Interessen

In vielen Analysen, Betrachtungen und Erklärungen kommt ein, für mich sehr zentrales Element, oft zu kurz: die Interessen. Man kann es nicht oft genug betonen: alle Menschen, Institutionen und Organisationen haben Interessen und jeder versucht sie durchzusetzen.

Freilich gibt es viele verschiedene Methoden und Vorgehensweisen, die eigenen Interessen durchzusetzen. Gerade in Politik und Wirtschaft wird oft versucht, die eigenen Interessen als das Ziel aller auszugeben, denn so wird die Akzeptanz für Entscheidungen erhöht. Die eigenen Interessen als uneigennützig, sozial und gesellschaftlich relevant zu verkaufen – damit beschäftigen sich viele PR-Firmen, Medien- und Werbeagenturen. Denn nichts ist hässlicher und abstoßender, als die Fratze des Egoismus und des Eigennutzes. Genau die wird nicht selten hinter schönen Worten und tollen Bildern versteckt. Weiterlesen →

RIP Peter Falk

Letzten Donnerstag, am 23. Juni 2011 ist der Schauspieler Peter Falk gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Als Peter Falk in mein Leben trat, kannte ich ihn nur als Inspektor Columbo. Diese Rolle verkörperte er von 1971–2003. Wobei die 13. Staffel einfach nicht mehr den Columbo zeigte, wie man ihn kannte und liebte. Hier wurde versucht die klassische Rolle des Inspektors, in eine neue Zeit zu zwängen. Aber dort gehörte er nun mal nicht hin. Anfang der 70er bis Anfang der 90er Jahre war schon lange genug. Danke, dass der Privatsender RTL zu der Zeit noch auf amerikanische Serien setzte und Columbo immer und immer wieder zeigte, bis ich wirklich alle Teile gesehen hatte. Sorry, wenn es damals jemanden gestört hatte, aber für die x‑te Wiederholung war dann wohl ich schuld. Weiterlesen →

Moviefans: The Nightmare Before Christmas

Wow das ist klasse: Jetzt schenkt uns auch noch antiferengi einen Filmartikel und zwar Tim Burton’s »The Nightmare Before Christmas«. Regie ist allerdings Henry Selick, der auch Coraline gemacht hat (über den hatte ich 2010 kurz geblogt hatte). Aber nun zu TNBC:

Eine Filmkritik, hat man nun schon seit längerem nicht mehr geschrieben. Und wenn, dann doch mehr im Stile einer vielleicht nicht ganz so passenden Unbekümmertheit für z.B. die Seriösität der Zeitgeistlosen. Ob das hier jetzt natürlich besser ist, – ebenso fraglich. Aber man möchte, auch mal im gigantischen Wust der, eher in ihrer Masse nicht so oft behandelten Animationsfilme auf die Perlen darunter verweisen. Und wo das Thema Filmkritik, eine ganz spezielle Problematik bietet, die mal ganz abgesehen von der gerade unpassenden Jahreszeit, für den Film; »Nightmare before Christmas«, aus dem Jahre 1993, nochmals eine ganz eigene Qualität besitzt.

Jetzt bestehen für Menschen, mit mehr visuell und bildhaft ausgeprägten Bevorzugungen, — oft Schwierigkeiten damit, sich Dinge erklären zu lassen, deren Erklärung der Sehende sich selber lieber bildlich, anstatt schriftlich über das Auge gestalten möchte. Dies betrifft die Liebhaber von Animationsfilmen ganz speziell. Es aber nun mal auch ziemlich schwierig macht, Filmkritiken ohne Kritik zu gestalten. Zudem, gibt es noch ein zusätzliches Problem. Wie soll ich Dinge kritisieren, die ich gut finde? Also muss ich mich an dieser Stelle vorab entschuldigen, wenn ich das Ganze hier wohl mehr zu einer kleinen Hommage für einen guten Regisseur gestalte, – um animierend den Film dann lieber für sich selber wirken zu lassen. Außerdem, ist das Ding nun wirklich alt genug, um es nochmals aus einem ganz neuen Blickwinkel heraus zu betrachten und unsereins vom Verdacht unlauterer Werbung dafür zu befreien.

