Propaganda (5)

Anti-Spiegel vom 10. März 2022

Erinnert Ihr euch noch an den Vorwurf, der Irak habe Massenvernichtungswaffen? Kennt Ihr noch die »Brutkastenlüge«? Am 10. Oktober 1990 behauptete ein 15-jähriges Mädchen vor dem US-Kongress, unter Tränen, dass irakische Soldaten in einem Krankenhaus kuwaitische Babys aus ihren Brutkästen gerissen und sie zu Boden geworfen hätten. Die öffentliche Empörung und die Erwähnung dieses Vorfalles waren besonders in den USA sehr groß. Dieser »Bericht« trug maßgeblich dazu bei, Politik und Öffentlichkeit in den USA für den Zweiten Golfkrieg im Jahr 1991 zu gewinnen.

Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mädchen um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA handelte. Die PR-Agentur Hill & Knowlton wurde mit der Geschichte beauftragt. Der Vorfall hat so in der Realität niemals stattgefunden. Eine große PR-Kampagne für den Zweiten Golfkrieg. Verantwortliche für diese »Fake News« wurden nie zur Rechenschaft gezogen.  Plumper Feindbildaufbau. Empörung. Moralisierung. Emotionalisierung. Dämonisierung. Das Wegschneiden von Zusammenhängen, Kontext, Geschichte und Ursachen. Seit über 100 Jahren wird so Kriegspropaganda betrieben.

Es ist immer die gleiche Methode: ein Volk oder eine Nation als barbarisch etikettieren sowie stark emotionalisierende und menschenverachtende Handlungen dem Gegner unterstellen, um damit eine größere Zustimmung in Medien, Politik und Volk für geplante Kriegshandlungen zu erreichen. Zu nennen wären hier exemplarisch »der Deutsche als wilde Hunnenbestie« im 1. Weltkrieg oder »der Hufeisenplan« im Jugoslawienkrieg im Jahr 1999. Aufgeklärt und als Propaganda entlarvt werden solche Fälle ‑wenn überhaupt- erst Jahre später. Nämlich dann, wenn der Krieg schon längst vorbei ist.


Propaganda (1)
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Propaganda (4)

Unschuldsvermutung

»Einer der wichtigsten Grundsätze im deutschen Strafverfahren ist die sogenannte Unschuldsvermutung, die sogar Verfassungsrang hat. Man gilt quasi solange als unschuldig bis das Gegenteil bewiesen ist. Dennoch werden Beschuldigte im heutigen Medien- und Internet-Zeitalter manches Mal vorschnell schon im Vorfeld von den Medien und von der Gesellschaft als Kriminelle verurteilt.«

juraforum.de

Anmerkung: Politik, Medien und Justiz in Deutschland, haben sich, im Zuge der »Corona-Pandemie« und bis heute, nicht nur schrittweise vom rechtsstaatlichen Prinzip der »Verhältnismäßigkeit« verabschiedet, sondern auch von der »Unschuldsvermutung«. Es gibt kaum noch eine sachlich-neutrale Berichterstattung oder politische Ankündigung, die nicht schon im Vorfeld Gegner markieren und Feinde benennen will: »Covidioten«, »Impfskeptiker«, »Verschwörungstheoretiker«, »Putinversteher«, »Klimaleugner« und so weiter und so fort. Personen die so etikettiert werden, sollen als schuldig geframt werden. Da wird nicht vorurteilsfrei nachgefragt oder ergebnisoffen diskutiert.

Mittlerweile werden sogar wieder »Gegneranalysen« vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert: »Die Nachdenkseiten als Träger von Ideologie, Scharnier für Verschwörungstheorien und Agenda-Setzer der radikalen Systemopposition.« Erst KenFM. Dann RT Deutsch. Jetzt die Nachdenkseiten. Und warum? Weil sie Reichweite haben. Hätte ich die auch, wäre ich ebenfalls schon lange weggelöscht worden. Ohne Anklage. Ohne Prozess. Ohne Anhörung.

Zudem gibt es einen flächendeckenden Generalverdacht gegen jeden Maßnahmenkritiker, gegen Ärzte, die keine Corona-Impfungen anbieten oder Maskenatteste ausstellen, gegen Wissenschaftler, welche die mRNA-Impfungen für schädlich halten und gegen jeden, der seine Grundrechte wahrnehmen möchte (»Freiheits-Geschwurbel«). Auch ist jeder Mensch nicht mehr per se gesund, solange er/sie via Test/Impfpass nicht das Gegenteil bewiesen hat.


