Fressen als Fetisch

fressen_fetischKochsendungen mit und ohne Promis, Kochbücher auf den Bestseller‐Listen, Foodblogger und Food Events wie die Berlin Food Week, Erlebnis‐Restaurants (wie beispielsweise das Dunkelrestaurant) oder der Billig‐Italiener um die Ecke, Dinner Shows, Restaurant‐Kritiker und Bewertungsportale wie yelp.de, Ernährungstipps und Trainer, Gourmet‐Köche, dogmatische Vegetarier oder fanatische Veganer, Fast Food – Jugendhype, Magersucht‐Kotz‐Models, Kino‐Popcorn‐Reinstopfer, Omas Kochkünste, Bio‐Besseresser, Kochduelle, Diät‐Wahnsinn oder dutzende Rezepte‐Webseiten: essen und kochen ist für viele Menschen nicht einfach nur ein Grundbedürfnis des Körpers, sondern Leidenschaft, Obsession und Fetisch. Weiterlesen

Presseblick (4)

In der Berliner Morgenpost warnen Innensenator Frank Henkel (CDU) und Berlins Verfassungsschutz‐Chef Bernd Palenda vor den »gewaltbereiten Salafisten«: »...sieht der kommissarische Verfassungsschutz‐Chef Palenda nun den Trend zu privaten Versammlungen. Dort werde in kleinen Gruppen noch intensiver die Ideologie verbreitet.« Während also Nazis mordend durch Deutschland ziehen (NSU) und die neoliberale Ideologie uns täglich in sämtlichen Massenmedien eingeimpft werden soll, warnen die Verfassungsschützer vor »Gewaltbereiten«, die ihre Ideologie »privat« weitergeben.

In der WAZ gibt es einen Artikel über die Umschulung zu Pflegekräften im Raum Essen. Ein typischer Artikel, der vorgaukelt, kritisch zu sein, ohne wirklich zu hinterfragen. Bemängelt wird, dass es zuwenig Pflegekräfte (warum wohl?), aber gleichzeitig vermeintlich viele Arbeitslose gäbe, die sich gern zu Altenpflegern umschulen lassen würden, die Jobcenter und Arbeitsagenturen jedoch nicht genügend Bildungsgutscheine dafür bereit stellen würden: »Es sollte im Sinn von Agentur und Jobcenter sein, weitere Leute aus dem Sozialbezug zu holen.« Naiv oder dreist? Der Sinn der Jobcenter besteht viel mehr darin, Druck auf Erwerbslose auszuüben, den Niedriglohnsektor zu fördern und vor allem Erwerbslose in Kursen, Umschulungen und Fortbildungen zu parken, um die Erwerbslosenstatistiken zu schönen. So etwas traut sich aber kein Journalist zu schreiben. Weiterlesen

ZG‐Rückblick: Verhungern in Afrika

Während ich diese Zeilen schreibe, zeigt das zweite Deutsche Fernsehen gerade die »Küchenschlacht« und im Anschluss die »Topfgeldjäger«. Küchenschlachten gibt es wahrscheinlich in Ostafrika gegenwärtig auch einige, ob diese aber etwas mit einem Hochglanz‐Fernsehformat gemeinsam haben kann bezweifelt werden. Aufgrund von jahrelangerer Dürre ist nun eine Hungersnot vakant, die groß genug ist um auch mal wieder in den bürgerlichen Medien Erwähnung zu finden.

Finden verhungernde Menschen in Afrika bei uns genug oder die richtige mediale Aufmerksamkeit? Sind islamistische al‐Shabaab‐Milizen in Somalia der Katalysator für eine humanitäre Katastrophe? Wo liegen die wirklichen Ursachen solcher Katastrophen? Weiterlesen