Inhalte überwinden!

»Wir sind angewiesen, ein bisschen pro Regierung zu berichten«
(freie WDR‐Autorin Claudia Zimmermann am 18. Januar 2016 in der niederländischen Sendung »De Stemming«)

  • Wer die Massenmedien kritisiert, ist ein »Lügenpresse‐Schreihals« und damit ein verkappter Nazi!
  • Wer die US‐Regierung, US‐Geheimdienste, die Wall‐Street oder Großbanken kritisiert, ist ein Querfront‐Antisemit!
  • Wer nicht an die öffentlichen Verlautbarungen von Regierungen und Politiker glaubt, ist ein Verschwörungstheoretiker!
  • Wer die Schulmedizin oder Impfungen kritisiert, ist ein Esoteriker, der an Jesuswasser und Chemtrails glaubt!
  • Wer die Interessen der Mehrheit und der Bevölkerung im Fokus behält, ist ein Populist!
  • Wer nicht an die NATO‐Propaganda glaubt und kein Russland‐Bashing betreibt, ist ein Putinversteher!
  • Wer die westlichen Narrative und Werte hinterfragt, ist ein Extremist und Kommunist!

Meinungskontrolle. Diskurshoheit. Kampagnen‐Journalismus. Es geht schon lange nicht mehr um den Austausch von Argumenten, Ursachen oder Analysen, sondern nur noch darum, den Sender der Botschaft zu diffamieren. Insbesondere dann, wenn die vermeintliche neoliberale Alternativlosigkeit als Herrschaftsinstrument enttarnt wird. Damit die Meinung der Herrschenden auch die herrschende Meinung bleibt.


Populismus
Antisemitismus
Verschwörungstheorie

23 Gedanken zu “Inhalte überwinden!

  1. Nicht wer! die oben genannten Punkte kritisiert, ist das dahinter Beniemte.

    Die Frage ist dabei ‚wie! das geschieht und aus welcher Ecke die Kritik (oder manchmal doch einfach nur Behauptungen und VT, wenn sie unbelegt sind?) kommen...

  2. @Siewurdengelesen:
    Solche Zustände hatten wir schon.
    Auf die Proteste, die der Aufhebung der Verfassung im Königreich Hannover 1837 folgten, antwortete Gustav von Rochow am 15. Januar 1838:
    »Es ziemt dem Untertanen, seinem Könige und Landesherrn schuldigen Gehorsam zu leisten und sich bei Befolgung der an ihn ergehenden Befehle mit der Verantwortlichkeit zu beruhigen, welche die von Gott eingesetzte Obrigkeit dafür übernimmt; aber es ziemt ihm nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen und sich in dünkelhaftem Übermute ein öffentliches Urteil über die Rechtmäßigkeit derselben anzumaßen.«

  3. »Wer die Schulmedizin oder Impfungen kritisiert, ist ein Esoteriker«

    Nö, jemand der sein Kind nicht gegen Polio oder Wundstarrkrampf impfen lässt, ist schlicht blöd und lässt die eigene Blödheit seinen Nachwuchs ausbaden.
    Da ist der ungeimpfte Entwicklunghelfer im Dschungel schon etwas besser. Seine Entwicklungsarbeit führt ihn quasi in den Himmel.
    Schlimmer geht indes immer. Der Durchschnittsdeutsche, der jedes Jahr ungeimpft zum Ficken nach Thailand fährt, hat nicht mal passende Kondome dabei (denn da ist schließlich alles SS — super & sauber) und macht nach seiner Rückkehr eine ganze Gesellschaft (nebst seiner Familie) mit ganz neuen Krankheitsbildern bekannt.

  4. @ Juri Nello,

    »Der Durchschnittsdeutsche, der jedes Jahr ungeimpft zum Ficken nach Thailand fährt, hat nicht mal, ...«

    Hör mal, was erlauben? Ich bin kein Durchschnittsdeutscher sondern ein echter Deutscher und sauberen Geschlechtsverkehr habe ich nur mit einer deutschen Frau von einem deutschen Gynokologen auf Unbedenklichkeit geprüft.

    Meine Tochter ist in Frankreich geimpft und wahrscheinlich mit der vollen Dreifachdröhnung, weil die Neugeborene zwei Tage von der Mutter ferngehalten wurde und die Mutter auch nicht ihr Kind stillen durfte.
    Wie das dann danach in der bürgerlichen Gesellschaft weitergegangen ist, in dem Verein von freien Bürgern , das verrate ich hier nicht.
    Ich selbst bin das letzte mal vor 52 Jahren bei der Bundeswehr geimpft worden.
    Bekomme jedes Jahr von der fürsorglichen »Caisse Maladie« die Warnung und den Hinweis auf den Anspruch einer kostenlosen Impfung gegen die verheerenden Grippewellen und Durchfallepedemien, die viele Menschen in Frankreich zum Jahresende regelmässig an das Bett fesseln oder an das WC.

    Bin selbst und meine Familie davon überhaupt nicht mehr betroffen,
    sowas kennen wir seit Jahren nicht mehr.
    Impfungen scheinen inzwischen das Heilungsversprechen schlechthin zu sein gegen alle möglichen auch lebensbedrohlichen Krankheiten wie Gebärmutterkrebs, gegen Metastasen usw..

    Ich warte immer noch darauf, dass es bald eine Impfung gegen meine Arteriosklerose gibt.