»Im Gespräch: Rechtsstaat im Sinkflug« (Alexander Christ, Ulrike Guérot & Walter v. Rossum)

Geschwätz von gestern (7)

»Impfen ist der Weg aus der Pandemie!«

Sachsen niedrigste Impfquote, niedrigste Inzidenz.
Portugal, Schottland, Irland, Island — sehr hohe Impfquoten und sehr hohe Inzidenzen.

Zum Glück gibt es Correctiv, Tagesschau, Tagesspiegel und diverse Faktenchecker, die uns das so erklären, wie wir es verstehen sollen. Was sind dagegen schon über 100 Folgen Corona-Ausschuss mit Hunderten von internationalen Experten, Medizinern und Wissenschaftlern? Pressemitteilung der Pharmaindustrie Faktencheck der Tagesschau:

»Deshalb plädiert der Virologe in Sachen Impfung: Rechter Arm Sars-CoV2 und linker Arm Influenza, so werde ich es auch machen.«

»Was kommt nach der Sommerwelle?«. Tagesschau.de vom 10. Juli 2022

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Stellenausschreibung: »Gashahn-Zudreher« (w/m/d)

Beschreibung
Für unseren Auftraggeber (einen großen Energiekonzern) suchen wir schnellstmöglich mehrere engagierte »Gashahn-Zudreher« (m/w/d). Der Einsatzort ist bundesweit und die Anstellung zunächst befristet auf ein Jahr. Bei konsequenter Arbeitsleistung (Gashahn zudrehen trotz heulender Kunden) locken Weiterbeschäftigung und Prämien.

Hintergrund
Durch die geplante Gasumlage sowie stark steigenden Gas-Preisen, werden Millionen von Menschen in Deutschland ihre Gas-Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Die Politik hat zwar angekündigt, soziale Härten abzufedern, aber wir wissen es besser. Schuld daran sind keine politisch beschlossenen Sanktionen, sondern nur und ausschließlich Putin.

Was Sie erwartet und was wir Ihnen bieten

  • eine Art von »Gehalt«
  • verzweifelte und frierende Menschen
  • Kostenlosen Zugang zu vielen Wohnungen
  • Fortbildungen und Seminare in »Durchsetzungsfähigkeit« unter schweren Bedingungen
  • Sonderzuwendungen (Lob vom Chef, Mitarbeiter-Gespräche, vegane Schokolade etc.)
  • Katastrophen-Tourismus aus erster Hand
  • Security und Kampfhunde, die sie kostenfrei begleiten
  • ein politisches »Dabei-Sein-Feeling«
  • manchmal Urlaub (selten!)

Ihre fachliche und persönliche Qualifikation

  • Kaltschnäuzigkeit und Zynismus
  • irgendwelche beruflichen und schulischen Abschlüsse
  • ein selbstbewusstes und furchterregendes Auftreten (gerne mit Muskeln!)
  • Die Fähigkeit, die Grundbedürfnisse Ihrer Mitmenschen komplett auszublenden und zu verdrängen
  • fachliche Expertise im Zudrehen (möglichst im Ausland erworben)
  • Unerschütterliche Treue und Loyalität zum Feudalherren Arbeitgeber

Schicken Sie uns schnellstmöglich Ihre aussagefähige Bewerbung — unter Beifügung einer Einverständniserklärung zur Überprüfung Ihrer politischen (Corona-und-Ukraine-)Gesinnung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!


Die Journalistin Gaby Weber: »Eine Stadt auf Abruf — Gehen in Schwedt die Lichter aus?«

Presseblick (84)

Wie jetzt? Die FAZ zweifelt an der Neutralität von wikipedia? Das machen doch nur Schwurbler!

