»Ich will aber nicht immer nur...«

Ich habe auf die Musik von Floh de Cologne schon öfters hingewiesen. Sie ist aber immer noch hochaktuell. Heute gibt es, wie ich finde, keine vergleichbare Band, die es schafft, das Lebensgefühl und die gesellschaftlichen Zustände so pointiert und bissig rüber zu bringen. Stattdessen haben wir heute leicht verdauliche Konsummusik und inszenierten Casting‐Schwachsinn.

Profite vor Menschen

»Die Profitgeier hocken in allen Unternehmen, in Banken, Industrieclubs und im Bundestag. Sie machen aus menschlicher Kraft, Kaufkraft. Aus Bewusstsein, Markenbewusstsein. Aus menschlicher Schwäche schlagen sie Kapital. Aus dem Geltunsgtrieb machen sie Geltungssucht. Aus der Lust am Leben machen sie  die Lust am kaufen. Die Liebe verkaufen sie als Intimspray. Die Solidarität wird zu Neid und Missgunst. Aus menschlicher Wärme zeugen sie eisige Kälte. Aus dem Menschen kondensieren sie eine Büchse voller Komplexe. Aus der Arbeitskraft machen sie eine Ware«.

- Die sozialkritische Musikband Floh de Cologne in ihrem Lied Profitgeier von 1971

Über Fließbandbabys

»Auf dem Markt, auf dem Arbeitsmarkt trägt der Arbeiter seine Arbeitskraft zu Markte. Auf dem Arbeitsmarkt platzieren wir den Unternehmer wie er von einem Arbeitsmarktstand zum anderen geht und Arbeitskraft einkauft. Da sehen wir den Unternehmer wie er die Ware prüft. Ob sie auch kräftig ist? Ob sie auch kein Großmaul ist? Ob sie auch nicht verbraucht ist? Ob sie auch nicht über 50 ist? Ob sie auch schön frisch ist?«

So beginnt das Lied »Auf dem Arbeitsmarkt« vom Album »Profitgeier« der Band Floh de Cologne. Zur fruchtbaren Verquickung von Musik und Politik.

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