  5. Die Auffassung nicht weniger Journalisten von ihrem Job ist, den Leuten »die richtige Meinung« zur erklären bzw. zu verkaufen. Schon des öfteren gehört in Gesprächsrunden im (journalistischen) Bekanntenkreis und im TV.

    Die viel beschworene Meinungsvielfalt ist gar nicht mehr erwünscht — es gibt doch nur EINE Wahrheit. Also wäre Vielfalt in diesem Zusammenhang ja irgendwie falsch, weil es sonst mehrere Wahrheiten geben würde. Und das geht nicht.

    Aber Hauptsache, diese Leute sind akademisch (aus)gebildet.

  6. Dann hoffen wir mal, dass Deine (Ur-?)Enkelinnen nicht an Kinderlähmung erkranken. Ein wirklich schreckliches Schicksal. Auch Wundstarrkrampf ist ein ziemlich übler Tod. Da kann man nur hoffen, dass die Leute nicht in der Welt rumreisen oder gar irgendwas bauen (wobei man sich häufig mal im unsterilen Umfeld verletzt). Grippeimpfung ist natürlich ein ziemlicher Stuss. Wer allerdings dergestalt von seinem Südostasien‐Trip mit Hepathitis und Malaria (um nur die Häufigsten zu nennen) in heimatliche Gefilde einkehrt, wird nach der Quarantäne hoffentlich auch rechtlich belangt.

  7. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass niemand DIE Wahrheit kennt und alles Wissen immer nur einen aktuellen Erkenntnisstand widerspiegeln kann.
    Diese Erkenntnis führt zu vielen neuen Ideen (auch alte erleben neuen Aufschwung) und erschüttert herrschende Ideologien bis ins Mark. Das mechanistische Zeitalter der Alternativlosigkeit steht vor seinem Ende. Seine Vertreter kämpfen mit allem, was sie haben, dagegen an und verteidigen ihre »Wahrheit«.

    Man sollte deshalb wenig Zeit damit verbringen, die bestehenden Zustände zu kritisieren. Es lohnt nicht, mit den Anhängern einer Ideologie über ihre Ansichten zu streiten (Diskussion — Kompromiss). Diesen Streit gewinnen sie immer, weil sie sich damit auskennen. Es ist ihr Fachgebiet.

    Wichtiger ist es, meiner Meinung nach, andere Ansichten, andere Schwerpunkte — also andere Inhalte — in den Vordergrund zu rücken und zu besprechen (Dialog — Konsens). Es könnte sich dabei als klug erweisen, auf Begriffe wie »besser« und »schlechter«, »richtig« und »falsch« zu verzichten. Kein Mensch und keine Menschengruppe sollte so tun, als ob er/sie im Besitz der einzigen »Wahrheit« wäre(n) und deshalb das Rezept für das optimale Leben aller anderen Menschen kennt/kennen.

    »Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners.«
    Heinz von Foerster

  8. ...Und wer sich gegen Unsinn und dumme Sprüche von allen Seiten stellt, der ist jedermanns Arschloch. Er ist der Spielverderber, der Partysprenger der Dogmatiker — die Stimme des Verderbens, oder kurz: doch nur der kleine Schweizer, der dir am Hosenbein zupft und fragt »Wer hat’s erfunden?«.

  9. @SieHabenVerstanden

    Aha!

    Und danke für´s Bestätigen...

    ...passt scho ;)

    Gegen »Kritik« hat ja keiner etwas.

    Medienkritik ist etwas anderes als Lügenpresse.

    Verzicht auf z.B. eine Impfung wie die gegen Schweinegrippe nach Abwägen von persönlichen Vor‐ und Nachteilen ist etwas anderes als generelles Ablehnen von Impfen gegen Infektionskrankheiten und offensichtlich dadurch zu vermeidenden Krankheiten mit schweren Folgen bis zum Tod.

    Kritik an der Politik der USA und der Israels ist etwas anderes als (oftmals dadurch verbrämter) Antisemitismus.

    Was das Glauben an Verlautbarungen der Politiker und anderen scheinbar wichtigen Grössen unserer Gesellschaft betrifft — Glauben ist hat nicht Wissen und da ziemt es sich dem Kritiker, sich genau sieses zu erwerben. Ansonsten ist´s Gemecker, Mutmassen was weiss ich, aber keine Kritik.

    Merheitsinteressen sind meilenweit von Populismus entfernt. Letzterer suggeriert diese nämlich nur, um eben diese Mehrheiten überhaupt erst einmal zu erreichen.

    Genauso wie die NATO macht auch ein Putin und viele andere »Propaganda«. Daher empfiehlt es sich grundsätzlich, alles immer wieder und zuerst kritisch zu hinterfragen.

    Das gilt für »westliche« ebenso wie für andere Narrative.

    Carlo trifft´s: Es gibt nicht die universale Wahrheit, sondern die Wahrheit liegt zwischen den Wahrheiten jedes Einzelnen.

  10. @Siewurdengelesen

    »Medienkritik ist etwas anderes als Lügenpresse.«

    Versteh ich nicht! Weil der Begriff rechts vermint wurde, dürfen die Linken nun nicht mehr behaupten, die Presse würde lügen? Was machen denn Tagesschau, BILD, Spiegel Online etc. täglich? Die ungeschminkte Wahrheit berichten? Erinnert mich an die gleiche Masche, dass Linke weder die Wall‐Street, Großbanken, noch die Finanzmafia kritisieren dürften, weil auch das rechts vermint sei (verkappter Antisemitismus).

