Eine Wikipedia‐Verschwörungstheorie

Vor einiger Zeit hat die Dokumentation »die dunkle Seite der Wikipedia« ausführlich gezeigt, wie wenig objektiv und sachlich die Online‐Enzyklopädie Wikipedia bei politischen Themen wirklich ist, insbesondere wenn sie die USA, die NATO, den Neoliberalismus und ihre Gegner behandeln. Sehr inflationär wird der negativ konnotierte Begriff der Verschwörungstheorie verwendet. Und während im medialen Sprachgebrauch die Begriffe Antiislamismus oder Antirussismus kaum Verwendung finden (obwohl diese Geisteshaltung weit verbreitet ist), so werden die Vorwürfe des Antisemitismus und Antiamerikanismus jedoch sehr häufig erhoben. Auch und gerade in der Wikipedia.

Die Konsens‐Realität
Die Vorwürfe der Verschwörungstheorie, des Antisemitismus, Populismus und des Antiamerikanismus werden verwendet, um Herrschaftskritik zu diskreditieren oder zu unterbinden. Alle Personen, Theorien und Themen, die abseits vom Mainstream alternative Sichtweisen und Perspektiven behandeln, die USA und die NATO kritisieren oder die Verflechtung von Politik, Wirtschaft und Medien strukturell hinterfragen, erhalten nicht selten das Attribut Verschwörungstheorie/Verschwörungstheoretiker. Und obwohl die Wikipedia selbst schreibt, dass der Begriff Verschwörungstheorie »zumeist kritisch oder abwertend verwendet« wird, benutzen ihn die Wikipedia‐Redakteure in dutzenden Artikeln und lassen dabei jegliche objektiv‐sachliche Auseinandersetzung mit Themen und Personen vollständig vermissen.

Ganz vorn dabei ist natürlich der Vorfall vom 11. September 2001 in den USA. Dazu gibt es einen eigenen Eintrag mit dem Titel »Verschwörungstheorien zum 11. September 2001«. Der Kampfbegriff Verschwörungstheorie taucht in dem Eintrag mehr als 75 mal (!) auf. Eigentlich ist in der Wikipedia fast jeder, der die offizielle Version von »Nine Eleven« anzweifelt sowie die Regierung der USA oder die NATO kritisiert, ein Antiamerikaner, Rechtspopulist, Querfrontler, Antisemit und/oder Verschwörungstheoretiker. Dazu zählen:

  • Xavier Naidoo (»er verrühre Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus, Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Friedensgeraune zu einer dunklen Suppe«)
  • Ken Jebsen (»Einige seiner Thesen werden als verschwörungstheoretisch eingestuft.«)
  • Der Rapper Prinz Pi (»Seine Texte behandeln vornehmlich sozialkritische Themen, Verschwörungstheorien und gesellschaftliche Trends.«)
  • Der Publizist und IS‐Experte Jürgen Todenhöfer  (»Mit Todenhöfer und Naidoo wächst zusammen, was zusammen gehört. [...] Was nicht ins Weltbild passt, wird mit einer Verschwörungstheorie erklärt.«)
  • Russia Today Deutsch (»RT Deutsch bediene eher rechte Kreise und bestätigt und reproduziert Verschwörungstheoretiker«)
  • Der Historiker Daniele Ganser (»Er greift Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 auf und stellt sie als von Historikern zu prüfende Erklärungsansätze dar.«)
  • Die Journalistin Gaby Weber (»Rainer Blasius bezeichnete die Autorin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als Verschwörungstheoretikerin«)
  • Wladimir Putin (»Verschwörungstheorien sind in Russland zum Instrument der Machthaber geworden.«)
  • Der Journalist Mathias Bröckers (»wirbt darin für die Legalisierung von Hanf und verbreitet Verschwörungstheorien zum 11. September 2001«)
Wer das Imperium kritisiert, ist ein Antiamerikaner. Von Antirussisten spricht jedoch niemand. (zeit.de vom 6. Oktober 2016)

Wer das Imperium kritisiert, ist ein Antiamerikaner. Von Antirussisten spricht jedoch niemand. (zeit.de vom 6. Oktober 2016)

Auch bei beispielsweise folgenden politischen Themenkomplexen taucht der Kampfbegriff Verschwörungstheorie auf und Wikipedia rezipiert stets nur das herrschende Narrativ, also die westliche, neoliberale NATO‐Perspektive. Selbst wenn an der offiziellen Version erhebliche Zweifel bestehen:

