Warum gibt es in der Mainstream-Presse sowie in den regionalen und überregionalen Tageszeitungen eigentlich noch die Ressorts Kultur, Sport, Regionales, Boulevard, Politik, Soziales, Gesundheit usw.? Da mittlerweile quasi alle Lebensbereiche mit neoliberalen Verwertungskriterien betrachtet, bewertet und beurteilt werden, könnte man doch nur noch ein Ressort haben: Wirtschaft.
Denn für die Vermögenden und ihre Zuträger ist doch sowieso alles Ökonomie. So wird aber nur weiterhin der Schein aufrechterhalten, als gebe es finanzfreie Themen, die schöpferischen, sozialen oder kulturellen Maßstäben und Kriterien unterliegen würden. Dabei durchdringt die Diktatur des Marktradikalismus mittlerweile jede Pore des sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Authentisch ist heute, was sich zu Geld machen lässt. Alles andere sei doch nur belanglose Zeitverschwendung.
Viele Jungen lieben Fußball. Sie sind in Vereinen aktiv, ihre Eltern fiebern am Spielrand mit (sorgen für ordentlich Leistungsdruck) und am Wochenende gibt es regelmäßige Turnierspiele. Insgesamt wird diese Freizeitaktivität als sehr positiv bewertet. Insbesondere auch deshalb, weil sie bei vielen Vätern so beliebt ist. Dabei eignet sich gerade diese Sportart sehr gut, um schon die Kleinen frühzeitig mit neoliberalen (Un-)Werten zu indoktrinieren und zu infizieren.