Untotes Humankapital

»Zwar ist die Sterberate dank längerer Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, doch die Demografie wird diesen Trend ab 2020 umkehren. Ökonomisch betrachtet ein Wachstumsmarkt«.

- Artikel aus dem Stern vom 13. Juni 2009

Auch mit dem Tod von Menschen lässt sich in unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung glänzend was verdienen.  Beispiel eines Friedhoftarifes in Berlin-Pankow:

- Erdwahlstelle (je nach Lage) ab 1633 Euro

- Erdrasenstelle (inkl. Liegeplatte mit Name und Lebensdaten, 20 Jahre Pflege): 1447 Euro

- Urnenstelle (für 4 Urnen): 650 Euro

Versicherungen für Bestattungen und Beerdigungen, Bestattungsunternehmen und viele andere tummeln sich im Geschäft mit dem Tod. Selbst vor Abzock-Tricks mit den Hinterbliebenen schrecken Bestattungsunternehmen nicht zurück. Nicht selten werden ganze Familien in den finanziellen Ruin getrieben, weil sie sich den Tod eines geliebten Verwandten schlichtweg nicht »leisten« können. Die kapitalistische Heilslehre »Profite vor Menschen« macht auch vor dem Tod nicht halt. Brauchen wir eine neue Sterbekultur?

Spieltip: »War on Terror«

»Der britischen Polizei in der Grafschaft Kent ist ein Clou gelungen. Bei einer Reihe von Razzien gegen Klima-Demonstranten wurden zahlreiche gefährliche Gegenstände beschlagnahmt. Darunter befanden sich neben Messern und Bolzenschneidern auch Exemplare des  War on Terror-Brettspiels.«

- Meldung bei Gulli-News vom 15. August 2008

Das Brettspiel »War on Terror« von TerrorBull-Games aus Großbritannien, sorgt nicht nur für stundenlangen Spielspass, sondern entfaltet zudem eine aufklärerische Wirkung und ist somit empfehlenswert. Das Spiel spielt sich im Großen und Ganzen wie eine Mischung aus Risiko und Siedler mit zusätzlichen Ereigniskarten. Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Empires, das expandieren, Städte bauen, Krieg führen und Kontinente erobern muss, wenn es den Sieg davontragen will. Besonders eine Sache hebt das Spiel dann von Risiko und Siedler ab: die Terroristen. Weiterlesen →

Neusprech: Belastbarkeit

»Belastbarkeit und Flexibilität sind außerordentlich wichtig, da — bedingt durch das Wesen von Projektarbeit — oft und immer mal wieder unplanmäßige und den Fortgang erschwerende Situationen eintreten können.«

- Stefan, 41 Jahre, Unternehmensberater auf authentisch-bewerben.de

Das Stichwort der sog. Belastbarkeit ist oftmals eine Kernforderung von Unternehmen an ihren Lohnarbeitern. Damit sind Überstunden, Stress, schlechtes Arbeitsklima, Schichtarbeit, zeitlicher Druck und vieles andere gemeint — meist für den Lohnarbeiter vornehmlich unangenehme Sachverhalte. In vielen Stellenausschreibungen ist heute die Belastbarkeit eine wichtige Eigenschaft, die gefordert wird. Weiterlesen →

Umdenken

»Die einzigen Veränderungen von Bedeutung — die einzigen, aus welchen die Erneuerung der Kulturen hervorgeht — vollziehen sich innerhalb der Anschauungen, der Begriffe und des Glaubens. Die bemerkenswerten Ereignisse der Geschichte sind die sichtbaren Wirkungen der unsichtbaren Veränderungen des menschlichen Denkens.«

- Gustave Le Bon, Psychologie der Massen, Nikol Verlag 2009, Seite 21

Anmerkung: Ob schwarz-gelb, Jamaika, rot-rot-grün oder andere Machtkonstellationen — solange es keine grundlegende geistig-moralische Wende in Deutschland gibt, wird sich nicht viel verändern. Solange die Menschen in Politik und Wirtschaft ihre Entscheidungen von einem durchweg negativen Menschenbild leiten lassen, steuern wir unaufhaltsam in den Abgrund. Die Losung sollte sein: Menschen vor Profite und ethisch-normatives Denken statt Kosten-Nutzen Effizienz.