    »Genauso wie die NATO macht auch ein Putin und viele andere »Propaganda«. Daher empfiehlt es sich grundsätzlich, alles immer wieder und zuerst kritisch zu hinterfragen.«

    Völlig richtig! Daher sollte man sich auch von Begriffen keine Maulkörbe verpassen lassen. ;)

    »Gegen »Kritik« hat ja keiner etwas.«

    Ne, oder?

  11. Zur Unabhängigkeit und Neutralität der Wissenschaft auf dem Gebiet der Hepatitis C zieht Euch das hier mal rein:

    https://www.ifi-medizin.de/files/ifi_content/pdf/Empfehlung%20Therapie%20Hepatitis%20C%20DGVS%20bng%2001.09.pdf

    In den neuen Leitlinien werden Interessenkonflikte nicht mehr erwähnt.

    Nachdem ich 2014 über den Lenker meines MTB fliegend mit der Fresse auf dem Asphalt gelandet bin, an mehreren Stellen im Gesicht genäht werden musste, bekam ich in der Notfallambulanz selbstverständlich auch eine Spritze gegen Tetanus und dafür bin ich dankbar.

  12. @epikur

    »Weil der Begriff rechts vermint wurde, dürfen die Linken nun nicht mehr behaupten, die Presse würde lügen?«

    »Daher sollte man sich auch von Begriffen keine Maulkörbe verpassen lassen.«

    Komme mal von der Nummer rechts/links und irgendwelche Maulkörbe herunter und überlege, wann, warum und in welchem Zusammenhang diese »Begriffe« entstanden sind und wann, wie und in welchem Zusammenhang sie jetzt wieder verwendet werden.

    Aus dieser Warte ist es daher für mich schon ein Unterschied, welchen Begriff ich verwende und ob mich daher auch explizit mit rechtem Gedankengut gemein mache!

    Pauschal Lügenpresse zu blöken ist etwas anderes, als bestimmten Meldungen, Journalisten, Medien etcpp. im Einzelnen nachzuweisen, wo inhaltliche oder kausale Fehler liegen. Das diese sicher auch bewusst »gemacht« werden, steht dabei ausser Frage.

    Die »ungeschminkte Wahrheit« wirst Du ohnehin nirgends erfahren, weil diese je nach Standpunkt bei gleichen Dingen durch den Betrachter ganz anders definiert sein kann. Deswegen schere ich trotzdem nicht alles und alle über einen Kamm, sondern differenziere und bilde mir »mein« Urteil, ob Nachrichten tendenziös, seriös, manipulativ oder schlicht falsch aka gelogen sind.

    Da Medien nun einmal ein Instrument der herrschende Klasse ist, ist doch genauso völlig klar, dass dieses immer im Eigeninteresse eingesetzt werden wird. Auf geringstem Level geschieht das bei der Werbung und nach oben bis hin zu vorsätzlich verdrehtem Darstellen politisch brisanter Ereignisse oder im Verkaufen von Scheisse für die Bevölkerung. Letztes Szenario zum mentalen Massieren und Verdummen war »Winter« und der »Super‐Hacker«. Wer drauf anspringt — selber schuld!

    Blöderweise beherrschen die »Rechten« das Manipulative mit am besten und was an »Wahrheitsgehalt« fehlt, wird durch Lautstärke und Masse kompensiert. Ebenso blöderweise hört die »Medienkritik« von rechter Seite spätestens in ihrer eigenen Blase auf und die pösen amerikanischen, verjudeten Medien aka Facebook und Whatsapp(Zuckerberg?) oder die ach so linksgrünversifften Mainstream‐Medien sind dem rechten Gesockse immerhin nicht zu fein, um diese nicht als Instrument für das Abladen ihres Selbstbemitleidens, ständig in der meinungsfreiheitsunterdrückenden Opferrolle Befindens und Hetzens und Hassens zu missbrauchen.

    Auf diesen Trip begebe ich mich nicht, weder im Nutzen des Vokabulars noch in der Art und Weise, wie es dort Usus ist.

    »Erinnert mich an die gleiche Masche, dass Linke weder die Wall?Street, Großbanken, noch die Finanzmafia kritisieren dürften, weil auch das rechts vermint sei (verkappter Antisemitismus).«

    Ich weiss nicht, woher Du diese Erkenntnis hast. Das ist im Grunde derselbe Punkt wie oben (siehe auch schon wieder den Ausdruck Finanz‐Mafia) und entspricht aus meiner Sicht nicht der Realität.
    Wenn dem so wäre, dann gäbe es diese Kritik ja öffentlich gar nicht. Nur sind wir dann wieder beim Pauschalen dabei.

    Woran machst Du z.B. fest, dass die Machenschaften des Geldkapitals in den USA anderes wären als die einer Deutschen Bank, welche erst kürzlich wieder unangenehm aufgefallen ist.

