Wertlose Schöpfungen

Sibylle Berg greift in ihrer SPON-Kolumne einen Gedanken auf, der mir auch schon seit langem durch den Kopf geht. Intellektuelle, Künstler, Philosophen und Musiker — kurz: schöpferische und kreative Menschen, die nicht marktkonform sind und handeln, werden heute weitestgehend ignoriert oder sogar verachtet. Nur wer seine Kunst, seine Gedanken und seine Weltliebe verwerten und verkaufen kann, wird respektiert. Alle anderen kulturschaffenden Denker, Künstler und Philosophen werden als überflüssiger Ballast gesehen: Spinner, Träumer und Idealisten, die es zu nichts gebracht haben. Intelligenz wird nur geachtet, wenn sie eine Marktintelligenz ist.

Warum ist intellektuell heute ein Schimpfwort? Weil keinen Wert mehr hat, was nicht verkauft. [...] Gesellschaftlich respektiert werden unterdes nur noch Menschen, die es zu was, sprich: zu Geld gebracht haben. [...] Intellektuelle sind heute Verlierer, weil sie kein Geld verdienen. Sie haben keine Label an ihrer Kleidung, sie feiern nicht in St. Moritz, sie sind ohne jede Bedeutung für unsere Gesellschaft, also lächerlich. [..] Was nicht verkauft, hat keinen Wert.

- Sibylle Berg in ihrer SPON-Kolumne vom 31. Mai 2011

Für das deutsche Vaterland!

 

Quelle: www.bundesfreiwilligendienst.de

Ab dem 1. Juli 2011 startet der neue Reichsarbeitsdienst Bundesfreiwilligendienst (BFD). Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kann man sich für mindestens 6 und maximal 24 Monaten freiwillig verpflichten, im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich tätig zu werden. Hintergrund ist die Aufhebung der Wehrpflicht und dem damit verbundenen Ausfall von ca. 90.000 Zivildienstleistenden. Nach Wunsch des BMFSFJ sollen zukünftig 35.000 Männer und Frauen den Dienst absolvieren. Der Dienst ist Vollzeit und unterliegt dem Arbeitsschutzgesetz. Bezahlt wird ein Taschengeld bis maximal 330 Euro pro Monat. Es werden alle Leistungen zwischen Freiwilligen und Einsatzstelle vereinbart. ALG 2 Empfänger dürfen maximal 60 Euro vom Taschengeld behalten, können aber zusätzlich eine Versorgungspauschale von 30 Euro sowie Fahrtkosten beantragen. Laut einer Broschüre des BMFSFJ soll der Bundesfreiwilligendienst arbeitsmarktneutral ausgestaltet sein, d.h. die Freiwilligen verrichten unterstützende, zusätzliche Tätigkeiten und ersetzen keine hauptamtlichen Kräfte. Weiterlesen →

Moviefans: Taxi Driver

Roberto schenkt uns seinen Filmartikel über Martin Scorseses Klassiker »Taxi Driver«. Danke schön.

Am Ende ein Blutbad, wie es das Kino der damaligen Jahre, den Jahren des cineastischen Realismus, mit all seinem Schmuddel und Dreck, seinen Blutspritzereien und seinen ästhetischen Tötungsdarstellungen, seit The Wild Bunch liebte. Der Anti-Held des Streifens urplötzlich ein Heroe des Molochs, der sich New York nennt; ein Rächer der Gerechten und gefeierter Ex-Marine und Vietnam-Veteran, der beinahe somnambul durch die geschlossenen Reihen des Abschaums marschierte und diesen von der Welt beförderte...

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Kinder in Deutschland; Teil 13: Kinderfernsehen

»Fernsehen bietet den Kindern Unterhaltung, Abwechslung, Spannung und Abenteuer. Kinder können sich mit einem Tastendruck die Welt, ob Wirklichkeit oder Phantasie, in ihr Zimmer holen und von einem Ereignis zum nächsten springen. Außerdem suchen Kinder häufig Vorbilder, wollen informiert werden oder schauen fern, wenn sie nichts Besseres zu tun wissen.«

- kika.de

»Kinder sollten nicht fernsehen«, sagen so manche Pädagogen, Wissenschaftler und Eltern. Dinge, die verboten sind, entwickeln aber ihren ganz besonderen Reiz. Und spätestens wenn Kinder zu ihren Freunden gehen, werden sie TV schauen oder mit der Konsole spielen. Damit Kinder später nicht regelrecht fernsehgeil werden, ist ein gezielter und geregelter Umgang mit dem Medium Fernsehen, angebracht. Weiterlesen →

ZG-Rückblick: Hexenjagd

Im Jahre 2011 scheinen die Hexenverfolgungen wieder Fahrt aufzunehmen. Ähnlich wie damals, reichen Anschuldigungen meist schon aus, damit der Ruf zerstört wird und um eine juristische Aufarbeitung in Gang zu setzen. Im März 2010 wurde der Journalist Jörg Kachelmann wegen des »Verdachts auf Vergewaltigung« festgenommen. Im November 2010 wurde in Schweden gegen den Wikileaks Mitbegründer Julian Assange ein Haftbefehl wegen »sexueller Vergehen« erlassen, der kurz darauf zum internationalen Haftbefehl von Interpol wurde. Und im Mai 2011 ist der IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wegen des »Verdachts auf versuchte Vergewaltigung« verhaftet worden.

Werden Vergewaltigungsvorwürfe von politischen Gegnern benutzt, um unliebsame Personen los zu werden? Oder haben sexuelle Übergriffe, von Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, zugenommen bzw. werden sie heute einfach besser aufgedeckt als früher? Weiterlesen →