»Muscles from Brussles« — Ab jetzt auch mit Gehirn

Wer sich noch an cineastische Perlen wie »Bloodsport«, »The Quest« oder »Streetfighter« erinnert wird unter Umständen bei jedem Film der unter »Cast« den Namen »Jean-Claude Van Damme« aufführt direkt abwinken. »JCVD« ist aber der Versuch Van Dammes Image überholen zu lassen. Inwiefern das gelungen ist solltet Ihr auf zeitgeistlos.de nachlesen.

Die Armut der Albrecht-Brüder

»Aldi ist unter Druck und die Geschäfte laufen derzeit besonders für Aldi schlecht: Im ersten Halbjahr 2009 brachen die Umsätze laut Gesellschaft für Konsumforschung um 4,1 Prozent ein, bei Lidl nur um 0,7 Prozent. Der Konkurrent sei eindeutig in der stärkeren Position, meint Einzelhandelsexperte Atzberger.«

- Meldung aus dem Stern vom 11. Oktober 2009

»Die Brüder Karl, 89, und Theo Albrecht, 87, konnten auch 2009 die Plätze eins und zwei unter den reichsten Deutschen behaupten. Die beiden Aldi-Gründer verfügen über ein geschätztes Vermögen von 17,35 beziehungsweise 16,75 Milliarden Euro.«

- Artikel aus SpiegelOnline vom 6. Oktober 2009

Anmerkung: Während die Zahl der Tafel-Empfänger auf mitterweile 1 Million Menschen gewachsen ist, die Kinderarmut seit der rot-grünen Regierung auf über 2,5 Millionen Kindern gestiegen ist und  mittlerweile mehr als ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten in Westdeutschland (6,3 Millionen) seit Ende der 90er Jahre im Niedriglohnsektor arbeiten, haben die Geschäfte der reichsten deutschen Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Die Aldi-Brüder haben mein vollstes Mitgefühl. Hoffentlich geht es ihnen bald besser.

Dynamische Poesie

Wie wäre es zur Abwechslung mal mit ein wenig mittelalterlicher Poesie? Gesungen in Walisisch, Gälisch, Kornisch und Mittelhochdeutsch. Die Mediaeval Baebes sind ein englisches Ensemble von sechs anmutigen Frauen, die selbst mich mit ihren zauberhaften Stimmen dahinschmelzen lassen ;)

Gefährliche Sprache

»Es darf keine ethnischen Rabatte mehr geben«

- Heinz Buschowksy, SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln im ZDF Heute-Journal am 7. Oktober 2009

Anmerkung: Sarrazins umstrittene Äußerung wird von vielen im Grundtenor zugestimmt. Er habe sich eben nur im Ton vergriffen, inhaltlich habe er jedoch Recht. Ausländer integrieren sich nicht, sind selbst schuld.  »Keine ethnischen Rabatte« bezeichnet somit, es solle den Ausländern keine Nachlässigkeit und kein Verständnis mehr entgegengebracht werden. Mich beschleicht ein mulmiges Gefühl. Sollen Fremden — und Ausländerfeindlichkeit wieder auf breiter Ebene salonfähig werden? Will man für den kommenden Sozialabbau die Wut auf Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund lenken? Divide et impera? Weiterlesen →

Zum Thema Obdachlosigkeit

Vor kurzem saß ich in der Berliner U‑Bahn und »gönnte« mir mal wieder die Obdachlosen-Zeitung »der Strassenfeger«. Auf Seite 20 der aktuellen Ausgabe Nr. 20 vom September 2009 gab es ein Verkäuferportrait von René Soltysik. In diesem Portrait wird ausführlich geschildert, wie er zur Obdachlosigkeit gekommen ist. Da es leider immer noch sehr viele Menschen gibt, die der Auffassung sind, »die sind ja alle selbst schuld« und die sich nicht mit den Hintergründen von Obdachlosigkeit auseinandersetzen, ist hier im folgenden das Verkäuferportrait mit Einverständnis der Strassenfeger-Redaktion zu lesen. Weiterlesen →

Jonlajoie is back!

Für alle die den extrem gutaussehenden kanadischen Comedian schon vermisst haben, gibt es heute eine Fortsetzung. Diesmal beweist er sich als der große Shooter. Eine ironische Hommage an alle Möchtegern-Killer-Hiphopper-und-Obercoolen.  Hier haben wir ihn auf dem Blog schonmal vorgestellt. Damals hat  Kollege Todesglupsch noch davon gesprochen, dass er sich mit Jonlajoie so gut identifizieren kann :D