    Der Hebel Weltfinanzjudentum wurde doch daraus abgeleitet, dass die Juden sich seit dem Mittelalter ihren Lebensunterhalt als Geldverleiher und Händler verdienen mussten, da ihnen andere Tätigkeiten per Gesetz verboten waren. Das hat sich bis heute so erhalten, nur sind Banken inzwischen genauso kapitalistische Instrumente und daher die finanziellen Verwerfungen nur ein weiteres Bild der Krisen dieser Gesellschaft. Mit den Juden als solches hat das schon längst nichts mehr zu tun und dieses Narrativ wird einfach nur ständig als antisemitisches Tarnkäppchen genutzt. Wo und wie anders liesse sich schöner über Juden und deren Machenschaften lästern und kann es ganz easy als Israel‐ und Finanzkritik verkaufen, obwohl doch siehe oben das gar nichts miteinander zu schaffen hat? Aber einer muss ja schliesslich schuld sein an unser aller Unglück — gelle?

    Und neben den Juden seit je her sind´s bei den neuerlichen Abendlandverteidigern inzwischen mal fix noch die Muslime, wobei da Menschen wieder anahnd ihres Äusseren einfach in diese Schublade gequetscht werden, egal ob das z.B. selbst verfolgte Jesiden, Atheisten oder Angehörige religiöser Minderheiten aus den Kriegsgebieten sind. Hauptsache es gibt ein Narrativ oder auch neudeutsch ein Framing, welches scheinbar in die erdscheibenflache Intelligenzkurve passt, ohne den Verfechter solcher Bilder durch tieferes Nachdenken mental zu überfordern.

    So btw. stellten Angehörige jüdischer Familien aus diesem Aspekt bis in die jüngste Zeit einen hohen Anteil an guten Ärzten, Intellektuellen und Künstlern. Speziell die Intellektuellen waren und sind Rechten ebenfalls bis heute suspekt, vermutlich weil´s ihnen da selbst nur zu oft fehlt.

    Klatschen wir also dieses ganze Gesülze in die Tonne und überlegen uns, ob statt dieser halbvergorenen Begriffe und Umdeutungen von rechts diese zu kritisierenden Punkte nicht eher systemimmanent sind?

    Da Du ja auch ganz gerne auf Adorno abbildest, gerne noch einmal der Verweis auf dessen »Jargon der Eigentlichkeit«. Genau dort findest Du sehr umfangreich, was Sprache und deren Gebrauch anrichten kann, denn »an ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen« heisst es nicht umsonst. Genau deshalb nutze ich deren Worthülsen nicht und das ist ein Grund, warum mich solche Aussagen wie die von Prof. Mausfeld über »Eliten« so aufstossen!

    Um sich davon abzugrenzen, muss sich auch niemand explizit »links« verorten. Es reicht schon eine gesunde Skepsis und ein Mindestmass an wirklichem, eigenen Denken, wenn solche Phrasen angewabert kommen.

    Auch da ist es ein Unterschied, ob man sich den Schuh des vermeintlichen Maulkorbs anzieht und damit pauschal wieder diesen rechten Spin von angeblich fehlender Meinungsfreiheit und Unterdrückung mitmacht oder ob man objektbezogen echte Kritik an einer bestimmten Sache übt.

    »Gegen »Kritik« hat ja keiner etwas.

    Ne, oder?«

    Was tun wir denn hier gerade?

    Das, was von aussen bei Linken gerne als Spalterei und Zerwürfnis definiert wird, ist nämlich dieses ständige Abarbeiten an‐ und untereinander, denn nur diese Form bringt einen weiter.

    Erzwungener ideologischer Konsens führt zu nichts. Entweder ist er Zeichen einer Diktatur oder es wird als Mantel genutzt, um die zu kritisierenden Fehler zu bedecken.

    Das eine hatten wir in Form des Faschismus und das andere danach, als Friede und Sozialismus das Nonplusultra auf immerdar zu sein hatten.

    Die fehlende/nicht gewollte Kritikfähigkeit hat erst den deutschen Nationalismus als ein kapitalistisches Endstadium in seine schlimmste Zeit geführt und danach den hoffnungsvollen Ansatz verrecken lassen, einen wirklich demokratischen und sozialistischen Staat auf deutschem Boden zu schaffen.

    Du darfst aber gerne weiter annehmen, dass irgendwelche Querfronten, VT‐Fuzzis wie Jebsen usw. diesem System etwas entgegensetzen oder zu dessen Abschaffen führen.

    Selber sehe ich bisher, dass alle diejenigen selbst vereinnahmt oder versenkt wurden, die dachten, dass sie mit so einem halben Konsens den Rechten das Wasser reichen und diese dann »rüberziehen« können...

  13. @Siewurdengelesen

    »Da Medien nun einmal ein Instrument der herrschende Klasse ist, ist doch genauso völlig klar, dass dieses immer im Eigeninteresse eingesetzt werden wird.«

    Damit ist auch klar, dass Lügen in solchen Medien, egal ob gedruckt oder mit bewegten Bildern und Ton, kein Einzelfall oder Zufall sind, sondern ein Feature.
    Na klar stehen dort Wetter, Lottozahlen, Sportergebnisse und Traueranzeigen. Diese Inhalte sind von Menschen relativ einfach nachprüfbar. Den Rest würde ich nur, wenn ich mich absolut nicht bremsen könnte, mit äußerster Skepsis zur Kenntnis nehmen. Persönlich bin ich sehr sorgfältig bei meiner Medienauswahl und TV meide ich seit über einem Jahrzehnt zu 100%.