  • Das Krim‐Referendum (»Das Krim‐Plebiszit war somit illegal und manipuliert.«)
  • Der militärisch‐industrielle Komplex (»ist der Begriff auch ein beliebtes Schlagwort in verschiedenen Verschwörungstheorien.«)
  • MKULTRA (»geheimes Forschungsprogramm der CIA [...] Der Fall ist bis heute umstritten und gibt Anlass zu verschiedenen Verschwörungstheorien.«)
  • Abschuss der Malaysia‐Airlines‐Flug 17 (»Die Süddeutsche Zeitung sprach von wilden Verschwörungstheorien im Internet.«)
  • Lady Di (»bis heute Gegenstand vieler Spekulationen und Verschwörungstheorien.«)
  • Stay‐behind‐Organisation (»sieht Gansers Buch nicht als ernstzunehmende wissenschaftliche Forschung, sondern als journalistische Arbeit mit einem erheblichen Anteil Verschwörungstheorie.«)
  • Marktfundamentalismus (»Jagdish Bhagwati beklagt einen antimarktwirtschaftlichen Fundamentalismus, der jetzt überall wachse [...] Auch Bryan Caplan kritisiert die Verwendung des Schlagworts. Für den ökonomischen Mainstream sei der populäre Vorwurf des Marktfundamentalismus schlicht falsch und töricht.«)

Diese Aufzählung lässt sich endlos fortführen.

Die Werte, die sie meinen
Dann gibt es noch die beliebte Methode Prominente nicht direkt als Verschwörungstheoretiker, Antisemit, Rechtspopulist, Querfrontler oder Antiamerikaner zu denunzieren, aber sie in die Näher solcher zu rücken. Das geht beispielsweise so beim CDU‐Politiker Willy Wimmer:

»Zudem war er mehrmals Interview‐Partner des Moderators Ken Jebsen in dessen Sendung KenFM, bei Sputnik, bei RT und beim Iranischen Rundfunk IRIB.«

Wer sich also von Ken Jebsen interviewen lässt oder gar von russischen oder iranischen Medien, der muss wohl ein Spinner sein. Zugleich ist es eine Warnung an alle da draußen, sich nicht von Ken Jebsen interviewen zu lassen (oder gar von Russia Today!). Denn ansonsten werden sie zu Verschwörungstheoretikern erklärt. Wieso spielt es eine Rolle, wer, wann bei wem Interviewpartner war? Bei anderen Prominenten steht auch nicht X war Interviewpartner bei Anne Will, Maischberger oder Beckmann. Warum wird das aber bei Ken Jebsen gemacht? Welches Ziel verfolgen hier die Wikipedia‐Schreiber? Wollen sie vielleicht die Personen damit diskreditieren, weil Ken Jebsen für viele in der linken Szene (leider immer noch) als Persona Non Grata gilt? Flatter von Feynsinn schreibt hierzu treffend:

»Dass vor allem Jebsens Interviewpartner, der suggeriert, sie wären irgendwie Weggefährten, das Zentrum der Betrachtung bilden, führt zur unauflösbaren Konfusion, wenn dies zum politisch aktiven Netz aufgeblasen wird. Hier wäre Akribie vonnöten, denn es gibt keine benennbare Beziehung von Jebsen zu seinen Gästen.«

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Woxikon nennt als Synonyme für Verschwörung: Aufstand, Opposition, Widerstand und Rebellion. Themen und Personen mit dem negativ aufgeladenen Etikett Verschwörungstheorie/Theoretiker zu bezeichnen, macht insofern Sinn, wenn man keine Opposition und alternative Meinungen zulassen will. Womöglich ist Wikipedia aber auch nur ein Hort von fundamentalistischen Mitte‐Mainstream‐Mietmäulern.

