Die Shitstorm — Nichtbewegung

Original: Johan Larsson, flickr.com. Bearbeitet von epikur.

Als »shitstorm« bezeichnet man eine massenhafte öffentliche Entrüstung, die meist im Internet über soziale Netzwerke (twitter, facebook etc.) stattfindet. In kurzer Zeit können sich so große Empörungs- bzw. Entrüstungswellen entwickeln. Auf Facebook werden viele Kommentare zu einem spezifischen Thema oder einer bestimmten Äußerung veröffentlicht, dutzendfach Inhalte geteilt und massenhaft Beiträge mit einem »gefällt mir« versehen. Dieses neuartige Phänomen zieht meist große Aufmerksamkeit auf sich und setzt damit Politik, Medien und Unternehmen einerseits unter Druck und Zugzwang, andererseits sehen Werbenetzwerke (Affiliate), durch tausendfache Klickraten (Page Impression), hier eine große Profitchance.

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Kaufen. Wegwerfen. Kaufen.

Vor einigen Tagen ist ein Gutachten im Auftrag der Grünen durch die Presse gegangen, das Industrie und Unternehmen möglichst schnell wieder vergessen wollen: geplanter Verschleiß von Geräten als Massenphänomen. Hersteller bauen absichtlich mangelhafte Bestandteile ein oder es werden technische Tricks verwendet, um die Lebensdauer von Einzelteilen zu begrenzen.

In der Studie der »geplanten Obsoleszenz« (geplantes alt werden/abnutzen) betonen Stefan Schridde und Christian Kreis: »Je stärker die Gewinn- und Kapitalmarktorientierung, die auf Renditemaximierung setzt, desto anfälliger sind tendenziell Unternehmen, auf die Strategie geplanten Verschleißes zu setzen, da sie rein ökonomisch gesehen für das einzelne Unternehmen, wie oben gezeigt, unschlagbare Vorteile verschafft.«

Ein Social Media Shitstorm blieb aus. Viele dürfte das ohnehin nicht schockieren, unsere Wirtschaftsordnung ist schließlich auf Ausbeutung, kurzfristigen Profit und Konsum ausgelegt. Und wenn man dafür Kriege um Rohstoffe beginnt, bergeweise Müll fabriziert, die Umwelt verpestet oder Schrottprodukte produziert, damit man möglichst schnell wieder »neue, hochmoderne, auf dem Neuesten Stand der Technik« gefertigte Produkte kaufen soll, dann ist das eben so. Dem Profit darf sich nichts unterordnen. Qualität schon gar nicht!

Menschenfleisch in Teewurst entdeckt!

Alice Wiegand, wikimedia

In Deutschlands beliebter Streichwurst ist Menschenfleisch aus Polen, Rumänien und Serbien entdeckt worden! Vor allem Spuren von menschlichen Innereien (Leber, Herz und Niere), aber auch Knochenmarkreste haben es in die Rügenwalder geschafft. Noch ist unklar, wie Menschenfleisch in das Schweinefleischprodukt gelangen konnte. Experten vermuten einen internationalen Schmugglerring aus Osteuropa. Weiterlesen →

»Banken trennen, Kasinos schließen«

Die Organisation WEED hat einen Kurzfilm zu den Reformvorschlägen der Banken erstellt. Für viele von euch vielleicht nichts neues, aber für den einen oder anderen vielleicht eine ganz gute Zusammenfassung.

WEED hat auch noch einen 10-minütigen Film über Ratingagenturen, falls ihr bis heute nicht verstanden habt wie die funktionieren.

Fragen an Gott

Seid wann wird ein Papst gewählt? Wird er nicht von Gott selbst ernannt? Wollen Sie uns im Ernst weiß machen, es fand eine Wahl statt? Seit wann ist die katholische Kirche für seine demokratischen Praktiken bekannt? Weshalb ist Papst Benedikt eigentlich zurückgetreten? Wegen seiner Gesundheit, wie es offiziell hieß? Und das sollen wir glauben?

Nieteneliten

»...bis zu einem Bäcker habe ich es noch nicht gebracht. Das ist ausgezeichnet, dann können Sie anfangen, sagte Antonio darauf. Wenn Sie nämlich wirklich Bäcker wären oder etwas vom Backen verstünden, dann wäre nichts zu machen.«

- B. Traven. »Die Baumwollpflücker«. Rowohlt 1962. S. 45

Anmerkung: Entgegen dem alltäglichen Bildungs- und Leistungsgequatsche im öffentlichen Diskurs, möchte man heute keine Menschen, die eigenständig denken, neue Ideen und Visionen haben oder überdurchschnittlich intelligent sind. Was man wirklich will, sind vorauseilende Mitneider, funktionierende Mitmacher und schweigsame Mitwisser.