Alleinerziehend zu sein, gilt in Deutschland, nach wie vor, als großer Makel. Immer steht die Frage im Raum, was die Gründe dafür seien, wie man das finanziell schaffe und ob man überhaupt lohnarbeiten könne, ohne das Kind zu vernachlässigen. Und sollte man nicht lohnarbeiten, was man seinem Kind denn dann vorleben würde. Schließlich bräuchten Kinder Mutter und Vater, eine intakte Familie sowie gute Vorbilder. Das Thema ist hochgradig emotional aufgeladen. Machtkämpfe beherrschen das Schlachtfeld. Sorgerechts‑, Unterhalts- und Psychokriege sind häufige Begleiterscheinungen der Alleinerziehenden. Und nicht selten sollen sich Beteiligte und Familienangehörige für eine Seite entscheiden. Bei all dem wird stets übersehen, dass vor allem eine Partei am wenigstens zu entscheiden, aber am meisten darunter zu leiden hat: die Kinder. Weiterlesen
Archiv des Monats: Oktober 2013
Idiotenalmosen
Für ein paar Brotkrumen der Reichen machen wir alles. Da kennen wir weder Stolz, Ehre, noch Schamgefühl. Wir beteiligen uns an Verlosungsaktionen und Gewinnspielen, bei der die Chance vom Blitz getroffen zu werden höher ist, als den Hauptgewinn zu erhalten. Wir rufen stunden- und tagelang bei endlosen TV-Telefon-Hotlines mit automatischen Sprechansagen an und bemerken nicht, dass unser Hauptgewinn vor allem die hohen Telefonkosten sind. Wir geben bereitwillig unsere E‑Mail‑, Telefon- und Adressdaten heraus, um eventuell ein Produkt testen oder etwas gewinnen zu dürfen, dass keine fünf Euro wert ist, während die Unternehmen mit unseren Daten ihren Profit erhöhen. Wir machen uns für ein paar Euro im Trash-TV zum Aufziehmännchen und Hampelmann der Medienkonzerne. Wir beteiligen uns an etlichen Rabatt‑, Coupon‑, Payback- und Gutschein-Aktionen, schauen uns freiwillig Werbung im Fernsehen an, ziehen uns regelmäßig die Discounter-Werbeprospekte rein und sind immer auf der Suche nach ein paar Prozenten und vermeintlich günstigen Angeboten. Selbst aufgeklärte und kritische Menschen haben diesen Habitus tief verinnerlicht. Unsere Wirtschaftsordnung hat uns zu Krämerseelen erzogen, in der jeder eingesparte oder gewonnene Euro als ein persönliches Erfolgs- und Glücksgefühl empfunden wird. Wo bleibt euer Selbstwertgefühl?
ZG-Rückblick: GTA V

Am 17. September, als in Deutschland fast alle nur über Politik redeten und schrieben, wurde Grand Theft Auto 5 veröffentlicht und brachte in den ersten drei Tagen mehr als eine Milliarde Dollar ein und ist somit das am schnellsten verkaufte Produkt in der Entertainment-Branche (also inklusive Kinofilme, wobei das vielleicht nicht ganz fair ist). Das Spiel war einem extremen Hype ausgesetzt, aber scheint die nun spielende Gemeinde auch nicht enttäuscht zu haben. Oder sie will es geschlossen nicht zugeben? Weiterlesen
Moderne Kontrollmechanismen
Wenn von staatlicher oder wirtschaftlicher Kontrolle gesprochen wird, kommt schnell, der Vorwurf der Übertreibung oder der Verschwörungstheorie. Die Vorstellung, dass eigene Handeln, Entscheiden und Denken würde gelenkt und gesteuert werden, passt so gar nicht zum (Ideal-)Konzept unserer demokratischen freiheitlichen Grundordnung, in der das Individuum völlig frei entscheiden und sein Leben gestalten könne. Kontrolle sei doch ein negativ besetzter Begriff von autoritären oder gar diktatorischen Staaten. Hinzu kommt, wir möchten gerne glauben, dass wir frei und individuell sind. Es wäre jedoch naiv anzunehmen, auch in einer Demokratie gäbe es kein Bedürfnis der Herrschenden (Politik, Banken, Großkonzerne), die Menschenmassen zu kontrollieren, um eine gezielte Verhaltenskonformität herzustellen. Die Methoden der modernen Kontrolle und Überwachung sind nur viel subtiler als in Diktaturen. Weiterlesen
Deutsche Leidkultur
Nach oben buckeln, nach unten treten.
Nach oben buckeln, nach unten treten.
Nach oben buckeln, nach unten treten.

Die gesichtslosen Alten
Wir leben in einer altersfeindlichen Lohnarbeitsgesellschaft. Wer mit über 50 plötzlich erwerbslos wird und einen neuen sozialversicherungspflichtigen Job sucht, bekommt das deutlich zu spüren. Auch in den Medien wird der Jugendwahn zelebriert: schön, gesund und geil ist, was jung ist. Auch in der Öffentlichkeit werden Senioren und Rentner weitestgehend ignoriert oder als Belastung empfunden. Seit einiger Zeit ist mir zudem aufgefallen, dass unsere Online-Massenmedien beim Thema Rente, Pflege oder Demografie, nur die Hände von alten Menschen zeigen, nicht aber ihre Gesichter. Einige Beispiele:
- faz.net vom 12. September 2013