
Ich steige ein. Der Bus fährt los.
Mein Blick schneidet die hier anwesenden Menschen in gleichförmige Scheiben. Meine Augen zerhacken Gesichter, Brüste, Bäuche und Hintern in ihre Einzelteile. Meine Gedanken stapeln die Menschenfetzen zu einem großen Fleischberg. Meine Hassliebe zersägt Nerven, Muskeln, Knochen und Organe. Meine gewaltbefreiten Tagträume basteln mir ein gleichgeschaltetes Menschenwesen.
Ich steige aus. Der Bus fährt los.


...ist das hier die Frage? Oder vielmehr: sollte das die Frage sein? Millionen Frauen (und auch viele Männer) in Deutschland können nicht entspannt essen oder haben gar eine Essstörung. Sie kotzen, hungern und rennen in Herden ins Fitness-Studio, um dem herrschenden Schönheitsdogmatismus gerecht zu werden. Ihr Alltag und ihre Gedanken drehen sich oft um die eigene Körperoptimierung: Welche Creme passt zu meinem Typ? Welches Essen hat wenig Kalorien? Welche Kleidung betont meinen Körper am besten? Bei welchem Sport nehme ich am meisten ab?
Wer über politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Veränderungen spricht, und dabei halbwegs ernst genommen werden will, der muss Zahlen und Fakten vorlegen, wirtschaftspolitische Modelle oder Theorien besprechen, die Finanzmarktindustrie ernst nehmen oder ökonomisch argumentieren. Der herrschende Ökonomie-Diskurs, lässt eine offene und konstruktive Wertedebatte, in welcher der Mensch im Mittelpunkt allen politischen und wirtschaftlichen Handelns steht, nicht zu. Ganz im Gegenteil, wer primär normativ argumentiert, gilt wahlweise als
Im Morgenmagazin der öffentlich-rechtlichen Sender vergeht kein Tag, an dem nicht das Wort Krise in Verbindung mit Banken/Währungen/Wirtschaft/Ländern genannt wird. Für Menschen die nach 2007 geboren wurden beschreibt das Wort Krise dann doch vielmehr den Normalzustand.