
(Fünf Jahre nach der »Corona-Pandemie«. Oder auch: So geht Selbstentfremdung!)
Kollege: »Ich fühle mich nicht so gut. Ich mache mal einen Corona-Test.«
Ich: »Aber wenn Du Dich nicht gut fühlst, brauchst Du doch keinen Test machen?«
Kollege: »Ich will nur wissen, ob ich Corona habe.«
Ich: »Vertrau doch auf Dein Körpergefühl. Entweder Dir gehts gut oder eben nicht gut? Dann gehst Du Nachhause, zum Arzt oder bleibst auf der Arbeit. Wozu musst Du einen Test machen?«
Kollege: »Ich mache jetzt den Test.«
Ich: (20 Minuten später) »Und?«
Kollege: »Puh, Glück gehabt! Ich habe kein Corona. Ich kann wieder arbeiten gehen. Aber ich habe trotzdem Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.«
Neulich auf der Lohnarbeit (1)
Neulich auf der Lohnarbeit (2)
Neulich auf der Lohnarbeit (3)
Die ständige Behauptung, dass »Leistung«, »Kompetenz« und »Fachwissen« relevant bei der Beurteilung und Beförderung von Mitarbeitern und Kollegen seien, ist weiterhin eine urbane Legende. »Vitamin S« (Sympathie) schlägt alles. Ich sehe das in der täglichen Arbeit mit Kollegen, mit der Leitung, mit den Eltern, mit dem Schuldirektor, im Betriebsrat, mit Kooperationspartnern, in Gremien — ja, überall. 

In Deutschland pflegt man zuweilen einen absolut unlustigen Hierarchie-Lohnarbeits-Humor. Und der geht so: wird in einer Firma, in einem Unternehmen, einer Organisation oder irgendwo sonst auf einem Lohnarbeitsplatz ein Fehler gemacht oder (salopp ausgedrückt) in irgendeiner Form Scheiße gebaut, wird immer erst nach unten getreten. Azubis. Bundesfreiwillige. Ehrenamtliche. Die liebsten Sündenböcke aber, sind die Praktikanten. 
