlich, in einer 1 Zimmer-Wohnung lebend, kein Job, kein Geld, kein Auto, möchte respektiert und geliebt werden.

Kleinkind, neugierig auf die Welt, spricht, lacht und weint lebensfroh, tobt und spielt gerne in der Wohnung, möchte respektiert und geliebt werden.

Rentnerin, herzkrank, langsam im Gehen und Denken, graue Haare und viele Falten, herzlich, fürsorglich, möchte respektiert und geliebt werden.

Politisch interessierter junger Mann, tierlieb, leider ohne Wohnung, alkoholkrank, möchte respektiert und geliebt werden.

17 jährige Vollwaise, rundlich und dick, lebt im Jugendheim, zeichnet gerne Pferde, besitzt leider nur second hand Kleidung und hat kein Handy, möchte respektiert und geliebt werden.

Flüchtling aus Libyen, kinderlieb, verantwortungsbewusst, leider ohne Lohnarbeit, Wohnsitz und gültigen Pass, möchte respektiert und geliebt werden.

Sehschwache Frau, mit Down-Syndrom, kreativ, philosophisch, möchte respektiert und geliebt werden.

Blogpost-Vernetzung

Ab heute gibt es eine neue Umfrage. Sie läuft auch wieder ca. 1 Monat und wir möchten euch damit Fragen, ob ihr Social Network-Funktionen vermisst, die es in anderen Blogs schon länger im Angebot gibt. Dazu gehört primär das Teilen der einzelnen ZG-Beiträge in den ensprechenden Diensten, wie Facebook, Twitter, Mister-Wong, etc. Weiterlesen →

Der schöne Schein

Kann es Authentizität in einer Welt voller Verkäufer, Marken, Images, Logos und Corporate Identitys überhaupt noch geben? Woran erkennt man, dass man ganz bei sich selbst ist und nicht fremdbestimmt handelt? Sich zu verkaufen, sich positiv zu präsentieren und zu inszenieren, unabhängig von der eigenen Gemütslage und Persönlichkeit, wird nicht nur in der Lohnarbeitswelt gefordert, sondern ist auch gang und gäbe im zwischenmenschlichen Bereich. Vielen geht das ins Blut über. Besucht man diverse Singlebörsen, präsentieren sich die Nestsucher von ihrer vermeintlichen Schokoladenseite. Sie möchten, dass ein verkaufsförderndes Bild im Persönlichkeitsmarkt über sie entsteht. Der Glaube an Marken, Bilder und Images hat zunehmend den Rang eines religiösen Dogmas. Weiterlesen →

Kinder konsumieren nicht

»Doch von der Leyen bleibt hart. Bargeld, meint die Ministerin, würde nur im Konsum verschwinden — und nicht direkt bei den Kindern ankommen«

- SpiegelOnline vom 18. April 2011 zum Thema Bildungspaket

Anmerkung: Kinder konsumieren also nicht. Schulmittagessen, Schulmaterial, Kleidung usw. ist kein Konsum? Oder meint Frau von der Leyen eigentlich gar nicht »Konsum« sondern »versaufen« und »verrauchen«? Dann soll sie das auch sagen und jeder sieht ihre menschenverachtende Fratze. Denn alle Hartzies saufen und rauchen ja den ganzen Tag, während sie faul in der Gegend rumlümmeln.

Neusprech: unpolitisch

Angepasst, gleichgültig, konzeptlos, beliebig, unpolitisch, unsolidarisch – so sind die Studenten von heute. Dieses düstere Bild zeichnet die Studie der Arbeitsgruppe Hochschulforschung der Universität Konstanz, die im Auftrag des Bundesforschungsministeriums knapp 9000 Studenten befragte.