Und weil wir schon beim Thema Verschwörungstheorien sind: ich glaube mittlerweile daran, dass Wikipedia von westlichen Geheimdiensten unterwandert wird. Es wäre naiv anzunehmen, dass die westlichen imperialistischen Staaten, die Meinungs‐ und Deutungshoheit etlicher -oft kontroverser politischer Themenkomplexe‐ irgendwelchen ehrenamtlichen Schreibern überlassen würden. Aber natürlich ist auch das: reine Verschwörungstheorie. :JAJA:

Übrigens ist für die Wikipedia‐Redakteure Saudi‐Arabien keine Diktatur (das Wort kommt im gesamten Eintrag nicht einmal vor!), sondern eine Monarchie. Das hat freilich auch rein gar nichts damit zu tun, dass Saudi‐Arabien ein enger Verbündeter der USA sind. Und wer das behauptet, ist was? Richtig! Ein Verschwörungstheoretiker.

11 Gedanken zu “Eine Wikipedia‐Verschwörungstheorie

  1. Ergänzen ließe sich noch, dass die Wikipedia im Übrigen auch von Feministen kontrolliert wird, was bedeutet, dass jede Kritik am herrschenden Bild der unterdrückten Opfer‐Frau und dem herrschenden Täter‐Mann unmöglich ist.

    Sehr schön lässt sich das bspw. an dem Artikel »Maskulismus« zeigen. In seiner ersten Version hieß es in dem Artikel schlicht, dass »Maskulismus« eine politische Ansicht sei, wonach auch Männer gesellschaftlichen Nachteilen ausgesetzt seien, und diese Nachteile abgeschafft werden sollten. Es folgten ein paar Beispiele für solche Nachteile. Heute existiert der Artikel nicht mehr, stattdessen gibt es nur noch den Artikel »Maskulinismus« in dem es gleich als erstes heißt Maskulinismus ist eine Ideologie naturbedingter männlicher Überlegenheit oder des Androzentrismus, welche sich in Männerbünden und antifeministischen Bewegungen artikuliert.

    Als eines von vielen weiteren Beispielen sei auf das Thema »Häusliche Gewalt« verwiesen. Studien, die zum Ergebnis kommen, dass häusliche Gewalt von beiden Geschlechtern gleichermaßen ausgeht, passen Feministen nicht ins Konzept ihrer Weltanschauung mit prügelnden Patriarchen, weshalb diese konsequent aus der Wikipedia verbannt wurden, Arne Hoffmann dazu:
    http://genderama.blogspot.de/2012/08/wikipedia-wie-feministinnen-hunderte.html

  2. Xavier Naidoo ist auch ohne seinen Auftritt bei den Reichsbürgern ein Arschloch, schon immer gewesen, kenne ich persönlich...

  3. Das wikipedia schon aufgrund seiner Struktur der externen Zuarbeit geprägter Erfreuer der Menschheit mit ihrem Wissen, welches oft auch nicht größer wie das des Mainstreams ist, auch dementsprechend Stimmungsmache betreibt, muss man jetzt nicht als Verschwörung sehen, sondern als plumpe Entwicklung einer Normalität, — welcher es generell an Selbstreflektion fehlt und eben auch zum schnellen Abholen einer Meinung zugunsten der eigenen Interessen neigt. Diese Quick‐and‐Dirty‐Fundgrube gehobener Bildung ist per‐se ein Schwamm, welcher sich auch je nach äußeren Bedingungen entsprechend dynamisch verändern wird. Mitte‐Mainstream‐Mietmäuler trifft es gut, wenn man das »Miet« einfach auch mal weg lässt, weil dies als pauschales Abstraktum einer negativen Assoziation genauso funktioniert.

    In Bezug auf Stimmungsmache, Propaganda und selbst empfundenem; »Wir sind die Guten«-Gefühl, empfehle ich immer eine neutrale Beschäftigung mit der Geschichte der Public‐Relation der Raumfahrt während des kalten Krieges. Es gibt kein schöneres Beispiel dafür, dass es keine Seite gibt, die das irgendwie besser (schlechter) macht wie die andere Seite, sobald sie die Möglichkeit dafür hat. Leider war es anscheinend auch trotz intensiver Bemühungen von NASA wie auch Roskosmos‐, als auch vielen sonstigen Interessierten nicht möglich, im Nachhinein genau dies in einer Form zu vermitteln, dass es auch in die Schulbildung einfließen könnte. Leute wie Jebsen, mit ihrem; »Nimm alles was du kriegen kannst, — Hauptsache es hat nix mit Mainstream zu tun, — jag es durch den Fleischwolf und nach mir die Sintflut, — Geschäftsmodell, — sind da ebenfalls überhaupt nicht hilfreich.

