Als
die Bequemlichkeit
über
die Freiheit
siegte
Stellten
die Schmetterlinge
das Fliegen
ein
und begannen
zu kriechen
Als
die Bequemlichkeit
über
die Freiheit
siegte
Stellten
die Schmetterlinge
das Fliegen
ein
und begannen
zu kriechen
Ich habe immer geglaubt
Selbstentfaltung
sei attraktiver
als Selbstentfremdung
Ich habe immer geglaubt
Bildung
sei wichtiger
als Haltung
Ich habe immer geglaubt
Partizipation
sei erfüllender
als Resignation
Jetzt schwimme ich
in der lauwarmen Funktionslogik
Meine Schwimmflügel
sind betreutes Denken
Meine Taucherbrille
ist Konformität
Das Wasser
ist Fatalismus
Aber
ich schwimme
vorwärts
im Kreis
positiv
denkend
Wo
sie
Angstapparate
installieren
Wo
sie
Beschuldigungskultur
etablieren
Wo
sie
Denkverbote
propagieren
Wo
sie
Empathiezersetzung
zelebrieren
Wo
sie
Sprachmasken
kultivieren
Da
bitte
ich
um
Abstand
(inspiriert von »Ansage«. 2012.)

Der Corona-Lack ist ab.
(Ein Gastbeitrag von Tiffany)
Vor dem Tor der Hölle
Von der Tyrannei befreit sind Stadt und Fläche
durch der Freiheit holden, belebenden Blick,
Im Volke grünet Hoffnungsglück;
Die Regierenden, in ihrer Schwäche,
Zogen sich in ihre Bunker zurück.
Von dort her senden sie fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer einstiger Maskenpflicht
In Streifen über die befreite Flur.
Aber Dunkles duldet die Freiheit nicht,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt unbemaskte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach dem Horror zurück zu sehen!
Aus dem finstern faschistischen Tor
Dringt ein befreites Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich so gern allhie.
Sie feiern die Auferstehung der Demokratie,
Und sie sind selber auferstanden:
Aus Quarantänehäuser dumpfen Gemächern,
Aus Testzentren und Impfhöllen viel,
Aus dem Geheul von Ventilatoren und Fächern,
Aus der Herzen verquetscheter Enge,
Aus der Schulen unwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Ohne Abstand durch die Straßen und Wege zerschlägt,
Wie ihr Zug in Breit und Länge
So manch lustiges Transparent mitträgt,
Und, mit Freude überladen,
Vergessen ist des Karles Wahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns unverhüllte Gesichter an.
Ich höre schon des Platzes Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Jetzt bin ich wieder Mensch,
jetzt darf ichs endlich wieder sein!
hübsch sein
einen nützlichen
Idioten
finden
Geld
Auto
Haus
Garten
Urlaub
Kinder
Glück
Haben
Haben
Haben
Oder auch: »Blendkörper«
Das Schwein
steinigt den Schlächter
Der Gefangene
geißelt den Wächter
Der Landlose
liquidiert den Pächter
Die Hoffnung
häutet das Gelächter
Braucht der Wind einen Grund zum Wehen?
Im Straßenverkehr
In Bus und Bahn
Am Arbeitsplatz
Im Supermarkt
In der Ehe
Es gefällt mir, wenn Du mir gefällst und ich Dir ein gefällt mir geben kann. Dann gefällt es mir umso mehr, wenn Du mir einen Gefallen erweist, und mir auch ein gefällt mir gibst, auch wenn es Dir nicht gefällt. Denn ich bin dem gefällt mir verfallen, nicht dem aufrichtigen Interesse.
mustert
mauert
meint
stehend mit dem Tod
kauft
konsumiert
konkurriert
sitzend mit dem Tod
lacht
liebt
lebt
liegend mit dem Tod
(P:S: Ich sehe gerade, es gibt ein Theater-Stück von 1919 mit dem Titel »Masse Mensch« von Ernst Toller über die soziale Revolution des 20. Jahrhunderts. Manche Gedankengänge scheinen zeitlos zu sein.)
In Kindergärten
In Schulen
In der Erwerbslosigkeit
In Maßnahmen
In Krankenhäusern
In Pflegeheimen
In Gräbern