Eigentlich wollte ich mich noch intensiv mit dem Corona-Evaluierungsbericht befassen, dann kam jedoch mein Urlaub und meine Unlust dazwischen. Nun hat es der geschätzte Kollege »uepsilonniks« schon gemacht. Achtung! Überzeugte Coronisten könnten Schnappatmung bekommen:

  1. Es fand keine demokratische Legitimierung statt (Seite 55)
  2. Die Maßnahmen haben nicht geholfen (Seite 79)
  3. Die Impfung wirkt nicht (Seite 87)
  4. Die Maßnahmen waren teils verfassungswidrig (Seite 138)

Für alle, die immer noch der Meinung sind, dass es richtig war, von Anfang an, einen Bhakdi, einen Hockertz, einen Arvay und einen Wodarg nicht nur auszugrenzen, sondern auch rufschädigend zu vernichten, dem sei Seite 12 ans Herz gelegt: »Kontroverse Meinungen dürfen nicht ausgeklammert werden. Sie sind integraler Bestandteil einer demokratischen Debatte.« Kathrin Gerlof hat sich auf Telepolis auch dem Evaluierungsbericht gewidmet. Ihr Fazit:

»Interdisziplinäre Forschung hieße also auch, sich die Frage zu stellen und sie zu beantworten, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, was dieser Generation angetan worden und ob dies gerechtfertigt ist.«

Ob es ein Großteil der Bevölkerung jemals schaffen wird aus dieser Massenpsychose herauszukommen? Ich habe da so meine Zweifel. Weiterlesen

Ein kleiner Urlaubsbericht

Ich bin zurück. So viel vorab: ich habe mich erholt und der Urlaub war fantastisch! Sommer. Sonne. Meer. Außerdem: alle Busse und Bahnen waren klimatisiert. Keine Schwitzhöllen wie die Deutsche Bahn und der ÖPNV. Da kann Deutschland noch viel von Spanien lernen.

Es ging auf die Balearen. Wir waren vier Erwachsene und zwei Kinder. Flughafen- und Reisechaos haben wir zum Glück nicht erlebt. Wir sind mit Ryanair hin- und mit Swiss zurückgeflogen. Während die irische Billigflug-Airline auf Maskenpflicht bestand, war das für die Schweizer kein Thema. Nirgends. Es wurde nicht einmal »empfohlen«. Sind die Schweizer jetzt alle Querleugner, Covidioten und Altenmörder? Und der Menschenschinder-und-Ausbeuter-Verein Ryanair ist jetzt »solidarisch«? Man weiß ja so wenig... Weiterlesen

Sommerpause

Lieber Leserinnen und Leser,

Ich verabschiede mich für einige Tage wieder in eine mentale und hoffentlich erholsame Blogpause. Wie lange die sein wird, kann ich nicht genau sagen. Mein Tank muss aufgefüllt und mein Geist entgiftet werden. Von der alltäglichen Lückenpresse in den Alt-Medien, der realitätsfremden Politik und dem menschenverachtenden Twitter-Mob, der uns täglich mit brachialer Gewalt in die Fresse gespuckt wird. Der muss nun mit Sommer, Sonne, Freude, Tanz, Meerwasser und Liebe abgespült werden. Es geht nach Spanien.

Nächstes Jahr feiert dieses Blog 15-jähriges Bestehen. In dieser Zeit habe ich viele gute Blogs kommen und gehen sehen. Das ZG-Blog besteht noch, weil früh klar war, dass es wir es mit einem Marathon und keinem Sprint zu tun haben. Außerdem hat mich mein privates Umfeld immer gestärkt. Mein inzwischen 13-jähriger Sohn. Meine Freundin. Meine Freundschaften, die teilweise seit der Kitazeit, also seit über 40 Jahren bestehen. Sowie auch die Kinder in meiner Grundschule, die mir immer wieder zeigen, worauf es wirklich ankommt: Empathie und Leben im Augenblick.

In diesem Sinne, lasst es euch gut gehen! Vielen Dank für eure langjährige Treue und die unendlich vielen guten Kommentare, die mich immer wieder inspiriert und meinen Blickwinkel erweitert haben. Genießt die Sonne! Wir sehen uns! Bis bald!

Empfehlungen (4)

Nach einiger Zeit mal wieder ein paar Empfehlungen jenseits der Blogroll. Da wäre zum Einen der Podcast von Paul Brandenburg und Milena Preradovic: »Nacktes Niveau«. Kritisch. Direkt. Humorvoll. Mit häufig sehr interessanten Gästen und Themen.

Serdar Somuncu im Berliner Zoo. Ganz launiges und cooles Interview. Der Gute nimmt nach wie vor kein Blatt vor den Mund und sagt, was er denkt. Direkt. Pur. Radikalfeministische, woke Gender-Aktivistinn*innen*innen kriegen hier sofort Schnappatmung.

