Schöne digitale Welt (5)

Seit bald 14 Tagen dominiert der »Ulmen/Fernandes-Fall« sämtliche Schlagzeilen. Obwohl es bisher weder ein gerichtliches Urteil, noch das ernsthafte Bemühen zur sachlichen Aufklärung der vermeintlichen »Deepfakes« und des »Identitätsdiebstahles« gibt — wird überall emotional argumentiert, gewertet und geframt.

Digitale ID. Klarnamenpflicht. Landesmedienanstalten. Chatkontrolle. Digital Service Act. Faktenchecker. Social-Media-Verbote. Gesetze gegen »Hass und Hetze«. Netzkontrollen. Und vieles mehr. Fast alle EU-Regierungen machen keinen Hehl daraus, dass sie die freie Meinungsäußerung und die Regierungskritik im Internet, weitestgehend einhegen wollen.

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Schöne digitale Welt (4)

Auf der letzten Konferenz des Chaos Computer Club (CCC), also der »39C3« gab es einen Beitrag zum Thema »digitale Souveränität«. Anstatt nun inhaltlich darüber zu sprechen, wie man von »Big Tech« sowie von Kontroll- und Überwachungstechnologien unabhängiger werden kann, wird sich erst einmal minutenlang darüber ausgelassen, dass »die Begrifflichkeiten schwierig« und »für Rechte zu anschlussfähig« seien.

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Medienkompetenz (10)

Eine typische Kommentarspalte auf »zeit.de«

-Ausgewogenheit-

Woran erkennt man, dass Deutschland zunehmend ins Autoritäre und Totalitäre abdriftet? Daran, dass kaum noch eine differenzierte Sichtweise oder auch nur leichte Abweichungen der Erzählungen, von Regierung und Tagesschau, möglich sind. Grautöne. Abstufungen. Verhältnismäßigkeit. Augenmaß. Eine faire und ausgewogene Berichterstattung. Ein sowohl als auch. Ein Stehenlassen-Können der anderen Meinung: »audiatur et altera pars« (»man höre auch die andere Seite«). Das alles kann und will man nicht mehr.

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Neil Postman

Wir sollten wieder mehr analoge Bücher lesen. Viele Ereignisse und Probleme, die wir heute haben, wurden schon in der Vergangenheit von klugen Köpfen thematisiert. Die Sozialtechniken der Macht. Die Verdrehung der Sprache. Die Manipulation der Bevölkerung durch die Massenmedien. Der menschenverachtende Kapitalismus. Nichts davon ist neu.

Der amerikanische Medienwissenschaftler Neil Postman beispielsweise, versuchte in all seinen Büchern zu verdeutlichen, dass eine neue Technologie nichts verbessert oder verschlechtert, sondern vielmehr alles verändert. Unsere Denkweise, unsere Wahrnehmung und Bewertung der Welt sowie auch unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen.

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Schöne digitale Welt (3)

Es vergeht kaum ein Tag, an dem »die Digitalisierung« nicht heilig gesprochen wird. Alles soll dadurch schneller, bequemer, effizienter — also insgesamt besser werden. Die Lobpreisungen und Versprechungen von Big Tech, werden der Realität jedoch kaum gerecht.

Die Konzentration auf »digitale Lösungen« lässt nicht nur viele soziale Kompetenzen verkümmern — die Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur legt auch regelmäßig ganze Bereiche komplett lahm, wenn sie denn mal nicht so funktionieren, wie sie eigentlich sollten.

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Schöne digitale Welt (2)

In letzter Zeit fällt mir bei öffentlichen Events und Veranstaltungen auf, dass immer mehr Menschen ihre Umgebung nicht mehr analog wahrnehmen können oder wollen. Sie halten während des Konzertes oder der Theater-Aufführung ständig ihr smartphone in der Hand. Die Fähigkeit, im hier und jetzt zu sein, den Augenblick und den Moment auf sich wirken zu lassen ‑ohne ständig die eigene digitale Inszenierung im Hinterkopf zu haben- ist kaum noch existent. Weiterlesen

Medienkompetenz (8)

- Die Bundespressekonferenz -

Florian Warweg: »Hat die Bundesregierung eine Kenntnis darüber, dass ukrainische Asow-Brigaden mit NS-Symbolik in Deutschland stationiert sind?«

Pressesprecher der Regierung: »Das können wir Ihnen an dieser Stelle nicht sagen. Bitte wenden Sie sich an die dafür zuständige Behörde.«

Florian Warweg: »Weshalb erhält die Bill-Gates-Stiftung 600 Millionen Euro aus Bundesmitteln?« Weiterlesen

Medienkompetenz (7)

- Geschichte, Kontext und Ursachen -

Jeder geopolitische Konflikt und Krieg hat einen geschichtlichen Hintergrund. Kriege entstehen nicht über Nacht. Ihnen liegen geopolitische und ökonomische Interessen, Ziele und Entwicklungen zugrunde, die von verschiedenen Regierungen und Gruppen über Jahre und Jahrzehnte, erhoben und formuliert wurden. Wut, Frust, Zorn und Hass stauen sich dann solange auf ‑und/oder werden sogar gezielt befördert- bis es explodiert und zu einem heißen Konflikt kommt. Weiterlesen

Medienkompetenz (3)

- Bildauswahl -

Um bestimmte Assoziationen zu wecken und um die Aussage eines Beitrages zu verstärken, werden häufig ganz bestimmte Bilder und Fotos verwendet. Hier werden schon vorab, ganz bewusst und ganz gezielt, subtile Botschaften gesendet. Diese werden von den Lesern wahrgenommen, bevor sie auch nur den ersten Satz gelesen haben. Aus Copyright-Gründen verlinke ich die jeweiligen Bilder am jeweiligen Ende meiner kurzen Analyse. Weiterlesen

Medienkompetenz (2)

- Quellen -

»Im Journalismus ist ein kritischer Umgang mit Quellen angezeigt. Ob eine Information stimmt, muss überprüft werden, so gut dies möglich ist. Relevant ist zudem die Frage, ob eine Quelle nur einen bestimmten Ausschnitt eines Sachverhalts berichtet bzw. unter welchem Blickwinkel sie dies tut. Dabei spielt eine Rolle, welche Interessen Personen und Institutionen haben, wenn sie Journalisten Auskunft geben.«

- Journalistikon

Der journalistische Umgang mit Quellen ist mittlerweile eine absolute Katastrophe. Agentur-Meldungen werden in der Regel unkritisch übernommen, selbst wenn sie in ihrer Aussage tendenziös oder wertend sind. Pressemeldungen von großen Unternehmen und Konzernen werden als redaktionelle Beiträge ausgegeben. Ebenso wie Werbeartikel, Advertorials, Sponsoring Post und so weiter. Zitate und Aussagen von Mitgliedern der Bundesregierung, oder von staatlichen Behörden, werden nicht unabhängig überprüft. Auszüge von Studien, Statistiken, Gerichtsurteilen oder Umfragen werden interpretiert, ohne zum Original zu verlinken. Weiterlesen