Neusprech: Wirtschaftsflüchtling

»Niemand setzt alles aufs Spiel, lässt alles los – die Heimat, Besitz, Familienangehörige, vielleicht sogar Kinder – und das alles nur in der Hoffnung auf den Bezug von Sozialleistungen.«

- proasyl.de vom Juli 2015

ZG-Artikel: Neusprech HeuteAls Wirtschaftsflüchtlinge werden Aussiedler bezeichnet, die nicht wegen Krieg oder politischer Verfolgung ihr Land verlassen hätten, sondern primär aus ökonomischer Not heraus, die beschwerliche Reise angetreten sind. Der Begriff steht damit in direkter Abgrenzung zum Kriegsflüchtling. Weitere negativ konnotierte Wörter in diesem Zusammenhang sind: Elendsflüchtlinge, Sozialtouristen (Unwort des Jahres 2013), Integrationsverweigerer oder Armutszuwanderer. Weiterlesen →

Über den gemeinen Erwerbslosen

Ist nicht im Regelbedarf enthalten: Rostbratwurst

Ist nicht im Regelbedarf enthalten: Rostbratwurst

Das mediale sowie gesellschaftliche Bild vom Erwerbslosen in Deutschland ist negativ besetzt. Vorurteile, Klischees sowie offene und unterschwellige Diffamierungen bestimmen die Berichterstattung und das soziale Miteinander. Wer erwerbslos ist, hat wenig soziales Kapital, gilt in vielen Frauenaugen als schlechte Partie und befindet sich stets in einer Rechtfertigungs- und Defensivhaltung. Nicht nur gegenüber den Behörden, sondern vor allem auch im sozialen Umfeld. Wieso, weshalb, warum man denn arbeitslos sei? Was man denn effektiv tun würde, um dieser Misere zu entkommen? Und ob man womöglich nicht doch irgendwie (also auf jeden Fall!) selbst daran schuld sei, sind die ständigen subtilen Anklagen, denen erwerbslose Menschen ausgesetzt sind. Weiterlesen →

Zweifler sind Spinner

In den USA gibt es immer mehr Gruppen, Organisationen, Architekten, Feuerwehrleute, Wissenschaftler, Physiker und Prominente (beispielsweise Woody Harrelson, Charlie Sheen), die der offiziellen Darstellung zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 misstrauen. Dabei geht es um das WTC‑7 Gebäude, darum, dass die CIA von den Anschlägen wusste oder es sogar ein »Inside Job« gewesen sei, um den Krieg gegen Afghanistan zu rechtfertigen und um weitere vermeintliche Unstimmigkeiten. Interessant ist hierbei, wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia mit der Bewegung umgeht. Die negativ konnotierte Kampfvokabel »Verschwörungstheorie« taucht beim Artikel zu »9/11 Truth Movement« insgesamt mehr als 10 mal auf. Gleichzeitig wird in einem Absatz behauptet:

»Ihre Vertreter bezeichnen sich auch als 9⁄11 truth activists, abgekürzt als truther. Ihre Gegner verwenden diese Abkürzung seit etwa 2007 abwertend, etwa im Sinne von verbohrte, besessene, laute, extremistische Verrückte.«

Nur um dann einige Abschnitte weiter, das denunzierende Wort Truther selbst zu verwenden:

»Europäische Truther nahmen 2009 und 2011 in Berlin an Demonstrationen gegen Überwachung unter dem Motto Freiheit statt Angst teil.«

Wikipedia ist bei diesem Thema also alles andere als sachlich oder wertneutral. Ganz im Gegenteil verrät sich der Wikipedia-Schreiberling als Gegner der »9/11 Truth Movement«, wenn er den Terminus Truther selbst verwendet.