Der ehemalige Moderator vom »Indubio« — Podcast, Burkhard Müller-Ullrich, hat nun mit Freunden einen neuen Podcast sowie ein Radio-Vollprogramm gestartet: »Kontrafunk«. Wer die Schnauze voll hat, von den üblichen Erzählungen und den ausgelutschten Erklärungen, und auch mal durchaus kontroverse Meinungen und Ansichten aushalten kann, dem sei »Kontrafunk« wärmstens empfohlen.

Ein sehr informatives und interessantes Interview mit drei Rechtsanwälten verschiedener Fachrichtungen über die dutzendfachen Corona-Verordnungen und das ständig neu angepasste Infektionsschutzgesetz, dass mittlerweile wie ein Ermächtigungsgesetz fungiert. Rechtsstaatliche Prinzipien wie Verhältnismäßigkeit, Angemessenheit und Erforderlichkeit, werden hier regelmäßig ausgehebelt und missachtet.

Der Psychotherapeut Raphael Bonelli spricht über Diskriminierungsstrukturen. Wie schnell sie gesellschaftlich akzeptiert und verinnerlicht werden. Bis heute wird die millionenfache Ausgrenzung und Abwertung von ungeimpften Menschen nicht als gesellschaftliche Diskriminierung wahrgenommen. »Sie hätten sich ja impfen lassen können!« — seien also selbst schuld, so die Denkweise. Und dennoch: wer bis zum Schluss durchgehalten und nicht aufgegeben hat — wird gestärkt daraus hervorgehen.

»Moralkeule statt Meinungsfreiheit?« wird bei ServusTV gefragt. Und in der Tat, es wird nur noch in binären Bahnen gedacht. Wer nicht für uns ist, sei gegen uns. Schwarz oder weiß. Dabei besteht die Welt in Grautönen und Schattierungen. Hier waren wir schon mal weiter. Mittlerweile sind wir wieder bei infantilen Disney-Weltbetrachtungen angelangt: die Guten und die Bösen. Dazwischen soll es anscheinend nichts mehr geben. Die digitalen Algorithmen freuen sich.

Ein vermeintlich Linker und ein vermeintlich Rechter streiten sich öffentlich bei Fellner-Live. Es fliegen die Fetzen. So muss das sein. In Deutschland hält das kaum noch Jemand aus. Hier wird gecancelt, geshitstormt und gekündigt.


Empfehlungen (1)
Empfehlungen (2)
Empfehlungen (3)

Die Deutsche Doppelmoral

Vom Pazifisten zum Kriegstreiber...

Wir sind für Flüchtlinge! Aber das Flüchtlingsheim soll bitte nicht in unserer Wohnnähe sein.

Wir sind für Diversität, Toleranz, Vielfältigkeit, Individualität und Offenheit! Aber bei den großen Themen (Corona, Ukraine, Klima, Flüchtlinge etc.) soll es bitte nur eine Wahrheit geben.

Wir sind für Wertschätzung durch Lohnarbeit! Aber leistungslose Empfänger von Mieten, Erbschaften oder Zinsen sind keine Sozialschmarotzer — das sind nur die Bezieher von Arbeitslosengeld.

Wir sind gegen Kindeswohlgefährdung und ‑Misshandlung! Aber Kinder Zwei Jahre mit Masken, Abstands- und Kontaktregeln, mit Dauerpanik und Angstmache sowie Schul- und Vereinsschließungen zu foltern — das geht schon irgendwie in Ordnung.

Wir sind für Demokratie, Menschen- und Grundrechte! Aber nur, wenn man mit dem moralischen Zeigefinger auf andere Länder damit zeigen kann und es keine kritische Selbstreflexion gibt.

Wir wollen Putin, den Kriegsverbrecher, vor den internationalen Strafgerichtshof zerren. Aber die USA haben ihn selbst noch nicht einmal anerkannt und wollen stattdessen, Julian Assange, der US-Kriegsverbrechen aufgedeckt hat, für 175 Jahre wegsperren.

Wir sind für Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen und Traditionen! Aber am Gymnasium meiner Tochter soll der Migrationsanteil bitte nicht so hoch sein.


