Schreibwerkstatt

Eins der ersten Projekte auf Zeitgeistlos war zweifellos die »Schreibwerkstatt«. Aus einem Buch für angehende Autoren wurden Übungen und Schreiblektionen leicht verändert übernommen und dann munter drauf los geschrieben. Interessante Formulierungen wie z.B.:  »wenn ich daran denke wie sich das anfühlt wenn jemand nach und nach die äußeren Schichten meines Körpers, womöglich noch im Gesicht, mit einer Klinge abschält« bei  Spitze Grausamkeit sind da unter anderem entstanden. Es gibt zwar kein neues Futter für die Schreibwerkstatt, ich wollte dennoch mal auf unsere etwas vernachlässigte und vergessene Perle hinweisen ;)

Alternativen

»Immer nur motzen und kritisieren ist ja leicht«, sagen einige. »Sag doch mal wie man es besser machen könnte! Wenn Du das nicht kannst, ist Deine Kritik ja nichts wert!«, sagen andere. Auch wenn ich dieser Prämisse nicht zustimme, da das Wesen der Kritik nicht zwingend daran geknüpft ist, Alternativen vorschlagen zu müssen und weil die Forderung nach Alternativen häufig nur dazu dient, die Kritik selbst zu unterbinden, den Kritiker mundtot zu machen. So werde ich mich heute dennoch daran versuchen, ein paar kurze und allgemein gehaltene Vorschläge zu bringen. Mich also selbst eurer Kritik  zu stellen, wenn man so will. Nur um zu zeigen, dass eine andere Welt und Gesellschaftsform möglich ist. Ihr könnt natürlich gerne ergänzen und kritisieren ;) Weiterlesen →

Neusprech: Protestwähler

Die Wahlforschung unterscheidet vier Wählertypen: den Stammwähler, den Wechselwähler, den Nichtwähler und den Protestwähler. Während die ersten drei sich von selbst erklären, wird der Begriff des »Protestwählers« häufig instrumentalisiert, um Wähler einer bestimmten Partei zu unterstellen, sie würden diese nicht wegen den Inhalten wählen, sondern nur, um andere Parteien und Politikern zu schaden. Inwiefern kann man überhaupt Protest wählen? Nur weil man für keine große Partei stimmt, ist man automatisch ein Protestwähler? Weiterlesen →

Interview mit Prof. Peter Grottian

Am 26. April 2010 führte der Rotdorn ein Interview mit Prof. Peter Grottian über das Bankentribunal von Attac und den Bildungsstreik. Peter Grottian ist 1942 in Wuppertal geboren, war von 1979 bis 2007 Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und ist seit langem in vielen linken sozialen Bewegungen, wie z.B. dem »Komitee für Grundrechte und Demokratie« oder der »Initiative Berliner Bankenskandal«, aktiv. Während des von Attac ins Leben gerufene Bankentribunals saß Prof. Peter Grottian auf der Seite der Ankläger.
Im folgenden ein kurzer Auszug aus dem Interview. Das vollständige Interview ist auf der Rotdorn-Homepage als MP3 verfügbar. Weiterlesen →

In diffuse Angst treiben

Der BILD-Leser soll sich nicht fürchten. Furcht kennt ihre Gründe, man kann sie beschreiben, begreifen, sich wehren, sich schützen. Sie fordert geradezu Aktivität — in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, in der Politik. Deshalb soll der BILD-Leser nicht Furcht, sondern Angst haben, soll in einen rational nicht mehr faßbaren Zustand wehrlosen Zitterns versetzt werden: überall drohen Gefahren, unvorhersehbar, bis das Schicksal zuschlägt.

- Günter Wallraff, Der Aufmacher, Kiepenheuer und Witsch Verlag 1977, Seite 64

Anmerkung: Wer Angst hat, ist leichter zu manipulieren, zu beeinflussen und konsumiert mehr. Wer Angst hat, bleibt passiv und unmündig. Angst ist kein Mittel der Aufklärung, sondern der Kontrolle. Soll BILD die Massen kontrollieren?

Selbstbewusstsein

Sich seiner Selbst bewusst zu sein bedeutet nicht, sich seiner äußerlichen Attraktivität bewusst zu sein. Einer unserer heutigen großen Unglücklichmacher ist der eigene Perfektionismus in Sachen Aussehen und Attraktivität. Wer sein Selbstbewusstsein (bzw. weniger vorhandenes) vorrangig aus seinem eigenen Aussehen bezieht, baut das Fundament seiner Persönlichkeit und seines Charakters auf wackeligem Boden. Wir alle werden alt, faltig, bekommen graue Haare und werden eines Tages sterben. Der Versuch dies aufzuhalten zeigt eben auf, dass man sich seiner selbst eben nicht bewusst ist, sich selbst verleugnet.

Wir sollten uns nicht der sexualisierten Gesellschaft unterwerfen. In ihrem Schönheits- und Jugendwahn hinterlässt diese Gesellschaft nur massenweise verunsicherte Menschen voller Komplexe.  Wir sollten unser Selbstbewusstsein aus unseren Hobbys, Interessen, Neigungen, Leidenschaften und unseren Beziehungen zu anderen Menschen beziehen. Denn die sind ‑im Vergleich zur Lohnarbeit oder des eigenen Aussehens- weniger vergänglich und oberflächlich.

Medienpropaganda über Griechenland

Unsere Einheitsmedien stürzen sich beim Thema Griechenland auf die drei Toten bei einem Brandanschlag auf eine griechische Bank. Über 100.000 Menschen demonstrierten in Griechenland und ein Generalstreik fand statt. Totschlag, Brände, gewalttätige Demonstranten, Randalierer — das interessiert die bürgerlichen Medien. Weiterlesen →

Nennen wir es »Sklave«!

»Ein wirklich leistungsfähiger totalitärer Staat wäre ein Staat, in dem die allmächtige Exekutive politischer Machthaber und ihre Armee von Managern eine Bevölkerung von Zwangsarbeitern beherrscht, die zu gar nichts gezwungen zu werden brauchen, weil sie ihre Sklaverei lieben«.

- Aldous Huxley in seinem Vorwort zur »Schönen Neuen Welt«

Oder anders ausgedrückt: früher peitschen uns die Herren, heute peitschen wir uns selbst. Ob es um Lohnkürzungen, Überstunden, Mobbing, Schichtdienste, Akkord-Arbeiten und vieles mehr geht — wir nehmen alles hin. Der Begriff des »Arbeitskraftunternehmers«, der sich selbst antreibt, bringt dies auf die Spitze. Wo Sklaven früher von der Freiheit träumten, haben wir sie zu unserem ganz persönlichen Lieblings-Gefängnis gemacht. Wir haben uns mit der Situation abgefunden. Ein Leben ohne Lohnarbeit? Ohne Materialismus, Konsum und Unterhaltung? Ohne Eigennutz und Egoismus? Unvorstellbar! Weiterlesen →

Mac & PC vs. User

Immer wieder wird die Frage gestellt: »Mac oder PC«. Dieses Video bringt es auf den Punkt: Es sind beides Computer und beide nerven. Oder auch nicht, wenn man a) mit ihnen umgehen kann und b) Zeit für Updates, Konfiguration, etc investiert und c) weiß, warum man gerade dieses Betriebsystem benutzen will. Weiterlesen →