Der pädagogische Happen (74)

-Sitzenbleiber-

Ein weiteres Thema, dass vielen unbequem ist ‑und ja nur der AfD nützt- ist nicht nur die steigende Quote der Klassen-Wiederholer in den Grundschulen, sondern auch die immer schlechter werdenden Kompetenzen der Erstklässler.

Immer mehr Kinder, die eingeschult werden, können nicht mehr ihren eigenen Namen schreiben, kennen weder Monate oder Wochentage, können die Zahlen von 1–20 nicht fehlerfrei aufsagen oder fließend deutsch sprechen.

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»Inside Schule«

Beim Thema »Schule« gibt es vor allem zwei dominante Sichtweisen. Die der etablierten Medien und der etablierten Politik sowie die der alternativen Medien und der Reformpädagogen. Die Einen instrumentalisieren Schulen als Bildungsanstalten für zukünftig-verwertbares Lohnarbeitsmaterial (»Humankapital«), das optional den Kindern gleichzeitig die gewünschte Weltsicht beibringen soll.

Die Anderen kritisieren vor allem staatliche Schulen als Anpassungs- und Unterwerfungsfabriken, bei denen unseren Kindern das selbstständige Denken gezielt abtrainiert werden soll. Deshalb befürworten sie nicht selten Privatschulen sowie reformpädagogische Ansätze.

Beide Analysen verkennen die eigentliche Perspektive: die tatsächliche Alltagswirklichkeit in Schulen.

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Der pädagogische Happen (73)

-Aufmerksamkeit-

(Eine typische Deutsch-Unterrichtsstunde in der Grundschule. Die Lehrerin erklärt altersentsprechend, ausführlich, anschaulich und verständlich die bevorstehende Aufgabe.)

Lehrerin: »Liebe Kinder, habt Ihr dazu noch Fragen?«

(2−3 Kinder melden sich, fragen nach. Die Lehrerin antwortet.)

Lehrerin: »Gibt es jetzt noch Kinder, die nicht wissen, was sie in den nächsten 15 Minuten machen sollen?«

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Kinder in Deutschland; Teil 55: Gruppendynamik

Viele Eltern sind verwundert oder gar geschockt, wenn sie vom pädagogischen Fachpersonal hören, wie sich ihre kleinen Engel in Kindergarten und Schule benehmen. Zuerst folgt oft der Abwehr- und/oder der Verteidigungsreflex. Zuhause sei ja alles »ganz anders«. Sie könnten so ein Verhalten ihres Kindes weder verstehen, noch nachvollziehen.

Meist wird anschließend an der Wahrnehmung oder der Kompetenz der Pädagogen gezweifelt. Außerdem müssten doch auch irgendwie andere bzw. externe Faktoren schuld seien. Dabei gibt es ein Merkmal, das bei fast jedem Kind zu drastischen Verhaltensänderungen führt und das logischerweise Zuhause kaum auftreten wird: die Gruppendynamik.

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Der pädagogische Happen (72)

-Fachkräftemangel-

Ariane Bemmer vom Tagesspiegel empört sich über den Fachkräftemangel in Kitas und Schulen. In der verqueren, aber leider mittlerweile üblichen Argumentation, werden Kinder zu Objekten, also zu Ressourcen gemacht. Die müsse man »hegen und pflegen«, weil sie doch »unsere Zukunft« seien. Von selbstbestimmten Subjekten mit eigenen Bedürfnissen, die auch in der Gegenwart ihre Daseinsberechtigung haben, ist ‑mal wieder- keine Rede.

Warum es überhaupt einen pädagogischen Fachkräftemangel gibt, was also die Ursachen sein könnten, wird überhaupt nicht thematisiert. Stattdessen glaubt die wohlbehütete Journalisten-Akademiker-Mittelschicht, man könne auch dieses Problem einfach mit Geld zuschütten. Weit gefehlt.

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»Kinder sind unsere Gegenwart!«

- Ein Beitrag für mehr Wertschätzung, Empathie und Achtsamkeit -

Die Redewendung »die Kinder sind unsere Zukunft« ist mittlerweile in unser kollektives Schwarmbewusstsein fest eingebrannt. Kinder werden hier, ganz selbstverständlich, als Rohstoffe und Ressourcen, ja, als ferne Objekte der wirtschaftlichen Verwertung betrachtet. Als zukünftige Steuerzahler, Arbeitnehmer, »Leistungsträger«, Rentenbeitragszahler, Konsumenten und Wähler. Deshalb, so die gängige Argumentation, müsse man »in Bildung investieren«, damit man in Zukunft die größtmögliche »Rendite« einstreichen könne.

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Der pädagogische Happen (71)

-Essen-

»Nur das Schulessen, das war echt pfui – das muss noch besser werden«

- tagesspiegel.de vom 20. September 2025

Es gibt kaum ein anderes Motiv, was bei Eltern in Kita und Schule ständig und bei den Kindern dagegen eigentlich nie ein Thema ist: das Essen. Deshalb ist es auch völlig realitätsfern und ‑schlicht gelogen- wenn nun der Tagesspiegel behauptet, dass sei für die Kinder irgendwie wichtig. Ich kann aus rund 10 Jahren Schulalltag, mit mehr als 600 Kindern inklusive jährlich 100 neuen Kindern, eindeutig sagen: ist es nicht!

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Kinderfeindlichkeit

Ihr verachtet und missachtet seit Jahrzehnten die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen. Die deutsche Kinderfeindlichkeit hat sich nicht nur in der C‑Zeit überall gezeigt, sondern ist weiterhin ungebrochen stark. In der Politik. In den Massenmedien. In der Gesellschaft. Im Alltag. Überall.

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Der pädagogische Happen (70)

»50 Prozent mehr Schulplatz-Klagen: Berliner Gericht zwingt Pankower Gymnasium zu Klassen mit 36 Kindern. [...] Der Berliner Schulplatzmangel hat zu einer höchst ungewöhnlichen Entscheidung des Verwaltungsgerichts geführt.«

- tagesspiegel.de vom 6. September 2025

Über den Elefanten im Raum will Niemand öffentlich reden. Spricht man mit Eltern oder Lehrern wird schnell klar, warum sich immer mehr Eltern der Einzugsgebiet-(Grund-)Schule für ihre Kinder verweigern. Warum sie sich stattdessen in ihre Wunschschule reinklagen, ihr Kind auf einer Privatschule anmelden oder versuchen, mit Ummelde-Tricks einen Schulwechsel zu erzwingen. Nur mit »Schulplatzmangel« hat das nun gar nichts zu tun.

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Der pädagogische Happen (69)

-Überforderung-

Immer mehr Eltern scheinen mit ihren Kindern überfordert zu sein. Wie ich zu dieser anekdotischen Analyse komme? Zahlreiche Erlebnisse und Elterngespräche aus rund 10 Jahren Schulalltag. Wie äußert sich diese »Überforderung«? Im folgenden einige Beispiele. Weiterlesen