    »Ich weiss nicht, woher Du diese Erkenntnis hast. Das ist im Grunde derselbe Punkt wie oben (siehe auch schon wieder den Ausdruck Finanz?Mafia) und entspricht aus meiner Sicht nicht der Realität.«

    Aus meiner Sicht und aus persönlicher Erfahrung entspricht epikurs Erkenntnis durchaus der Realität. Kritik am Geldsystem soll erstickt werden. Jedenfalls macht man sich dabei die Wortkombinationen »struktureller Antisemitismus« und »verkürzte Kapitalismuskritik« zu Nutze. Man bringt absichtlich Menschen mit Antisemitismus in Zusammenhang, um nicht über Inhalte reden zu müssen. Ein wenig Nachforschung mit einer Findemaschine der Wahl und den Schlagworten: »geldsystem struktureller antisemitismus« bringt Gewissheit.
    Ich habe hier fünf Beispiele:

    http://www.berndsenf.de/pdf/Denunzieren%20statt%20Argumentieren%20-%20Die%20irrationale%20Abwehr%20der%20Zinskritik.pdf

    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/kritik/bierl_tauschring.pdf

    http://www.berndsenf.de/pdf/Altvater_Kritik_Freiwirtschaft.pdf

    http://www.krisis.org/1998/geldkritik-und-antisemitismus/

    http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/altvater/stellungnahme-zu-altvater.pdf

    Es sind ebenfalls keine Einzelfälle. Dahinter steckt System.

    P.S.: Ob die Deutsche Bank tatsächlich noch eine deutsche Bank (entsprechend der Herkunft der Anteilseigner) ist, darf bezweifelt werden.

  14. @Carlo

    »Damit ist auch klar, dass Lügen in solchen Medien, egal ob gedruckt oder mit bewegten Bildern und Ton, kein Einzelfall oder Zufall sind, sondern ein Feature.«

    Deswegen fiele mir trotzdem im Leben nicht ein, alle und alles als Lügenpresse zu bezeichnen. Sind wir wieder beim Differenzieren.
    Umgekehrt ist ebenso nicht alles, was gegen die »Mainstream‐Medien« von anderen behauptet wird, die »Wahrheit«.

    Der Vorwurf der Lügenpresse richtet sich aber in erster Linie gegen die ÖR und Zeitungen/ andere Medien, bei denen Staatsnähe und dementsprechend voreingenommenes Berichten vermutet wird.

    Läuft halt so nicht...

    Auch die Beispiele zur »Kritik am Geldsystem« sind ganz nett, zeigen aber m.E. trotzdem eher EInzelfälle und nicht Beweise dafür, dass Kritik am Geldsystem von linker Seite generell mit einem Tabu belegt wäre, weil sich dahinter Antisemitismus verbergen könnte.
    Wer sich ohne Grund diesen Schuh anzieht, ist selber schuld.

    Und was die Deutsche Bank betrifft — das ist ein privates Unternehmen, dass genauso international verflochten ist wie so manch Anderes auch, schimpft sich Globalisierung.

  15. @Siewurdengelesen

    Carlo sagt: »Es sind ebenfalls keine Einzelfälle. Dahinter steckt System« und listet fünf Beispiele auf. Wer mehr Zeit und Muße hat, wird 50 weitere finden. Wer als Linker das Geld‐ und Bankensystem kritisiert, läuft schnell Gefahr als Antisemit beschimpft zu werden. Zuletzt traf das beispielsweise die »Nachdenkseiten«.

    Du antwortest dann: »Auch die Beispiele zur »Kritik am Geldsystem« sind ganz nett, zeigen aber m.E. trotzdem eher EInzelfälle.«. Einzelfall? Ab wann wird der Einzelfall zur Methode? Auch der Begriff »Einzelfall« ist übrigens ein politischer Kampfbegriff, um vorhandene Strukturen, Rahmenbedingungen und Methoden zu leugnen.

    »Das, was von aussen bei Linken gerne als Spalterei und Zerwürfnis definiert wird, ist nämlich dieses ständige Abarbeiten an und untereinander, denn nur diese Form bringt einen weiter.«

    Wann hat das die Linken je weiter gebracht? In der Weimarer Republik? Die Linken drehen sich seit über 100 Jahren um sich selbst und im Kreis (Revoluzzer vs. Reformer), während die Rechten, Konservativen und Neoliberalen einfach die Macht übernehmen. Ich denke, mehr Solidarität und weniger eitle Klugscheißerei und Gesinnungspolizei würde der politischen Linken durchaus mal gut tun. ;)

  16. @Siewurdengelesen

    Weißt Du, mir ist es eigentlich völlig egal wie man die klassischen Medien bezeichnet. Gelogen wird überall. Ich kann nur jedem empfehlen, dass er am besten die Glotze auslassen sollte (wirklich komplett) und sich die restlichen Medien inklusive Internet sehr sorgfältig auswählt. Das ist meiner Ansicht nach die Form der Differenzierung, die ich für sinnvoll halte. So halte ich es schon sehr lange und es machte mir einen klaren Kopf. Man hat mehr Zeit für andere Dinge des Lebens.

    Zur Kritik des Geldsystems. Von einem generellen Tabu schrieb ich nicht. Ich schrieb davon, dass die Menschen, die diese Argumentation nutzen, es mit System tun. Und nein, es sind keine Einzelfälle — dürfte wohl aus meinen umfangreichen Links hervorgehen. Ich schreibe auch aus eigner Erfahrung. In vielen Diskussionen wurde mir selbst der Vorwurf gemacht. Wobei Zinskritik nicht einmal mein Thema ist. Irgendwann machte mich die Argumentationslinie stutzig und ich forschte nach. Mir wurde dabei klar, worum es überhaupt geht. Interessant war in solchen Diskussionen für mich, dass die angeblich ärgsten Feinde des »Kapitalismus« auf einmal seine eifrigsten Verteidiger wurden. Das nicht nur bei dem Thema Geld.