- der Westen vom 20. Februar 2009

Das Adjektiv unpolitisch bezeichnet eine vermeintliche Haltung und Einstellung, nach der man wenig bis gar nicht, an politischen Vorgängen, Geschichte, Parteien und Politikern interessiert sei. Der Unpolitische gibt sich undogmatisch, objektiv, hedonistisch, politikverdrossen, meinungs- und ideologiefrei. Er geht dem Thema Politik am liebsten aus dem Weg und glaubt, es könne ein Leben ohne Politik geben. Da das Wesen der Politik allumfassend ist und Bereiche wie Macht, Gesellschaftsordnung, Ökonomie, Gesetz, Ethik, Weltanschauung und vieles mehr betrifft, ist die Behauptung, man sei unpolitisch, Illusion und Selbstlüge. Weiterlesen →

Verschandelung der Landschaft

Unglaublich, aber wahr: Windkrafträder verschandeln (zu deutsch: missgestalten) die Landschaft. Die Bundesregierung hat angeblich vor, ganz Deutschland mit Windkrafträdern zuzuscheissen. Das investigative, voller knallharter Recherchen und objektivem Journalismus glänzende SpiegelOnline-Magazin, hat völlig Recht, wenn es in einem Artikel vom 12. April 2011 vor der »häßlichen neuen Öko-Welt« warnt. Auf den Autobahnen wird man statt der spannenden Straße nur noch Windkrafträder sehen, Frisuren werden vor lauter Wind nicht mehr richtig sitzen, Schulhöfe, Freizeitparks, Zoos, Schwimmbäder, ja sogar die Sauna um die Ecke soll ein Windrad installieren. Wo soll das alles nur hinführen? Soll bald jeder seine eigene Windmühle im Garten haben, damit der Kühlschrank und DSDS im Fernsehen noch laufen können? Und wer darf das alles wieder bezahlen? Da wünsch ich mir doch lieber wieder die Atomenergie her. Die verschandelt nicht nur die Landschaft, sondern auch die überflüssigen Menschen. Wie der Gesundheitsreport über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl belegt.

Nächstenliebe und Menschenwürde im Jahre 2011...

...sieht so aus:

Der italienische Ministerpräsident Berlusconi forderte bei einem (Treffen) auf Lampedusa die anderen EU-Länder in ultimativer Form auf, die auf der Insel angekommenen Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Nur so könne Italien den »menschlichen Tsunami« bewältigen. [...] Rom hat mit der neuen Regierung in Tunis mittlerweile vereinbart, dass die dortigen Küsten verstärkt kontrolliert und Neuankömmlinge in Italien künftig direkt zurückgebracht werden.

- FAZ.net vom 11 April 2010

Anmerkung: Die FAZ zeigt im besagten Artikel dann auch ein Bild eines kleinen Bootes, dass randvoll mit afrikanischen Flüchtlingen überfüllt ist. So wird eine Angst vor dem Unbekannten, vor dem bösen schwarzen Mann geschürt. Die Botschaft ist eindeutig: die EU will keinen ökonomisch wertlosen Ballast. Wir haben genug menschlichen Abfall. Also Obdachlose, Rentner, ALG2-Empfänger, Behinderte und Drogenkranke. Da brauchen wir keine afrikanischen Flüchtlinge mehr. In meinem Studium wurde den Studenten ständig eingepaukt, dass die EU vor allem eine Wertegemeinschaft sei. Lächerlich.

Von der Notwendigkeit der Faulheit

Roberto J. De Lapuente (ad sinistram) lag nun wieder monatelang auf der faulen Haut. Seine Bequemlichkeit zur Tugend erhoben, hat er uns ein neues Buch mit dem Titel »Auf die faule Haut« beschert. Ich muss gestehen, dass ich sein Erstling »unzugehörig« als einen Tick spannender, runder und geschliffener empfunden habe. Dennoch ist sein zweites Werk durchaus empfehlens- und lesenswert. Eine durchweg verspielte Sprache, viele kritische Analysen sowie eine Auseinandersetzung mit vielen dunklen Flecken unserer Zeit, verspricht und hält Robertos zweites Werk. Weiterlesen →