  4. Zum Begriff »Verschwörungstheorie« und wie er umgedeutet wurde:
    Die Gründungsväter der USA hegten ein tiefes Mißtrauen, daß Männer im Amt ihre Position mißbrauchen und das Volk durch heimliche Absprachen und versteckte Aktivitäten — verschwörerisches Handeln also — betrügen könnten. Als Grund für ihr Mißtrauen führten sie die böse Natur des Menschen an. Sie konstruierten die junge amerikanische Demokratie daher so, daß sich sowohl die drei Gewalten (die rechtsprechende, die ausführende und die gesetzgebende) gegenseitig kontrollierten als auch die Bundesebene (Repräsentantenhaus und Senat, in Deutschland Bundestag und Bundesrat). Bis ins 20. Jahrhundert hinein blieb in Politik und Rechtsprechung der USA dieses Mißtrauen lebendig, hohe Amtsträger könnten hinter dem Rücken des Volkes verschwörerisch an Zielen arbeiten. Den Tatbestand der Verschwörung hätten die Bürger nie durchgehen lassen, wäre er bekannt geworden.

    Aber seit einigen Jahrzehnten sind die Begriffe »Verschwörung« und »Verschwörungstheorie« gesellschaftlich geächtet. Warum?

    In seinem Buch »Conspiracy Theory in Amerika« untersucht Prof. Lance deHaven‐Smith, der in Florida lehrt und dort Präsident der Politikwissenschaftlichen Vereinigung war, eine Reihe von Ereignissen, in deren Folge Gegner der jeweils regierungsamtlichen Erklärungsversuche mit dem Begriff »Verschwörungstheoretiker« belegt wurden. Etwa nach dem Mord an Präsident Kennedy. Präzise analysiert er den Ablauf der Ermordung des Präsidenten und die Ereignisse unmittelbar danach und benennt eine ganze Reihe haarsträubender Ungereimtheiten und offener Gesetzesbrüche.

    So sei der viel zu flache Schußkanal in Kennedys Körper völlig unvereinbar mit der regierungsamtlich verbreiteten Erklärung, der Präsident sei aus einem Hochhaus heraus erschossen worden. Die Fülle an Beweismaterial, die der Professor zusammenträgt, um seine These zu untermauern, daß sich sehr hohe Amtsträger verabredet hatten, den Präsidenten umbringen zu lassen, ist schier ungeheuerlich.

    Die größte Ungeheuerlichkeit ist jedoch, daß er auch herausfand, wie die Regierung es schaffte, die Tätigkeit und die Interessen dieser Regierungsbeamten aus der Diskussion um den Mord an Kennedy herauszuhalten. Der amerikanische Geheimdienst CIA habe es nämlich mithilfe von Verbindungsleuten in sehr vielen großen Medien geschafft, alle Überlegungen, was hohe Amtsträger mit dem Mord zu tun haben könnten, landesweit als »Verschwörungstheorien« schlechtzumachen: »Der ... Ausdruck ›Verschwörungstheorie‹ verbreitete sich als Begriff, der von der CIA für jedwede Theorie vorgebracht wurde, die die offizielle Lesart, daß Kennedy von einem ›einzelgängerischen Schützen‹ umgebracht worden war, zurückwies. Die Kampagne der CIA , den Begriff der ›Verschwörungstheorie‹ zu popularisieren und den Glauben an Verschwörungen der Lächerlichkeit und Feindseligkeit preiszugeben, muß leider als eine der erfolgreichsten Propaganda‐Initiativen aller Zeiten bezeichnet werden.« Diejenigen, die leugneten, daß Verschwörungstheorien zutreffen könnten, würden sich jedoch weigern, »eine Definition dieses Begriffes zu formulieren, die es Beobachtern erlauben würde, unvernünftigen verschwörerischen Verdacht von vernünftiger Überzeugung zu unterscheiden. « Das habe gefährliche Folgen, »denn der Begriff ›Verschwörungstheorie‹ ist ein Mechanismus sozialer Kontrolle geworden...«

    Mit anderen Worten: Mit dem Begriff »Verschwörungstheorie« wird alles abgekanzelt, was sich außerhalb des jeweiligen Deutungsrahmens bewegt, der absteckt, was bezüglich eines bestimmten Ereignisses oder einer Entwicklung erlaubt ist zu denken.