  17. Naja — was steht denn so drin in den Links?

    Vier davon drehen sich mehr oder weniger um Silvio Gesells Theorie der Freiwirtschaft und um den Clinch Einzelner, die sich da gegenseitig die Bälle zuspielen wie Bernd Senf, Elmar Altvater, Hermann Lührs und Werner Onken.

    Mir ist neu, dass Freiwirtschaft ein linker Ansatz zum Überwinden des Kapitalismus ist.

    Ernst Lohoff arbeitet sich am Antisemtismus der Nazis und der damit verbundenen These des vermeintlichen »Weltjudentums« ab und das diese verkürzte Form des Antisemitismus unter den Krisen des jetzigen Systems wieder auftreten kann (bzw. bereits wieder salonfähig ist dank des zunehmenden rechten Strömungen — mein Zusatz). Genau das habe ich oben geschrieben.

    Beleg für einen Maulkorb im Sinne dessen, dass speziell von linker Seite Kritik am Geld‐ und Zinssystem mehrheitlich über die antisemitische Keule im Vorfeld erschlagen wird, sind sie aus meiner Sicht nicht.

    Kritik daran ist sogar ein extrem linkes Thema!

    @epikur

    »Wann hat das die Linken je weiter gebracht?«

    De facto immer, das Spalten geschah z.B. in aller Regel von oben und da meist von den »Reformern« oder den Kompromiss Suchenden (sic).

    In der Weimarer Zeit und davor sage ich nur Noske, Kriegskredite usw. Auf´s Brett geschissen haben dann auch die, obwohl sie glaubten, dass sie damit etwas retten können. Ich zitiere mich gerne selbst wieder:

    »Selber sehe ich bisher, dass alle diejenigen selbst vereinnahmt oder versenkt wurden, die dachten, dass sie mit so einem halben Konsens den Rechten das Wasser reichen und diese dann »rüberziehen« können...«

    @Carlo

    »Weißt Du, mir ist es eigentlich völlig egal wie man die klassischen Medien bezeichnet. Gelogen wird überall.«

    »Ich schrieb davon, dass die Menschen, die diese Argumentation nutzen, es mit System tun.«

    Schrubte ich etwas anderes? Nämlich das Medien grundsätzlich kritisch zu konsumieren sind und man nicht einfach alles unreflektiert übernimmt, sondern hinterfragt?

    Aber das Pauschalisieren und generelle und vorbehaltlose Eintüten in Rubriken wie »Lügenpresse« ist falsch.

    Und wenn ich z.B. auf der Homepage eines wirtschaftlich durchaus beschlagenen Bernd Senf Dinge lese wie Lebensenergieforschung, Freie Energie, dass Geld gemäss der These Freiwirtschaft fliessen muss und Links zu solchem Schmonz wie bewusst.tv — kein Kommentar...

    »Wobei Zinskritik nicht einmal mein Thema ist. Irgendwann machte mich die Argumentationslinie stutzig und ich forschte nach. Mir wurde dabei klar, worum es überhaupt geht.«

    Was ist die Argumentationslinie der Zinskritik (abseits von Freiwirtschaft und anhand aktueller Beispiele, wo »Linke« offensichtlich massiv und/oder massenhaft Banken‐, Zins‐ und Kapitalkritik mit dem Argument Antisemitismus abgewürgt haben) und um was geht´s denn nun dabei?

  18. @Siewurdengelesen

    »Aber das Pauschalisieren und generelle und vorbehaltlose Eintüten in Rubriken wie »Lügenpresse« ist falsch.«

    Soweit ich in der Lage bin, verwende ich keine Pauschalisierungen. Ich meide sogar Begriffe wie »Linke« und »Rechte« oder »Volk« und »Nation« oder »Die Russen«, »Sie Italiener« oder »Die Deutschen«.
    Ich denke nicht in Schubladen und unterwerfe mein Denken nicht Denkverboten.
    Genauso versuche ich, nicht über die Meinung anderer Menschen zu urteilen. Ich urteile nicht, was »falsch« und »richtig« ist. Denn dies würde bedeuten, dass ich DIE Wahrheit wüsste. Dem ist nicht so.

    Ebenso verfahre ich mit den Inhalten von Webseiten. Ich nehme sie zur Kenntnis und kann darüber nachdenken, warum Menschen zu ihren Haltungen kommen und wie meine Position wäre. Zu den Inhalten, nicht zum Menschen. Wenn Herr Senf außer Ökonomie weitere Interessen pflegt, dann soll er es tun. Das muss ich gar nicht kommentieren. Ich kann ihm nicht vorschreiben, wie er sein Leben gestaltet.

    Ich schrieb:
    »In vielen Diskussionen wurde mir selbst der Vorwurf gemacht. Wobei Zinskritik nicht einmal mein Thema ist. Irgendwann machte mich die Argumentationslinie stutzig und ich forschte nach.«

    Es ging nicht um eine Argumentationslinie der Zinskritik, sondern darum, dass von meinen Gegenübern immer wieder versucht wurde, meine Kritik am Geldsystem, in die Richtung Zinskritik zu lenken. Genau dies machte mich stutzig. Obwohl ich dem Zins, wie allen leistungslosen ökonomischen Renten, kritisch gegenüber stehe, war und ist er für mich nicht das große Thema. Trotzdem wurde massiv versucht, die Unterhaltung in diese Richtung zu steuern. Um Inhalte ging es in so gut wie nie.