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Neusprech: Plagiatsjäger

Nachdem von und zu Guttenberg durch das Internetportal Guttenplag bzw. Vroniplag des Plagiats überführt wurde, und die Stoiber Tochter Veronica Saß ihren Doktortitel abgeben musste, wurde nun der Europaabgeordneten der FDP-Fraktion, Silvana Koch-Mehrin, der Doktortitel aberkannt. Auffällig dabei ist, die Sprache unserer bürgerlichen Medien, wenn es um das Thema der Doktortitel Erschleichung geht. So wird Vroniplag nicht als Aufklärungsplattform verstanden, die im Dienste der Wissenschaft agiert, sondern als Hort von »Plagiatejägern«, die unsere vermeintliche »Elite« bloßstellen und stürzen will. Weiterlesen →

Labergeld

Polit-Talkshows im Fernsehen sind ein Hort von INSM-Mietmäulern, von Dampfplauderern und Selbstdarstellern. Inhalte mit Erkenntnisgewinn jenseits von propagandistischen Einseitig- und Oberflächlichkeiten, sucht man in der Regel vergebens. Ob Maybrit Illner, Maischberger, Anne Will, Kerner, Beckmann oder Hart aber Fair — Diskurstheater und Inszenierung geben sich die Hand.

Umso interessanter ist, wieviel die Sender eigentlich für ihre Talkgäste ausgeben, d.h. wie hoch das Honorar für die Labertaschen ausfällt. Die Frankfurter Rundschau hat im März 2008 eine Honoraranfrage an die Sender verschickt und traf auf ein Meer des Schweigens. Gerüchte, Halbwahrheiten und Lügen wurden verbreitet. Die Sender reden über die Gäste-Honorare ganz und gar nicht gerne, auch die Öffentlich-Rechtlichen nicht. Angeblich bemessen sich die Honorare nach den tatsächlich anfallenden Kosten (Anfahrt, Übernachtung etc.). Das Standard-Honorar bei »Hart aber Fair« beläuft sich auf angebliche 250 Euro und bei »Anne Will« auf 500 Euro. Für Exclusivgäste, wird aber auch mal tief ins Portemonaie gegriffen. So habe, im Zuge der Doping-Affäre, Radprofi Jan Ulrich für seinen Auftritt bei Beckmann eine Aufwandsentschädigung von ca. 15.000 Euro erhalten.

Im Übrigen lagern die Sender die Produktionen der Polit-Talk Formate häufig an externe Firmen aus, an denen meist die Moderatoren beteiligt sind (z.B. Anne Will bei Willmedia). Das Outsourcen der Formate bringt eine schleichende Selbstkommerzialisierung mit sich, womit der Wille der Sender, die Formate selbst zu gestalten auf der Strecke bleibt. Die Privatisierung bringt es mit sich, dass horrende Summen an die Moderatoren gezahlt werden. Das Moderatorenhonorar betrage teilweise 20.000 Euro pro Sendung.

Ein ganz normaler Amtsalltag

- Ein Gespräch zwischen Kunde (K) und Arbeitsvermittlerin (A) -

 

K: Guten Tag, Frau X!

A: Herr Z, bitte warten Sie noch einen Moment draußen.

K: Ok.

A: (ca. 20 Minuten später)  Herr Z, Sie können jetzt reinkommen! Schön, dass Sie der Einladung gefolgt sind!

K: Einer Einladung, die ich nicht ablehnen darf.

A: (lacht) Sie sind mir ja einer. Na, was haben Sie mir heute schönes mitgebracht, hm? Weiterlesen →

ZG-Blog Updates

Computertastaur mit rotem Z und G

Kurze Info, um alles ein wenig transparent zu halten. In unserer Umfrage zum Gästebuch waren 59% von euch die abgestimmt haben der Meinung, dass wir so etwas nicht mehr benötigen. Sehen wir auch ein, aber wir haben uns dazu entschlossen, die Seite »Über uns« für Kommentare freizuschalten. Dort kann also Kritik und Lob öffentlich gepostet werden. Wir hoffen, dass dadurch vielleicht auch einige Offtopic-Themen ausgelagert werden können.

