»Jeder ist seines Krankheit Schmied!«

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© epikur

Das neoliberale Eigenverantwortungs-Dogma hat mittlerweile jede Pore des gesellschaftlichen Lebens vergiftet. Strukturelle Bedingungen, äußere Einflüsse oder umweltbedingte Faktoren werden so systematisch ausgeblendet und ignoriert. »Vom Tellerwäscher zum Millionär!«, »Du hast nur die falsche/negative Einstellung!« oder »Du kannst alles schaffen im Leben, wenn Du es nur wirklich willst!«, sind die typischen Leitsätze, die tief verinnerlicht wurden. Gesetzliche, umweltbedingte, neofeudale und finanzielle Rahmenbedingungen werden komplett ausgeklammert.

Ähnlich verhält es sich bei dem Thema Krankheit und Gesundheit. Krankheiten werden zunehmend nur noch mit Eigenverantwortungs-Floskeln verargumentiert: zuwenig Sport, falsche Ernährung, genetisch bedingt, zuviel Stress, zuwenig Prävention und Vorsorge, zuviel Alkohol und/oder Zigaretten und so weiter. Natürlich haben diese Faktoren einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Aber gibt es überhaupt noch schulmedizinische Ärzte die von Lebensmittel- und Kosmetikgiften sprechen? Von Krankenhaus-Keimen? Raffinade-Zucker? Gifitger Stadtluft? Verseuchte Böden und Pestiziden? Chemischen Schadstoffen in unserer Umgebung? Von Medikamenten-Nebenwirkungen? Oder sind das nur Verschwörungstheorien von linken Stalin-Steinzeit-Kommunisten? :pfeif:

Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik

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Das Berliner Bildungsprogramm ist das pädagogische Leithandbuch für alle Berliner Kindertageseinrichtungen. Viele Bundesländer haben so eine Bibel für Kita-Pädagogen. Auch wenn dieses Handbuch viel dazu beigetragen hat, die Kindertageseinrichtungen als Bildungsinstitutionen und eben nicht nur als Aufbewahrungs- und Abschiebeanstalten für Kinder zu verstehen (damit die Eltern ordentlich lohnarbeiten können!), so ist leider auch dieses Werk durchsetzt von marktwirtschaftlicher Verwertungslogik. Schließlich sollen Kinder für uns weiterhin der Zukunfts-Rohstoff, anstatt unsere Gegenwart sein. Weiterlesen →

Büttel des Kapitals

»Tatsächlich gehört zu den 99 Prozent neben den Verdammten dieser Erde auch eine relativ breite obere Mittelschicht aus Ärzten, Akademikern, Journalisten, leitenden Angestellten, Werbeleuten und hohen Beamten, ohne die sich die Herrschaft des einen Prozents keine 48 Stunden länger halten könnte.«

Serge Halimi. »Die Illusion der 99 Prozent«. Le Monde Diplmatique. August 2017. S. 5

Anmerkung: Die kleinbürgerliche Erzählung, das Glück komme mit Ehe, Haus, Garten, Auto, Urlaub und Kindern von ganz alleine, hält sich weiterhin fest in den Köpfen der Biedermeier-Weltverleugnungs-Bio-Öko-Spießer-Mitte. Dabei muss man sich nur einmal anschauen, wie viele Unterhalts‑, Sorgerechts- und Scheidungskriege es mittlerweile gibt. Würde die extreme Mitte nicht ständig nur um sich selbst und um ihren Sozial-Status kreisen, gebe es vielleicht noch Hoffnung auf Veränderung. So bleibt mir nur der Zynismus.