    Epikurs Ausdruck »verminen« trifft die Sache schon sehr gut. Denn es geht um mehr als die erwähnten Menschen aus meinen Links. Wer sich eingehender mit dem Thema beschäftigt, wird darauf stoßen.

  19. @Carlo

    »Wenn Herr Senf außer Ökonomie weitere Interessen pflegt, dann soll er es tun. Das muss ich gar nicht kommentieren. Ich kann ihm nicht vorschreiben, wie er sein Leben gestaltet.«

    Wäre dann zutreffend, wenn er es auch nur in »seinem« Leben täte. Stattdessen macht er es auf seiner Seite öffentlich und nicht gerade so, dass der Eindruck entsteht, es sei reines Privatinteresse, sondern eher der einer Mission.
    Und ausgerechnet Herr Senf haut dann auch noch selber in die Kerbe Chemtrails. Er wird das sicher nur deswegen so fleissig verlinken, weil er überzeugter Gegner dieser These ist ;)

    Kann man sich jetzt weiter an dieser einen Person abarbeiten, muss es aber nicht. Und so eine richtige Antwort auf die Frage nach aktuellen Beispielen habe ich immer noch nicht, wo von vermeintlich linker Seite Geld‐ oder Zinskritik massiv mit der Antisemitismuskeule erschlagen wird.

    Mir ist schon klar, in welche Richtung epikurs Startbeitrag geht, aber statt wirklich »Inhalte zu überwinden«, wird halt lieber pauschal etwas behauptet, was als Aussage so nicht stimmt, sondern nur seine Wahrnehmung ist.

  20. @Siewurdengelesen

    Mir ist es doch völlig egal, ob jemand an Chemtrails glaubt oder nicht. Mir wäre es auch egal, wenn Du an Aliens glauben würdest. Beides trifft nicht auf mein Interesse und ich habe keine Meinung dazu. Das nenne ich Freiheit, sein Leben selbsbestimmt zu gestalten.
    Ein Mensch ist nun einmal nicht nur so oder so. Er ist so und so und so und so ... Mit vielen Interessen/Identitäten, wie Andockstellen eines Neurons im Nervensystem. Niemand hat das Recht, für andere Menschen Lebens‐ und Verhaltensregeln aufzustellen, die dessen Freiheit beschneiden. Das ist meiner Meinung nach eine kollektivistische Unart.

    Epikur äußert im Startbeitrag seine Meinung. Die Meinung ist nunmal Ausdruck der Wahrnehmung. Und es ist doch schön, wenn es viele unterschiedliche Meinungen gibt, auch wenn sie mir selbst nicht gefallen. Man kann nun von epikur gelieferte Inhalte nutzen, um sich über diese zu unterhalten, aber nicht über seine Meinung.

    Das war doch von Dir:
    »Erzwungener ideologischer Konsens führt zu nichts. Entweder ist er Zeichen einer Diktatur oder es wird als Mantel genutzt, um die zu kritisierenden Fehler zu bedecken.«

    P.S.:
    »Und so eine richtige Antwort auf die Frage nach aktuellen Beispielen habe ich immer noch nicht, wo von vermeintlich linker Seite Geld? oder Zinskritik massiv mit der Antisemitismuskeule erschlagen wird.«

    Die Bedeutung von »vermeintlich linker Seite« kenne ich leider nicht. Das massive Erschlagen mit einer »Antisemitismuskeule« ist keine Formulierung meinerseits. Das Legen von »Minen«, also das versperren von Denkrichtungen war gemeint.

    Mit einer Findemaschine:

    »Falsche Kapitalismuskritik und struktureller Antisemitismus«
    von Isolde Vogel und Sebastian Schneider

    »Ist Zinskritik für Rechtsstehende und Antisemiten ‚anschlussfähig’?«
    Eine Groteske mit (begrenztem) Lerneffekt

    Gerhard Hanloser:
    »Attac, Globalisierungskritik und „struktureller Antisemitismus««

    »Struktureller Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik«
    Thomas Schmidinger

    Bei echtem Interesse und ein wenig Mühe, findest Du wesentlich mehr.

  21. @Siewurdengelesen

    »Mir ist schon klar, in welche Richtung epikurs Startbeitrag geht, aber statt wirklich »Inhalte zu überwinden«, wird halt lieber pauschal etwas behauptet, was als Aussage so nicht stimmt, sondern nur seine Wahrnehmung ist.«

    »Inhalte überwinden« ist ein satirisches Zitat der PARTEI, die darauf aufmerksam machen wollte, dass es häufig nicht mehr um Inhalte geht. Beim Diffamieren, Minen legen und Denkverboten aussprechen geht es eben auch nicht um den Austausch von Inhalten oder Argumenten. Und ja, das ist meine Meinung. Ich dachte, die darf ich in meinem Blog veröffentlichen!?