    Dies wirft ein ganz neues Licht nicht nur auf mögliche Hintergründe der Terror‐Debatte nach dem Anschlag 2001 auf das World Trade Center, sondern auch auf jüngste Entwicklungen, wie etwa die Flüchtlingskrise.
    (TOPIC 3. März 2016)

  5. Ja,ist klar...Bei vielen Menschen ist es doch so,dass andere,die Dinge tun und sagen,die nicht ins eigene Weltbild passen,gleich als Spinner bezeichnet werden...Also mal wieder das alte Gut und Böse‐Spielchen.
    Ist doch immer das Gleiche.
    Ist eben leichter,immer die anderen als die Bösen zu bezeichnen,damit ich über mich selbst nicht nachdenken muss.
    Blöd nur,dass es gar nicht darum geht,wer jetzt der »Gute« und wer der »Böse« ist.Diese Bewertungen sind das Problem.Sagte Shakespeare ja schon (»An sich ist nichts weder gut noch böse; das Denken macht es erst dazu«).
    Wir machen es uns mit diesen ganzen Bewertungen und Verurteilungen selbst unnötig schwer...Aber wir Menschen kommen darüber irgendwie nicht hinaus...

  6. Das Problem ist einfach dieses Trennungsbewusstsein und das ständige Sich‐angegriffen‐fühlen.
    Wir Menschen denken,dass wir sofort tot umfallen oder so,wenn wir mit anderen Ansichten,Meinungen etc konfrontiert werden.
    Wie bescheuert ist das eigentlich?

  7. @Verena

    »Das Problem ist einfach dieses Trennungsbewusstsein und das ständige Sich‐angegriffen‐fühlen.«

    Ich vermute, dass hat viel mit den Kommunikationsebenen zu tun. Ich begegne beispielsweise sehr selten vor allem weiblichen Wesen, die es auch nur für fünf Minuten schaffen, einmal die Emotionsebene zu verlassen und mit mir auf der Sachebene zu diskutieren. Ständig wird alles irgendwie auf sich bezogen, in das eigene Leben übertragen, subtile Hinweise zwischen den Zeilen gesucht: »also bei mir ist das so und so« oder: »ja, ich kenne das auch aus meinem Leben« und so weiter. Es geht aber gerade nur um das Thema und um nichts anderes.

  8. @ epikur
    Ich begegne beispielsweise sehr selten vor allem weiblichen Wesen, die es auch nur für fünf Minuten schaffen, einmal die Emotionsebene zu verlassen und mit mir auf der Sachebene zu diskutieren.

    Geht nicht nur mit weiblichen Wesen. Die Herren haben es nur auf eine andere Art und Weise drauf. Wiederkehrende Erfahrung, wenn man nicht sagt, was die soziale Gruppe oder das Individuum gern hören würde.

  9. Ein weitere interessanter Wikipedia‐Artikel ist »Troll‐Armee« (https://de.wikipedia.org/wiki/Troll-Armee).
    Laut diesem Artikel gibt es solche »Troll‐Armeen« natürlich nur in Russland. Meine Hinweise, dass es solche »Troll‐Armeen« auch in anderen Ländern gibt und das Ganze keine Erfindung der Russen ist, wurden auf der Diskussionsseite einfach gelöscht. Nachdem ich meinen Kommentar wieder hergestellt hatte, wurde ich beschuldigt selbst ein »Putin‐Troll« zu sein. Weitere Diskussionsversuche meinerseits wurden immer wieder mit dem Vermerk »Don’t feed the trolls« gelöscht.

    Spekulationen über die Russen sind allerdings kein Problem und auch Kommentare wie »Glaubst Du etwa, dass Putin dies zugeben wird?« sind dort völlig legitim. Meine Anmerkung, dass man mit diesem Argument auch den Artikel zu 911 überarbeiten könnte nach dem Motto »Glaubst du etwa, die Amerikaner würden das zugeben« wurde natürlich ... gelöscht.

  10. @Willy

    Sehr gutes Fundstück! Danke.

    Das zeigt nicht nur sehr eindringlich, wie einseitig und US‐NATO‐gefärbt die Wikipedia ist, sondern auch, dass jeder der Kritik übt und/oder eine differenziertere Darstellung will, sofort zensiert wird.

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