Der pädagogische Happen (75)

-Schulpflicht-

Mittlerweile gibt es immer öfter Forderungen nach einer Abschaffung der Schulpflicht. Die Schulen seien zu ideologisch, zu konformistisch ausgelegt und sie würden die Schüler verdummen. Weitere Argumente sind, dass zu viel Unterricht ausfallen und es einen eklatanten Lehrermangel geben würde. Also könne man die Schulpflicht auch abschaffen und die Kinder Zuhause unterrichten.

All diese Phänomene mag es geben, sind in der Gesamtbetrachtung der kindlichen Entwicklung aber weniger relevant, als man denkt. Denn hier sprechen, wieder einmal, politisch-aktivistische Erwachsene aus ihren Elfenbeintürmen, die weder im Namen der Kindesentwicklung sprechen, noch den Schulalltag selbst erleben.

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Der pädagogische Happen (74)

-Sitzenbleiber-

Ein weiteres Thema, dass vielen unbequem ist ‑und ja nur der AfD nützt- ist nicht nur die steigende Quote der Klassen-Wiederholer in den Grundschulen, sondern auch die immer schlechter werdenden Kompetenzen der Erstklässler.

Immer mehr Kinder, die eingeschult werden, können nicht mehr ihren eigenen Namen schreiben, kennen weder Monate oder Wochentage, können die Zahlen von 1–20 nicht fehlerfrei aufsagen oder fließend deutsch sprechen.

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Der pädagogische Happen (73)

-Aufmerksamkeit-

(Eine typische Deutsch-Unterrichtsstunde in der Grundschule. Die Lehrerin erklärt altersentsprechend, ausführlich, anschaulich und verständlich die bevorstehende Aufgabe.)

Lehrerin: »Liebe Kinder, habt Ihr dazu noch Fragen?«

(2−3 Kinder melden sich, fragen nach. Die Lehrerin antwortet.)

Lehrerin: »Gibt es jetzt noch Kinder, die nicht wissen, was sie in den nächsten 15 Minuten machen sollen?«

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Kinder in Deutschland; Teil 55: Gruppendynamik

Viele Eltern sind verwundert oder gar geschockt, wenn sie vom pädagogischen Fachpersonal hören, wie sich ihre kleinen Engel in Kindergarten und Schule benehmen. Zuerst folgt oft der Abwehr- und/oder der Verteidigungsreflex. Zuhause sei ja alles »ganz anders«. Sie könnten so ein Verhalten ihres Kindes weder verstehen, noch nachvollziehen.

Meist wird anschließend an der Wahrnehmung oder der Kompetenz der Pädagogen gezweifelt. Außerdem müssten doch auch irgendwie andere bzw. externe Faktoren schuld seien. Dabei gibt es ein Merkmal, das bei fast jedem Kind zu drastischen Verhaltensänderungen führt und das logischerweise Zuhause kaum auftreten wird: die Gruppendynamik.

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Gratismut (3)

Vor einiger Zeit war ich auf einer Preisverleihung des Berliner Schülerzeitungswettbewerbs. Es wurden lange Reden von Politikern und Medienvertretern gehalten. Die Schülerzeitung unserer Schule hat auch einen Preis bekommen. Die Kinder haben sich sehr gefreut und waren sehr stolz. Meine Wenigkeit jedoch, kann die »Demokratie-Medien-Simulation« kaum noch ertragen.

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Kinderfeindlichkeit

Ihr verachtet und missachtet seit Jahrzehnten die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen. Die deutsche Kinderfeindlichkeit hat sich nicht nur in der C‑Zeit überall gezeigt, sondern ist weiterhin ungebrochen stark. In der Politik. In den Massenmedien. In der Gesellschaft. Im Alltag. Überall.

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»Berliner Zeitung«

Vor einigen Tagen wurde mein erster Artikel in der Berliner Zeitung veröffentlicht. Thema »Soziales Lernen«. Vermutlich haben sie aus SEO-Gründen den Titel geändert. Ich hatte »Soziales Lernen statt Digitalisierung« eingereicht. Nun steht da: »Klage eines Berliner Pädagogen: Dieser Aspekt kommt an unseren Schulen regelmäßig zu kurz«. Nun ja. Ganz ohne Kompromisse geht es wohl nicht. Nein, die große Reichweiten- und Aufmerksamkeits-Offensive wird ausbleiben. Ich fliege gern weiterhin unter dem Radar und mache gern weiterhin mein komplett eigenes Ding.

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Der pädagogische Happen (66)

‑Kürzungen-

Drei Meldungen der letzten Wochen verdeutlichen wie viel der Politik die Bildung der Kinder sowie die Teilhabe von Kindern an der Gesellschaft wirklich wert sind. Und obwohl sich mittlerweile selbst alle C‑Maßnahmen-Befürworter einig sind, dass die Kinder in der »C‑Pandemie« völlig unverhältnismäßig gelitten haben, setzt man bei ihnen nun den großen Spar- und Kürzungshammer an. Natürlich im Namen der Freiheit, der Demokratie und der Sicherheit. Was auch sonst. Weiterlesen

Der pädagogische Happen (65)

- Elfenbeinturm -

Zwischen Theorie und Praxis klafft häufig eine sehr große Lücke. Das wird kaum so deutlich, wie in der Bildung und in der Pädagogik. Ob (Fach-)Schulen, Dozenten, Journalisten, selbsternannte Experten, Freiberufler, Reformpädagogen, Kultusministerien, Wissenschaftler, Politiker oder Buchautoren: sie alle haben ganz viele und ganz tolle Ideen, Konzepte, Theorien und Maßnahmen im Gepäck, damit es in der pädagogischen Bildungslandschaft in Deutschland angeblich wieder vorangeht. Weiterlesen

Der pädagogische Happen (64)

- Konflikte -

Die Moderation von Konflikten, Missverständnissen und Meinungsverschiedenheiten unter Kindern, gehört zur klassischen Kompetenz eines Pädagogen. Kinder sind, in aller Regel, hier sehr ähnlich wie 90 Prozent aller Erwachsenen: sie wollen den Erzieher und/oder den Lehrer, auf ihre Seite ziehen. Sie wollen, dass der Andere Ärger oder eine klare Ansage bekommt. Sie selbst sehen sich fast immer in der Opferrolle. »Schuld« ist immer der Andere.

Ein guter Pädagoge will aber gar nicht wissen, wer angefangen hat, zu provozieren, zu schlagen oder zu ärgern. Die »Schuldfrage« trägt eben nicht zur Deeskalation bei. Auch wenn das Hypermoralisten gerne vor sich her tragen. Eine einseitige, auf emotionaler Beweisführung aufgebaute Täter-Opfer-Markierung, hilft Niemanden weiter. Außer vielleicht den Massenmedien, die gezielt Feindbilder aufbauen und bedienen wollen. Jeder Konflikt hat eine Ursache, einen Hintergrund und einen Kontext. Jeder. Weiterlesen