Dann kommen wir zu den Social-Network-Funktionen. Vorweg würde ich gerne mal wissen, welcher Troll dort jeden Tag »Ja, alles rein« gestimmt hat? Es gibt eine sehr einfache Log-Datei, die solch eine Manipulation aufzeigt. Außerdem bringt das auch nichts, da das Ergebnis für uns ja nicht zwingend ist. Ich hoffe, es hat dich viel Lebenszeit gekostet  :p Wir wissen also, dass immer noch die Mehrheit (2/3) unserer Leser gegen solch einen Schmu ist. Ich werde aber trotzdem (mit großer Vorsicht) ein paar »Weiterleitungs-Button« einfügen. Dann können wir testen, ob die uns oder euch stören und ob die überhaupt was bringen.

Und vielleicht noch ein Statement zum Abonnieren von Kommentaren eines Posts. Das wurde des öfteren mal angefragt, aber werde ich in Zukunft auch nicht einbauen. Natürlich wollen wir Diskussionen in den Kommentaren, auch wenn die schon lange von der Startseite verschwunden sind, aber dieses Plugin ist sehr umständlich. Es gab dazu mal eine größere Abmahnungswelle in Deutschland, deswegen sind die auch größtenteils ausgestorben. Wenn man einem bestimmten Beitrag länger folgen möchte, gibt es auf der User-Seite genug Möglichkeiten (Bookmark setzten oder dem Kommentar-RSS-Feed folgen).

Leistungsdenken ist kinderfeindlich

Bereits heute führt es in manchen Elternhäusern zu panikähnlichen Reaktionen, wenn der achtjährige Zweitklässler mit seiner ersten Drei im Diktat nach Hause kommt.

- »Wirtschaftszweig Nachhilfe«, Dieter W. Feuerstein, Junge Welt vom 11. Mai 2011, Seite 3

Anmerkung: Leistung ist alles. Wer nichts leistet, ist auch nichts. Kinder sollen funktionieren. Kinder sollen gute Noten nach Hause bringen. Kinder sollen Sport machen. Kinder sollen Musikinstrumente lernen. Kinder sollen am besten schon früh mehrere Sprachen beherrschen. Kinder sollen still sitzen. Kinder sollen, Kinder sollen, Kinder sollen...Fragt eigentlich mal jemand was Kinder und nicht Eltern, Erzieher, Lehrer, Arbeitgeber und Politiker wollen? Sind Kinder etwa die Verfügungsmasse der Erwachsenen?

In dem Film »der Club der toten Dichter« bringt sich ein Jugendlicher um, weil sein erzkonservativer Vater ihn zu einem Leistungselitekind machen wollte. Dabei wollte der Junge nur seiner Leidenschaft nachgehen und Theater spielen. Für seinen Vater war das Quatsch und Spinnerei. Mir scheint, das Leistungsdenken ist heute nicht mehr nur ein Primat der Konservativen, sondern in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen. Oder wie seht Ihr das?

Filmtipp: Station Agent

Als ich letztens mit meinen werten ZG-Kollegen italienisch essen war, kamen wir durch die fabelhafte US-Serie »game of thrones«, auf den kleinwüchsigen Schauspieler Peter Dinklage zu sprechen. In dem Film Station Agent vom Jahre 2003 spielte er die Hauptrolle.

Station Agent handelt von dem kleinwüchsigen Fin, der Eisenbahnen und Züge liebt, introvertiert ist und kein leichtes Leben als Mensch hat, da er nur ca 140 cm groß ist. Als er ein kleines Stationshäuschen direkt an der Eisenbahn erbt, gibt er sein bisheriges Leben auf und will fortan zurückgezogen und einsam dort leben. Doch immer wieder kreuzen der lebensfrohe Joe und die depressive Olivia seinen Weg, die er aber bald zu seinen neuen Freunden zählt.

Staton Agent ist ein ruhiger Charakterfilm im Stile eines »the Wrestler«, der tief berührt und ans Herz geht. Peter Dinklage beweist in diesem Film, was für ein großartiger Schauspieler er ist. Sehenswert!