Nach dem griechischen Philosophen Epikur ist Glück die Erfüllung ureigener Bedürfnisse, eine Hingabe an die kreative Lust und das Streben nach einem Zustand innerer Seelenruhe. Dabei sei die strategische Reduktion auf die notwendigsten Bedürfnisse keine Askese, sondern die Vermeidung von schädlichem Ehrgeiz und krankmachender Gier. Der heutige sozioökonomische Anpassungsdruck, der auf die Menschen durch vielerlei Kanäle und Mechanismen ausgeübt wird, macht das Individuum zum Objekt fremder Bedürfnisse. Zu einer Nummer, zu einem Produkt und zu einer Arbeitsmarktware. Der technokratisch-bürokratische Staatsapparat sowie die neoliberale Konsum- und Arbeitswelt zwingen den Bürger, seine Individualität zu negieren, seinen Marktwert zu steigern und sich ‑im Sinne einer höheren ökonomischen Verwertbarkeit- ständig selbst zu optimieren. Weiterlesen
Archiv des Monats: Mai 2016
»Deutschland ist wirtschaftlich erfolgreich!«
EU-Abgeordnete, Journalisten, Linksgrüne, vermeintliche Wirtschaftsexperten, die Bundesregierung, (auch linke) Akademiker und Intellektuelle sowie viele, viele Andere wiederholen ständig und überall diesen Glaubenssatz. Dabei bleibt stets die Frage: Wer ist mit Deutschland eigentlich gemeint? Die mehr als 7,5 Millionen Bezieher von ALG 2 und Sozialgeld? Die 2,5 Millionen Kinder in Armut? Die 8 Millionen, die im Niedriglohnsektor arbeiten? Die 2,5 Millionen Rentner, die in Armut leben? Die rund 850.000 Obdachlosen? Die 4 Millionen Menschen, die an Depressionen leiden? Generation Praktikum? Akademisches Prekariat? Flüchtlinge? Nein, natürlich nicht. Mit Deutschland sind Konzerne, Unternehmen, Banken und Millionäre gemeint. Nur sagt das niemand. Stattdessen wird die Volksgemeinschaft beschworen und immer wieder so getan, als hätten die Ärmsten der Armen irgendetwas davon, wenn Banken und Konzerne satte Profite machen.
Die Megamaschine
Eine interessante Theorie. Kapitalismus und Neoliberalismus als Bestandteile einer »Megamaschine« der jahrhundertelangen Geldökonomie. Militarismus, Finanzindustrie und Staaten seien schon immer miteinander verflochten gewesen. Aus dem Zwang zur endlosen Geldvermehrung entkomme heute niemand mehr.