Der Anschlag (18)

anschlagWikileaks will herausgefunden haben, dass die Pharma‐ und die Lebensmittelindustrie seit Jahrzehnten eine geschäftliche Verabredung getroffen haben: Glutamate, Anti‐Oxidationsmittel, künstliche Aromen sowie Konservierungs‐ und Zuckerersatzstoffe sollen gezielt Allergien und Krankheiten hervorrufen, die dann mit unzähligen Medikamenten wieder geheilt werden könnten. Vertreter beider Industriezweige bezeichneten diese Behauptung als Verschwörungstheorie.

Die Tierschutzorganisation PETA fordert die Politik auf, Fleischessern die Menschenrechte abzuerkennen: »Wer Qualfleisch frisst, sollte leiden«, so ein Sprecher.

Die thailändischen Sicherheitsbehörden wollen stärker gegen den Sex‐Tourismus im eigenen Land vorgehen. Geplant sei eine gut ausgebildete Task‐Force, die sich speziell mit diesem Thema befassen soll. Die Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL) legte daraufhin Protest ein und will eine internationale Gegen‐Kampagne starten.

Neulich im Schwimmbad

In Ruhe seine Bahnen ziehen, ist schon lange kein Vergnügen mehr, sondern eher eine Herausforderung geworden. Das Schwimmbad in meiner Nähe, welches ich in 15 Minuten per Fußweg erreiche, ist voller Treibholz und Schwimmbojen. Ältere Damen jenseits der 60 segeln fröhlich mit Stehgeschwindigkeit im Duett oder im Trio nebeneinander (!!) her, schwatzen entspannt über das Wetter, Krankheiten und vermeintliche Familienprobleme. Schimpfen jedoch sofort los, wenn man es wagen sollte, sie zu überholen oder wenn sie einen Tropfen Wasser, beispielsweise durchs Kraulschwimmen, abbekommen. Senioren üben sich im Rückenschwimmen und drängen alle Hindernisse, also andere Menschen, rücksichtslos ab: »Oh, Entschuldigung!« Na klar. Dabei bin ich derjenige, der ständig am ausweichen ist und Rücksicht nimmt. Sie alle haben aber schließlich Eintritt bezahlt und nun das Recht erworben, sämtliche Bahnen mit ihrem Egoismus zu blockieren.

Bis 15 Uhr kostet der Eintritt 3,50 Euro, danach 5,50 Euro. Das tolle: ab 15 Uhr fängt auch der Parallelbetrieb an. Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene, Aqua‐Fitness und so weiter. Man darf also ab 15 Uhr mehr als 50 Prozent des Grund‐Eintrittspreises draufzahlen und bekommt dafür dann weniger Schwimmfläche zur Verfügung als vor 15 Uhr. Als ich die Badeaufsicht auf diese absurde Logik hinweise, macht sie auf unschuldig: »Ich bin dafür nicht verantwortlich.« Das stimmt sogar. Verantwortlich sind die politischen Budget‐Kürzungen für Bildung, Kultur und Soziales. Irgendwie müssen die Milliarden, die man den Banken geschenkt hat, ja wieder eingetrieben werden. Schwimmen wird zunehmend zu einer privilegierten Freizeitbeschäftigung.

Rentenbetrug

»Rentenversicherung warnt vor Trickbetrügern. Als Rentenversicherung getarnt versuchen derzeit Kriminelle, gutgläubige Rentner und Versicherte zu betrügen.«

- Nachrichtenagentur DPA vom 18. Dezember 2014

Anmerkung: Das große Verbrechen am Volk verübt jedoch die Deutsche Rentenversicherung und die Politik selbst. Die Rente mit 67, die Abkoppelung der Rentenformel von der Produktivität Deutschlands, die Plünderung der Rentenkasse und die Teil‐Privatisierung der staatlichen Rente erzeugen eine (Massen-)Altersarmut, die gewollt ist. Die Menschen sollen mit allen Mitteln (vor allem Panik‐ und Angstmache) zur privaten Vorsorge gezwungen geführt werden, damit sich Versicherungen und Banken an ihren Einnahmen erfreuen können. Außerdem kann man so immer mehr alte Menschen zu weiterer Minijob‐Lohnarbeit animieren sowie den Niedrig‐Lohnsektor aufrecht erhalten und ausbauen, weil die staatliche Rente weder zum Überleben, noch zum Ableben reicht.

Die gesichtslosen Alten

Wir leben in einer altersfeindlichen Lohnarbeitsgesellschaft. Wer mit über 50 plötzlich erwerbslos wird und einen neuen sozialversicherungspflichtigen Job sucht, bekommt das deutlich zu spüren. Auch in den Medien wird der Jugendwahn zelebriert: schön, gesund und geil ist, was jung ist. Auch in der Öffentlichkeit werden Senioren und Rentner weitestgehend ignoriert oder als Belastung empfunden. Seit einiger Zeit ist mir zudem aufgefallen, dass unsere Online‐Massenmedien beim Thema Rente, Pflege oder Demografie, nur die Hände von alten Menschen zeigen, nicht aber ihre Gesichter. Einige Beispiele:

- faz.net vom 12. September 2013

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Rentner abschaffen!

Die Medien und die Politik sind derzeit völlig aus dem Häuschen: wir werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten millionenfache Altersarmut in Deutschland vorfinden. Für jeden, der sich in der Vergangenheit ein wenig mit Politik beschäftigt hat, dürfte dies keine Überraschung sein. Die Schröder‐Regierung hat die Rentenformel geändert, Arbeitnehmer an Versicherungskonzerne verkauft, den Niedrig‐Lohnsektor massiv ausgeweitet usw.  Altersarmut und Kinderarmut sind gewollte Politik und kein Schicksal. Rentner werden in Deutschland verachtet!

Ich hätte für die Bundesregierung folgende Vorschläge:

  1. Die Altersarmut schönrechnen. Arm im Alter ist nur jemand, der weniger als 200 Euro im Monat zum Leben hat.
  2. Rentner wegdefinieren. Rentner ist ab sofort erst jemand der über 80 Jahre alt ist, keiner geringfügigen Lohnarbeit nachgeht und seit mindestens 50 Jahren in Deutschland lebt und einen deutschen Pass hat.
  3. Alte Menschen verschiffen. Deutschland ist eine Exportnation und könnte seine Erfahrung diesbezüglich nutzen, um Individuen, welche den Staatshaushalt unnötig belasten (also auch ALG 2 Empfänger, Behinderte, Kranke, Asylanten usw.) nach Australien, Südamerika oder Südostasien zu verschleppen. Ohne Chance auf Rückkehr. »Made in germany« ist doch ein Gütesiegel, oder?

Die Verachtung der Alten

Torben von flickr

Wer in Deutschland jenseits der 60 Jahre alt ist, hat kein leichtes Leben. Er wird zunehmend als Belastung angesehen. In der Demographie‐Debatte werden Rentner als ein aktuelles und ein zukünftiges Problem definiert. Wer die 50 bereits überschritten hat, weder hochqualifiziert ist oder Beziehungen hat, der wird reichlich Erfahrungen mit Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt machen. Wer im Alter chronisch krank ist, wird vielfach mit Ablehnung und Ignoranz konfrontiert werden. Weiterlesen