»Nach Ansicht des Chefredakteurs des Satiremagazins »Titanic«, Leo Fischer, sind die neuen in Frankreich veröffentlichten Mohammed-Karikaturen von ausgesuchter Harmlosigkeit. Deswegen sei es auch übertrieben, davon zu sprechen, dass das französische Magazin Charlie Hebdo noch einmal Öl ins Feuer gegossen habe.«

Deutschlandfunk vom 19. September 2012

»Eine Karikatur in der SZ zeigt Ukraines jüdischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als mächtigen und hinterlistigen Strippenzieher des Weltwirtschaftsforums. Es ist nicht das erste Mal, dass Zeichnungen der Zeitung antisemitische Topoi transportieren.«

welt.de vom 26.Mai 2022

Gute Demos. Schlechte Demos. Gute Waffenlieferungen. Böse Waffenlieferungen. Gute Kriege. Böse Kriege. Gute Karikaturen. Böse Karikaturen. Und wer bestimmt was gut und böse sein soll?


Westliche Doppelmoral
Kultivierte Doppelmoral
Bigotterie. Doppelmoral. Scheinheiligkeit.

»Westworld«: SJW

Die US-Serie »Westworld« ist mit guten und interessanten Ideen gestartet. Eine Sci-Fi-Dystopie in der es um Androiden, Überwachung, Transhumanismus und künstliche Intelligenzen geht. Leider gibt es kaum noch US-Produktionen, in der nicht versucht wird, ‑ganz im Sinne der Social Justice Warrior- die Zuschauer ideologisch umzuerziehen. Kurz: alte, weiße, Hetero-Männer sind das Grundübel der Welt und nicht-weiße, LGBTQ-Menschen und ‑Frauen sind die Rettung und Heilung der Welt. An sich würde mich das nicht weiter stören, da ich diese infantile Weltbetrachtung ignorieren kann, wenn es denn wenigstens glaubwürdige Charaktere, ein gutes Drehbuch und eine anständige Dramaturgie geben würde!

In der ersten Folge der vierten Staffel von »Westworld« wird mit vollem Genuss die pure Männerverachtung ausgelebt. Ein alter weißer Mann (»Man in Black«) mordet ohne Skrupel. Gut, er ist bereits als Antagonist der Serie etabliert. Ein weiterer alter weißer Mann wird brutal mit einer Axt von einer farbigen Frau (»Maeve«) ermordet. Anschließend hackt sie ihm den Kopf ab und nimmt ihn mit nach Hause. Der Chef von einer Hauptheldin (»Dolores«) ruft sie in sein Büro und ermahnt sie, sie müsse besser arbeiten, sonst würde er sie kündigen. Als»Dolores« sich zu einem Date überreden lässt, entpuppt dieser sich als empathieloser Vollidiot. Nebenbei wird sie auch noch von einem männlichen Stalker verfolgt.

Der weiße heterosexuelle »Caleb« (Aaron Paul) ist natürlich mit einer farbigen Frau zusammen, versagt aber trotzdem bei der Erziehung ihrer Tochter. Sie macht ihm ständig Vorwürfe und hält ihm Moralpredigten. Sie hat natürlich keinerlei Fehler, hält ihm aber ständig seine vor. Außerdem weiß sie natürlich viel besser, was genau in ihm vorgeht, als er selbst. Frauen können eben allen Männern direkt in die Seele blicken. Fehlt eigentlich nur noch eine Vergewaltigungsszene oder wie ein Mann einer wehrlosen Mutter ihr Kind wegnimmt oder ermordet. »Männer sind scheiße! Männer sind Schweine! Männer sind Täter!« Sexismus bleibt Sexismus.

Sorry, aber das war es für mich mit dieser Serie. Mein Kumpel, bei dem ich die erste Folge der vierten Staffel gesehen habe, will sich das auch nicht mehr antun. Die erste Staffel fing gut an. Showrunnerin Lisa Joy lebt aber mittlerweile ganz offensichtlich ihre große Aversion gegen Männer aus. Ich mag Sci-Fi sehr gerne. Ich habe aber wenig Spaß daran, mir am laufenden Band Superfrauen (»Mary Sue«) anzuschauen, die von bösen und dummen Männern umgeben sind, die dann teilweise von den vermeintlich guten Superfrauen auch noch brutal ermordet werden. Und nein, umgekehrt hätte ich auch keinen Spaß daran. Das kann weg. Dann lieber noch mal den Klassiker aus dem Jahre 1973 anschauen.


Social Justice Warrior (SJW)
Heulbojen. Nörgeltanten. Superfrauen.