Serdar Somuncu kotzt sich mal so richtig über unsere lieben Banken aus. Vorsicht: Sarkasmus!
Archiv des Monats: Dezember 2011
Der Nicht-Journalismus
Uns linken Bloggern wird oft vorgeworfen, wir würden nur nörgeln, meckern und schimpfen. Wir seien die Zweit- und Resteverwerter der bürgerlichen Presse und anderer Internet-Plattformen. Wir würden kaum eigene Alternativen aufzeigen. Vergessen wird häufig, dass ein Blog ein Meinungsmedium ist und dass viele mehr daran interessiert sind, ein kritisches Bewusstsein zu fördern, als sich um Details von vermeintlichen Alternativen zu streiten. Des weiteren vermischen viele die Medien Blog und Journalismus. Der Journalismus hat nicht nur sehr viel mehr Ressourcen, als ein Ein-Mann/Frau-Blog, sondern auch eine Verantwortung und Aufgabe gegenüber der Gesellschaft. Die sog. »vierte Gewalt« soll zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vermitteln und den demokratischen Geist fördern. Leider sind viele Medien gleichgeschaltet und ergötzen sich an ihrer Hofberichterstattung. Im folgenden einige Verbesserungsvorschläge für unsere liebe Presse:
- Reportagen über Asyl‑, Obdachlosen- und Altenheime
- Kritische Fragen bei Interviews mit Politikern und führenden Wirtschaftsvertretern statt Stiefelleckerei
- Regelmäßige Selbstreflektion und Selbstkritik über eigene journalistische Vorgehensweisen und Methoden
- Aufzeigen alternativer Gesellschafts- und Wirtschaftsmodelle
- System- und Strukturkritik statt dauernde Personalisierungsmethoden
- Transparenz und Übersicht aller Journalisten, Praktikanten und freien Mitarbeiter einer Redaktion
Warum ich blogge...
Ich gebe z
u, leichte bis mittelstarke egozentrische, narzistische oder selbstverliebte Neigungen zu haben. Vielleicht sogar alles zusammen. Mein Mitteilungsbedürfnis ist wohl auch überdurchschnittlich stark entwickelt. Ob das daran liegen mag, dass ich als Kind zu wenig in den Arm genommen wurde oder einfach eine Labertasche bin, sollen andere beurteilen. Ich begegne in meiner realen Lebenswelt kaum interessierten Zuhörern. Konsum, Lohnarbeit, Materialismus, Fernsehen und vor allem die eigene Lebensumwelt sind bei vielen die einzigen Themenbereiche. Politik, Gesellschaft und Medien kritisieren oder auch vermeintlich anerkannte Zustände und Strukturen hinterfragen bzw. in Frage stellen, empfinden viele als unbequem und anstrengend. Weiterlesen
Meldung des Tages
Die großen Hollywood-Studios, wie Universal und Warner Bros., haben angekündigt, ab sofort nur noch ernste Filme zu drehen. Vorbei seien die Zeiten, so die großen Studios, in denen mit Belanglosigkeiten und Propaganda Geld verdient werde. Sie unterschrieben eine gemeinsame Erklärung, in der sie festhielten, fortan vor allem über Themen wie Wirtschaftskriminalität, Obdach- und Erwerbslosigkeit, Korruption, politische Lügen und Doppelmoral Filme zu drehen. »Wir wollen nicht länger das Surrogat der Weltbevölkerung sein, sondern zur Aufklärung und zur Herausbildung eines kritischen Geistes beitragen«, so die Unterzeichner. Sie seien überzeugt, dass mit den richtigen Drehbüchern, solche Themen auch bei den Zuschauern ankommen werde.
Der Markttraumjob
»Mein Job ist mein Traumjob, der am Markt gefragt ist — beste Aufstiegschancen inklusive«
- Plakatwerbung der Initiative www.praktisch-unschlagbar.de vom BMBF und BMWi im Rahmen des Ausbildungspaktes
Anmerkung: Du sollst nicht die Lohnarbeit verrichten, die Dir gefällt oder Spass macht. Du sollst den Unternehmen, den Konzernen, kurz: dem Markt dienen. Dort schuften, wo Nachfrage nach Menschenmaterial besteht. Was bedeuten schon Selbstbestimmung, Würde und freie Entfaltung des Individuums, wenn der allmächtige Gott-Leviathan »Markt« Forderungen stellt? Weiterlesen