Ihre Renteninformation

Einmal pro Jahr erhält man die sog »Renteninformation« von der Deutschen Rentenversicherung. Als Grundlage für die künftige Rentenhöhe werden die Beitragszahlungen der letzten fünf Jahre herangezogen. Bei der aktuellen Rentenformel werden hier die Wenigsten eine große Summe stehen haben. Altersarmut ist indes kein Schicksal, sondern politisch gemacht. Interessant ist denn auch der letzte Abschnitt »Zusätzlicher Vorsorgebedarf«, darin heißt es:

»Da die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftig geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert, wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger (»Versorgungslücke«). Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie — wie bei Ihrer zu erwartenden Rente — den Kaufkraftverlust beachten.«

Verstehe ich das richtig, dass die Deutsche Rentenversicherung als Teil der gesetzlichen Sozialversicherung und Körperschaft des öffentlichen Rechts in Deutschland, mir Angst machen mich dazu ermutigen will, privat vorzusorgen? Sie will mich in die Arme von Hedgefonds, Bankster und Finanzheuschrecken treiben?

9 Gedanken zu “Ihre Renteninformation

  1. Si Senor,
    ist ja schließlich hoffähige Agenda der Gewählten.
    No Senor, dies dient ausschließlich Ihrer Information, sonst sagense naher wiedder keiner hätte was jesagt.
    Jo Senor,
    mit Empfang dieser Auskunft und bei Nichtabschluss einer XX Versicherung wird ihnen zukünftig das Recht abgesprochen Grundsicherung zu beantragen, Sie waren gewarnt.

    p.s. Ihre (unterhaltspflichtigen) Angehörigen wurden ebenfalls über Ihr Verhalten informiert.

  2. Da hatte ich auch schon drüber nachgedacht. Ich denke, dass Riester und co. nur deswegen so erfolgreich wurden, weil sie über jeden erdenklichen Kanal den Leuten aufgedrängt bis aufgezwungen wurden.

  3. Denkst Du etwa, dass Heil und die Groko nach dem als »Grundsicherung« euphemisierten HartzIV umsonst so Trommelwirbel um die »Grundrente« machen?

    Nachdem Riester gefloppt ist, lässt die liebe Banken‐ und Versicherungslobby doch nicht locker, um selbst an den Ärmsten der Armen noch zu verdienen.

    Der »Trend« unserer neoliberalen Agendisten wird sicher dahin gehen, dass die Grundrente am Schluss so ziemliche jeden erwartet unabhängig vom Gehalt und wer etwas drüber will, soll doch bitte schön in eines dieser kapitalmarktfinanzierten »Produkte« setzen. Die sind sicher auch ganz sicher ;)

    In grösseren Firmen gibt´s das übrigens schon und nennt sich dort gerne mal Langzeitkonto o.ä. Bei diesem wird in dann die »Überzeit« in einen Fond eingezahlt, der »Geld« erwirtschaftet, welches dann am Ende des Berufslebens wieder in frühere Rente/mehr Rente umgesetzt werden kann oder zwischendurch als extra Freizeit abgebummelt werden kann.

    Recht schnell ist auch da aufgefallen, dass es bereits jetzt für die Beschäftigten in aller Regel ein Draufleger ist. Beim Rest steht in den Sternen oder im Orakel windiger Wirtschaftsforschungsinstitute, ob es den Fond so lange gibt, es die Firma so lange in dieser Form gibt oder man die Zeit selbst als Beschäftigter erlebt, in der es an´s Auszahlen geht...

    ...gehen ja bei Bankenkrisen gerne mal perdu, die aktienfinanzierten Rentenanteile — habe ich mir jedenfalls so sagen lassen...

  4. Bitte was?!
    Der Staat macht (subtil) Werbung für die private Altersvorsorge?!
    ...Bitte mal einen Abmahnanwalt mit viel Langeweile, der sich darüber aufregt. Danke.

    (Wenn man das so liest — gab es da nicht vor längerem auch irgendetwas, wo amtliche Dokumente unterschwellig Werbung für irgendwas gemacht haben? War das bei Kfz‐Angelegenheiten wegen dem VW‐Skandal? Mein Gehirn will sich daran erinnern, da war schon mal was dubioses vor einiger Zeit, was sich der Staat hätte definitiv nicht erlauben dürfen...)

  5. Das ist der Sinn der ganzen Angelegenheit. Zusätzlicher Effekt (oder vielleicht auch das eigentliche Ziel) sind die »Zwangskredite« für den Staat durch angeblich sichere Geldanlage in Anleihen. In den letzten Jahren fürn Appel und nen Ei für die große Koalition, da Anleihen in anderen europäischen Staaten momentan, verständlicherweise, nicht so der Renner sind.
    Da hat man sich schon etwas Feines ausgedacht. Interessanter wird es noch, wenn die sogenannte »Schuldenbremse« zuschlägt und der Umfang der Staatsanleihen nicht mehr ausgeweitet oder radikal eingeschränkt wird.

    Lustig ist, dass man auf einen Kaufkraftverlust hinweist. Womit werden Menschen denn bezahlt? Sollte das Geld laut ökonomischer Theorie nicht auch Wertaufbewahrungsmittel sein? Zumindest lernen dies sogar schon kleine Kinder.
    https://www.helles-koepfchen.de/?suche=wertaufbewahrungsmittel

    Eigentlich müsste darunter stehen:

    »Leider ist das, durch unsere Gesetze eingeführte, Geldsystem ein Betrugssystem. Denken Sie daran, dass ihre erbrachten Leistungen morgen weniger (Geld)Wert haben als heute und übermorgen noch weniger usw.«

  6. Bei Minuszinsen macht das Anlegen doch gleich viel mehr Spaß.
    Wer seine Rente sichern will macht halt in Streumunition.

  7. Schafft die Rentenkasse endlich ab! Eine steuerfinanzierte Rente warum nicht? Das Beitragssystem ist so toll, dass der Staat seine Mitarbeiter oftmals davon befreit und sie zu privilegiert. Lassen wir die 70‐er Jahre hinter uns!

  8. Wer zusätzlich vorhandenes Geld für die Altersversorge erübrigen kann, stellt bei seinem gesetzlichen Rentenversicherungsträger den Antrag auf Ausgleich einer Rentenminderung wegen vorzeitigem Ruhestand.
    Die RV berechnet dann die theoretisch fehlenden Entgeltpunkte weil man mit z. B. 63 statt 67 in Rente gehen will. Danach erhält man die Berechtigung auf das eigene Rentenkonto einzuzahlen, maximal bis zum Ausgleich der fehlenden Punkte.
    Wenn man es dann schafft, nicht mit 63 sondern mit 64 oder noch später in Rente zu gehen, wirken sich diese Einzahlungen kräftig rentensteigernd aus, ohne irgendeinem Versicherungsvertreter Geld in den Rachen zu werfen oder man die Möglichkeit ohne Verluste eher in den Ruhestand zu treten.

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