    Übrigens: ist Werner Rügemer auch ein Antisemit? Schließlich schreibt er:

    »Für die gegenwärtige Bundesregierung wurde die US‐Investmentbank Goldman Sachs in Sachen Eurokrise zum wichtigsten Dauerberater. Christoph Brand, seines Zeichens deutscher Vertreter von Goldman Sachs und in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, traf seit der Finanzkrise 48 Mal mit Vertretern der Bundesregierung zusammen. Allein der besagte Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden, wurde von ihm 25 Mal beraten. An zweiter Stelle bei der Häufigkeit von Treffen mit Regierungsvertretern rangieren Commerzbank und Deutsche Bank, dahinter folgen weitere Banken wie Barclays und United Bank of Switzerland.[...] Kurzum: Diese Dauerberater regieren faktisch längst mit. Sie, die von der Bundeskanzlerin Merkel gegenüber der Bevölkerung namenlos als „die Märkte“ bezeichnet werden, von denen sie sich nicht erpressen lassen will, gehen längst persönlich im Bundeskanzleramt fröhlich ein und aus.«

    Ach stimmt, die »Nachdenkseiten« sind ja Antisemiten. Und da wir im Zeitalter der Kontaktschuld leben (»War Gast bei KenFM...«), muss er faktisch auch einer sein.

  22. @Carlo

    »Die Bedeutung von »vermeintlich linker Seite« kenne ich leider nicht. Das massive Erschlagen mit einer »Antisemitismuskeule« ist keine Formulierung meinerseits.«

    Nee — das hat epikur weiter oben selbst geschrieben, der kann sicher auch beantworten, was oder wen er darunter versteht:

    »Erinnert mich an die gleiche Masche, dass Linke weder die Wall?Street, Großbanken, noch die Finanzmafia kritisieren dürften, weil auch das rechts vermint sei (verkappter Antisemitismus).«

    Daraufhin bist Du mit Zinskritik und strukturellem Antisemitismus eingestiegen, der ja meist noch nicht einmal »von links« kommt, wie auch Deine letzten Suchmaschinenfütterer zeigen, die fast alle zu denselben Treffern führen, aber nicht zu speziellen Beispielen, wo »von links« mit Vorsatz bei diesem Thema eine Diskussion um Geld‐ und Finanzkritik erschlagen wird, wie auch immer das definiert sei und wo da das Systematische drin ist.
    Sie bestätigen eher das von mir Erwähnte, dass solcherlei Zeug eher aus der Ecke Eso oder AfD und Co. kommt.

    Da muss es sonst Beispiele geben, dass exakt einer oder mehrere permanent auf diese Nummer einsteigt oder so. Mag sein, dass es gelegentlich vorkommt und wenn sich ein Herr Senf den Schuh anzieht, weil anno Steinzeit ein Trupp seine Vorlesung gestürmt hat — shit happens.

    Wenn er aber auf seinen Seiten diesen Eso‐Müll verlinkt, dann tut er das nicht, weil es seine private Sache ist, sondern weil er es verbreiten will.

    »Das war doch von Dir:«

    Jepp -deswegen fetzen wir uns gerade und in so ist das eben meine Meinung, die mir genauso zusteht, zu äussern und zu vertreten ;)

    @epikur

    »Übrigens: ist Werner Rügemer auch ein Antisemit?«

    Warum jetzt dieser Schwenk?

    Er kritisiert soch eindeutig die Bank und nicht umgeleitet Juden? Das die nach ihren Gründern Goldman‐Sachs heisst, kann er ja nun nix für...

    Was die vermeintliche Kontaktschuld betrifft, ist das eben wieder Deine Meinung.

    Von Serdar Somuncu habe ich z.B. eine hohe Meinung, der war auch bei Jebsen, also was soll es dann. Andere die sich dort zum Stelldichein fanden, mag ich eben nicht und denen bietet dieser eitle Selbstdarsteller völlig unnötig eine Bühne, siehe die ganzen zwielichtigen Gestalten der »Mahn‐Wichtel« und diverser VTler.

    Den Mann kann ich leider nicht ernst nehmen in seinen »Interessen«.

    »»Inhalte überwinden« ist ein satirisches Zitat der PARTEI, die darauf aufmerksam machen wollte, dass es häufig nicht mehr um Inhalte geht.«

    Ja — da habe ich wohl entweder etwas über´s Ziel hinausgeschossen und/oder die Smileys vergessen...

    »Und ja, das ist meine Meinung. Ich dachte, die darf ich in meinem Blog veröffentlichen!?«

    Dann musst Du aber auch damit leben, dass andere anderer Meinung sind und diese ebenfalls hier kundtun oder den Kommentarbereich dichtmachen ;)

  23. @Siewurdengelesen

    Dir ist aber schon irgendwie klar, dass ich in keinem meiner Beiträge zwischen »links«, »rechts«, »mitte«, »oben« und »unten« unterschieden habe? Mich beschäftigt der Fakt, dass eine Denkrichtung für Menschen von Menschen systematisch unmöglich gemacht werden soll. Welche Attribute jemand den beteiligten Menschen zuordnet ist doch für den Inhalt nicht von Bedeutung. Es sei denn, dass man den Inhalt von vornherein nicht besprechen oder von ihm ablenken möchte, weil er von Menschen mit bestimmten Attributen kommt.

    Mir ist diese Attributierung nicht wichtig. Dafür bin ich der falsche Gesprächspartner.

    Und ja klar darf jeder Mensch, Herr Senf wie Du und ich, seine Meinung äußern und verbreiten. Das ist doch Inhalt der Freiheit. Dass andere nicht alles glauben oder nicht von allem begeistert sein müssen, ist ebenfalls Inhalt der Freiheit.

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