Reiche sind bessere Menschen...

...will uns SpiegelOnline mit einem Artikel vom 3. April 2011 sagen. In einer Studie der Uni Potsdam haben sich 500 Millionäre selbst eingeschätzt. Reiche seien demnach anders als der dreckige Rest der Bevölkerung — allerdings in anderem Maße als gedacht, so SpiegelOnline:

Melanie Kramer, Soziologin in Potsdam, hat die Daten ausgewertet und fasst die Charaktermerkmale der Reichen so zusammen: »Sie sind weniger neurotisch, also psychisch und emotional stabiler. Außerdem sind sie häufiger extravertiert, sie sind gesellig und gern unter Menschen. Vermögende sind wesentlich offener für neue Erfahrungen, wissbegierig und tolerant. Dagegen sind sie weniger verträglich und scheuen keine Konflikte.«

Wenn mich SpiegelOnline fragen würde, dann würde ich sagen, dass Reiche und Superreiche vor allem materialistisch, egoistisch, eigennützig, rücksichts- und skrupellos sind. Es ist nur logisch, dass wer viel besitzt, dass dafür jemand anderem viel genommen wurde. Ohne Rücksicht und Gewissensbisse. Vielleicht sollte man mal die sog. »bildungsfernen Schichten« befragen, was sie über Reiche denken. Ob das viel objektiver, sachlicher und wissenschaftlicher als eine Selbsteinschätzung von Millionären wäre, darf getrost bezweifelt werden. Was übrig bleibt, ist der schale Beigeschmack einer positiven Imagekampagne von SpiegelOnline für Reiche und Vermögende in Deutschland.

Moderne Sklaven

Im Frühling des Jahres 2004 hat sich der gemeinnützige Verein Fairwork e.V. gegründet. Nicht selten werden Praktikanten, mit der Hoffnung auf eine feste Stelle, ausgebeutet. Die Anforderungen an Praktikantenstellen sind teilweise so hoch wie für reguläre Stellen, nur eine Bezahlung ist kaum oder gar nicht vorhanden. Dabei sind viele Hochschulabsolventen hochqualifiziert und Arbeitsplätze für sie sind scheinbar auch vorhanden. Nur anständig bezahlen will man sie nicht. Fairwork e.V. versteht sich als Interessensvertretung für Praktikanten. Die Plattform gibt Tips zu Praktikantenrechten, stellt Erfahrungsberichte über Praktika online und prämiert besonders faire Praktikumsstellen. Übrigens arbeiten in 9 der 14 Bundesministerien alle Praktikanten grundsätzlich unentgeltlich: die meisten Praktikanten, nämlich 871, nahm im vergangenen Jahr das Auswärtige Amt auf — ohne Vergütung.

Gesetzlich festgelegte Individualität

Die Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts aller in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen bemisst sich nach der individuellen Bedürftigkeit. Die individuelle Bedürftigkeit ergibt sich aus dem gesetzlich festgelegten Bedarf, gekürzt um Einkommen und Vermögen.

- Jobcenter Berlin Spandau

Anmerkung: Das Bürokratensprech pervertiert den Begriff der Individualität in ein Oxymoron. Eine Individualität, die anhand von vorher festgelegten Kriterien bestimmt wurde, ist keine mehr. Das Individuum bestimmt  nicht mehr, was für es gut ist, sondern der Staat definiert die Bedürfnisse des Einzelnen. Die »individuelle Bedürftigkeit« wird nicht berechnet, sondern verrechnet. Wer zu individuell (und zu bedürftig) ist, dem schlagen die vollen Härten des SGB2 und SGB3 entgegen. Unterordnen, anpassen, gehorchen, mitmachen — kurz: der ALG2-Empfänger hat seiner »Mitwirkungspflicht« nachzukommen und nicht seiner Bedürfnisse.

Kinder in Deutschland; Teil 11: Das Bildungspaket

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales macht derzeit bundesweit Werbung für das sog. Bildungspaket für Kinder. Mit der Hartz4-Novellierung von Ende Februar sollen nun auch bedürftige Kinder zusätzliche Leistungen für Mittagessen, Ausflüge, Sport sowie Lern- und Schulförderung vom Jobcenter erhalten. Nur was genau verbirgt sich hinter dem Bildungspaket?

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Systemische Schizophrenie

Lohnarbeitverschenker: Guten Tag, Herr X! Schön, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.

Lohnarbeiter: Vielen Dank, Herr Z .

Lohnarbeitverschenker: Nun, Herr X, erzählen Sie uns doch mal bitte, wie Sie auf unsere Firma gekommen sind?

Lohnarbeiter: Durch eine Stellenanzeige.

Lohnarbeitverschenker: Interessant. Und welche Motivation haben Sie in unserer Firma zu arbeiten?

Lohnarbeiter: Es wird bezahlt und ich brauche Geld, um Miete, Strom, Nahrung usw. bezahlen zu können. Ihre Firma interessiert mich, entschuldigen Sie, ehrlich gesagt nicht. Weiterlesen →

ZG-Rückblick: Atomstrom

Seit über 20 Jahren zeigt Matt Groening satirisch mit seinen Simpsons, dass Atomenergie und der Mensch einfach nicht zusammenpassen. Nun zeigt uns unsere Erde, dass sie ebenfalls nicht kompatibel mit dieser Technik ist. In Deutschland wurde mehr oder weniger gehandelt und sieben von 17 AKWs vorübergehend abgeschaltet. Aus Frankreich z.B. erreicht uns bis jetzt keine ähnliche Meldung. Dort sind über 50 Kraftwerke am Netz. Ist es nun eine Technik der Zukunft oder wird uns die Zukunft vom Gegenteil überzeugen? Mal wieder...

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