
Arbeitsrechte, Arbeitsbedingungen und Krankenkassen stehen unter Beschuss. Viele zivilisatorische und soziale Errungenschaften, die teilweise über Jahrhunderte, mit viel Blut, Schweiß und Tränen von Lohnarbeitern, Gewerkschaftern und Betriebsräten, erkämpft wurden — will man nun sukzessive wieder zurückfahren. Gleichzeitig war die Organisation der Arbeiterklasse noch nie so schlecht, wie im Jahr 2026.
Gewerkschaften und Betriebsräte haben immer weniger Mitglieder. Demonstrationen, Streiks und Proteste werden immer kleiner. Von ein paar Ausnahmen abgesehen. Die nachwachsende Jugend fordert zwar Work-Life-Balance, für dessen Umsetzung sollen aber bitte andere kämpfen.
Die libertäre Jasmin Kosubek hat den fast schon sozialistisch anmutenden Kriegsdienstverweigerer, Ole Nymoen, zu
Seit rund zwei Jahren bin ich im Betriebsrat. Machen statt meckern. Zwei mal im Jahr machen wir eine Betriebsversammlung. Es kommen durchschnittlich 100 Kolleginnen und Kollegen. Es geht um Arbeitsbedingungen, Tarifanpassungen, Gesundheitsschutz, Betriebsvereinbarungen, Finanzen, Arbeitsschutz und vieles mehr.
Die ständige Behauptung, dass »Leistung«, »Kompetenz« und »Fachwissen« relevant bei der Beurteilung und Beförderung von Mitarbeitern und Kollegen seien, ist weiterhin eine urbane Legende. »Vitamin S« (Sympathie) schlägt alles. Ich sehe das in der täglichen Arbeit mit Kollegen, mit der Leitung, mit den Eltern, mit dem Schuldirektor, im Betriebsrat, mit Kooperationspartnern, in Gremien — ja, überall. 

Viele Menschen wissen und spüren ganz genau, das in unserer Arbeitswelt so einiges schief läuft. Nur öffentlich reden will darüber kaum Jemand. Am Stammtisch dafür umso mehr. Heute möchte ich einzelne Meldungen, Berichte und Artikel rund um das Thema »Lohnarbeit« kommentieren.