Fazit: WM 2018

Denn nichts ist beweglicher und wandelbarer als das Denken der Massen. Man kann es erleben, dass sie das, was sie gestern bejubelten, heute mit dem Bannfluch belegen.“
(Gustave le Bon. „Psychologie der Massen“. Nikol Verlag. Hamburg 2009. S. 141)

Selbstdarsteller und Medienzirkus: beide brauchen und begrüßen einander. Gleichzeitig war diese WM wenig von Solidarität oder gar sportlichem Fairplay gekennzeichnet. Wie giftig, brutal und rücksichtslos beispielsweise die Mannschaften von Kroatien, Kolumbien oder Nigeria in die Mitspieler gesprungen sind, hat mich schon überrascht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich in meiner Kindheit eine WM oder eine EM gesehen habe, wo es so viele Verletzte und gelbe Karten gab, wie bei der Fussball‐Weltmeisterschaft 2018. Ohne Schiedsrichter, gelbe/rote Karten und Massenmedien, gebe es sicherlich regelmäßige Massenschlägereien auf dem Feld. Das ist Zeitgeist: in die Gegner reinspringen, sie umnieten und wegtreten.

Regelmäßige ZDF‐Seitenhieb‐Kommentare auf Putin gab es natürlich auch. Kommentator Bela Rethy beim WM‐Finale: »Auch diese WM wird an den russischen Verhältnissen nichts ändern!« Aber Hauptsache Deutschland bleibt das Paradies für Steuerhinterzieher, prekäre Lohnarbeit, menschenverachtende Hartz4‐Willkür, Waffen‐Lobbyisten, Bankster und NATO‐Journalisten, oder wie? Diese Bigotterie ist unerträglich. Und nicht zu vergessen: Tätowierung und Undercut. Individualität war gestern. Anpassung ist heute.

ZG‐Rückblick: Weähm

Die Fußball Weltmeisterschaft ist im vollen Gange; überall Schwarz, Rot, Gold; jeder ist ein Fußball‐Fan. Ein Ereignis, welches so viele Leute begeistert, kann doch nur positiv sein. Oder hat es etwa auch Nachteile, wenn man sich einen Monat lang nur mit einem Thema beschäftigt? Zumindest ist so das Thema für diesen Rückblick einfach gefunden. Weiterlesen